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Übergangslösung: Für die Parsberger Schüler wird das Dachgeschoß der Mittelschule Miesbach ausgebaut.

Stadtrat gibt grünes Licht

Ausbau und Sanierung: So viel investiert Miesbach in zwei Schulbauprojekte 

  • Dieter Dorby
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Die Mittelschule in Miesbach soll ausgebaut werden, bei der Grundschule in Parsberg steht die Generalsanierung an. Dafür greift die Stadt tief in die Tasche.

Miesbach – Die Stadt Miesbach muss handeln. Wie berichtet, lässt sich bei der Grundschule im Ortsteil Parsberg die Generalsanierung nicht mehr weiter aufschieben. Doch damit dort gearbeitet werden kann, brauchen die Schüler eine Ersatzschule. Da eine Auslagerung in Container vermieden werden soll, muss erst in der Mittelschule Platz geschaffen werden – mit dem Ausbau des Dachgeschoßes.

Wie es um die Grundschule bestellt ist, hat Architekt Joachim Staudinger unter die Lupe genommen. Sein Fazit: „Die Schule ist in allen Installationen komplett marode“, erklärte der Planer nun im Stadtrat und beruhigte umgehend Zweiten Bürgermeister Paul Fertl (SPD). Der hatte gefragt, ob ein Neubau dann nicht sinnvoller wäre. „Die Bausubstanz ist gut und erhaltenswert“, bestätigte der Parsberger Planer. Dennoch komme man um neue Heiz- und Sanitärrohre, Elektrik, Fenster und Vollwärmeschutz nicht herum.

Die Struktur der fünf Klassenzimmer – drei oben, zwei im Erdgeschoß – soll bleiben wie bisher. Jedoch ist ein Aufzug ins erste Obergeschoß geplant. Auch soll der Essbereich der Mittagsbetreuung aus dem Keller ins Erdgeschoß verlegt werden.

Nach vorläufiger Einschätzung liegen die Kosten laut Staudinger bei 2,5 Millionen Euro. Bürgermeisterin Ingrid Pongratz (CSU) trug die hohe Summe mit Fassung: „Die Grundschule ist seit 50 Jahren in Betrieb, und wir haben immer nur repariert. Jetzt geben wir einmal Geld aus, und dann ist wieder Ruhe.“ Deshalb befürwortete sie, Staudinger den Auftrag für die weitere Planungsphasen 3 und 4 zu geben. Dem folgte das Plenum einstimmig.

Bei der Grundschule in Parsberg  besteht dringender Handlungsbedarf. Sie muss generalsaniert werden.

Wie schnell sich eine Bausumme erhöhen kann, hat sich beim Blick auf den Ausbau der Mittelschule gezeigt. Drei große Klassenzimmer sollen unter dem Dach eingerichtet werden sowie ein kleines. Zudem gibt es noch einen Raum für die Volkshochschule, die das Dachgeschoß ebenfalls mitbenutzen soll.

Für den Ausbau geht Staudinger von einer Bausumme in Höhe von 1,4 Millionen Euro aus – inklusive Lüftungsanlage, Sanitärbereich, Heizung und Elektrik sowie 22 000 Euro für die Ausstattung der Klassenräume.

Jedoch stellt sich die Frage, ob es für die Erschließung der obersten Etage nicht einen Aufzug bräuchte. Immerhin muss eine Schule auch in der Lage sein, behinderte Schüler zu unterrichten – auch wenn es aktuell keinen solchen an der Schule gebe, wie Birgit Ostermeier, Leiterin der Mittelschule, auf Nachfrage der Bürgermeisterin in der Sitzung mitteilte.

Staudinger hatte schon mal vorgeplant. Auf rund 250 000 Euro würde ein Aufzug kommen inklusive Schacht und Anpassung der Außenanlagen. „Dann wäre die Schule barrierefrei“, stellte er fest. Würde zudem jedes Stockwerk ein behindertengerechtes WC bekommen, kämen weitere 50 000 Euro dazu. Macht insgesamt 1,7 Millionen Euro.

Bei Pongratz’ Einwand, eventuell mit einem Treppenlift Kosten sparen zu können, machte sich Fertl stark für die Aufzug-Lösung: „Wir kommen an einem Lift nicht vorbei, denn es sollte eine Lösung sein, die Jahrzehnte hält.“ Ähnlich sah es Alfred Mittermaier (CSU): „Wir bauen jetzt um. Da sollten wir den Lift mitmachen. Es geht in der Praxis nur mit einem Aufzug.“ Zumal, wie Inge Jooß (SPD) ergänzte, in öffentlichen Gebäuden nicht jeder einen solchen Treppenlift bedienen dürfe.

Auch hier segnete der Stadtrat die Fortsetzung der Planung einstimmig ab. Staudinger will beide Projekte – Grundschule und Mittelschule – zusammen in zwei Baulosen realisieren. Im Frühjahr 2019 soll es an der Mittelschule losgehen, damit die Arbeiten bis September 2019 abgeschlossen sind. Dann können die Parsberger Schüler umziehen, und in ihrer Schule kann dann die Generalsanierung beginnen.

Was das Raumkonzept der Mittelschule sowie der Grundschulen Miesbach und Parsberg angeht, sei auf die nächsten Jahre der Bedarf gedeckt. Der Trend gehe bis zum Schuljahr dahin, dass jede Schule wohl eine weitere Klasse bekomme. Dafür sei noch Platz vorhanden.

ddy

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