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Ein Ritual vor jedem Gottesdienst ist in der Adventszeit für Brigitte Denz das Anzünden der Kerzen auf dem Adventskranz in der Stadtpfarr kirche. Den Kranz hat sie selbst gebunden. 

Aus unserem Adventskalender: Der Kranz in der Stadtpfarrkirche

So bringt die Miesbacher Mesnerin die Riesen-Kerzen zum Brennen

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Miesbach - 35 Zentimeter große Kerzen an einem Kranz mit 1,20 Meter Durchmesser - Mesnerin Brigitte Denz hat in der Miesbacher Stadtpfarrkirche viel zu tun. Bis vor einigen Jahren war das Anzünden aber  deutlich komplizierter.

Advent, das bedeutet für Mesnerin Brigitte Denz Hochbetrieb. Die Miesbacherin ist an der Stadtpfarrkirche Maria Himmelfahrt „Mädchen für alles“, wie sie sagt, und damit auch für den prächtigen Adventskranz zuständig, der in der Mitte des Gotteshauses von der Decke hängt. An diesem Sonntag wird sie die vierte Kerze entzünden.

Schon etwa zwei Wochen vor dem ersten Advent beginnt die 47-Jährige mit den Vorbereitungen für den Kranz, den sie eigenhändig bindet. Zunächst kümmert sich Denz um die Daxen, die der Kirche gewöhnlich gespendet werden, sortiert sie nach Größe und bringt sie auf die richtige Länge. Um den kunstvollen Kranz mit seinen rund 1,20 Meter Durchmesser binden zu können, sind eine ganze Menge Zweige nötig. „Man unterschätzt das gerne, aber ich brauche schon ungefähr einen Autoanhänger voll“, berichtet die hauptberufliche Mesnerin.

Etwa fünf Stunden arbeite sie daran, das gute Stück fertigzustellen. Am Vorabend des ersten Advent schließlich wird die erste der vier je 35 Zentimeter großen Kerzen zum ersten Mal entzündet. Von da an brennen sie dann bei jedem Gottesdienst in der Kirche. Ein Satz Kerzen reiche dabei für die ganze Adventszeit, sagt die Miesbacherin.

Noch vor einigen Jahren, erinnert sich Denz, sei das Anzünden „eine rechte Prozedur gewesen“. Mit einer Handkurbel habe sie den Kranz nämlich herablassen müssen, um an die Kerzen zu gelangen. „Ich musste dann oft einige Male in den Dachstuhl kraxeln, um ihn richtig zu justieren“, sagt die Kirchendienerin. Inzwischen habe aber auch in dem Gotteshaus modernere Technik in Form eines Lastkrans Einzug gehalten, der neben dem Heiliggeistloch befestigt ist. „Der lässt sich praktischerweise sogar mit einer Fernbedienung steuern.“

Für Denz ist diese Tätigkeit etwas ganz Besonderes – und gehört zur Vorweihnachtszeit untrennbar dazu. „Wenn ich den Kranz fertig in der Kirche hängen sehe, freut mich das natürlich, und es versetzt mich in die richtige Adventsstimmung“, sagt die Miesbacherin. „Wenn er gut gelungen ist, macht mich das schon ein kleines bisschen stolz.“ 

In unserer Serie „Mein Advent“ öffnen wir bis Heiligabendin jeder Ausgabe ein Türchen und stellen einen besonderen Menschen und sein Engagement für die Gemeinschaft und eine stimmungsvolle Adventszeit vor.

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