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In der Weihnachtsbäckerei der Regens-Wagner-Stiftung sind (sitzend v.l.) Dagmar Steiger, Maria Fastner, Peter Weißmann Bärbel Brey, Werner Sing (verdeckt) und Rainer Döring fleißig dabei, die Plätzchen zu verzieren. Mit ihren Betreuerinnen Anneliese Müller (stehend v.l.), Ingrid Teipel und Julia Wölfel haben sie sechs Sorten gebacken.

Aus unserem Adventskalender: Backen mit Behinderung in Miesbach

Beim Plätzchen-Backkurs ist von vorweihnachtlicher Hektik keine Spur

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Miesbach - Die Regens-Wagner-Stiftung und die vhs organisieren ein Plätzchenbacken für Menschen mit Behinderung. Beim Kurs geht’s besinnlich zu.

Liebevoll streicht Werner Sing Schokolade auf den Teig. Das Blech duftet verführerisch: Schokobrot. Anneliese Müller schaut ihm über die Schulter, eingreifen muss sie aber nicht. „Jeder hier bemüht sich“, erzählt die Hobbybäckerin in den Räumlichkeiten der Regens-Wagner-Stiftung in Miesbach. Wie Werner Sing haben auch die anderen Teilnehmer beim Plätzchenbackkurs eine Behinderung – die einen körperlicher, die anderen geistiger Art. Plätzchen lieben sie alle.

Zum sechsten Mal schon bietet die Stiftung in Kooperation mit der Miesbacher vhs den Kurs an. Sogar zwei gibt es in diesem Jahr, weil das Interesse so groß war. Maximal sechs Personen dürfen mitmachen, mit drei Betreuerinnen. „Das gehört zum Standard in der Adventszeit“, sagt Bereichsleiter Stefan Glaser und lacht. Die Erwachsenen, die sich angemeldet haben, leben entweder in Wohngruppen der Stiftung oder bei ihren Familien im Landkreis.

Anneliese Müller schiebt das nächste Blech in den Ofen. Sechs Sorten wollen sie heute backen. „Wir sind flotter fertig als erwartet“, sagt sie. Butterplätzchen mit bunter Verzierung, welche mit Johannisbeer-Marmelade, Vanillekipferl, Kokosmakronen – jeder Teilnehmer hat seine Lieblingssorte. Alle werkeln sorgfältig und in aller Ruhe – von vorweihnachtlicher Hektik gibt’s hier keine Spur. „Wir hatten auch noch gar keine Sauerei“, freut sich Anneliese Müller. Werner Sing hat die Hände voll Schokolade und macht sich auf den Weg ins Badezimmer. Anneliese Müller begleitet ihn, aber nur um zu schauen. „Eigentlich können alle das meiste selbst.“

Während die übrigen Teilnehmer mit Ingrid Teipel und Julia Wölfel, den beiden anderen Betreuerinnen, noch Kipferl formen und Eisweiß-Masse auf Oblaten verteilen, steht einer in der Küche: Peter Weißmann. Der Kopf steckt in einer Teigschüssel, mit einem Holzlöffel kratzt er noch den letzten Rest heraus. Gerade in der Adventszeit ist Naschen schließlich erlaubt. Peter Weißmann gluckst nur fröhlich und lässt sich nicht ablenken. Wenn die Plätzchen dann fertig gebacken sind, kriegt jeder der sechs Bäcker ein Tütchen mit. Ob allein, mit der Familie oder in der Wohngruppe genießen – selbst gebacken schmeckt auf jeden Fall am besten.

In unserer Serie „Mein Advent“ öffnen wir bis Heiligabend in jeder Ausgabe ein Türchen und stellen einen besonderen Menschen und sein Engagement für die Gemeinschaft und eine stimmungsvolle Adventszeit vor.

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