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Wollen Schülern Orientierung bieten: Macher und Verantwortliche des Ausbildungskompasses für den Landkreis Miesbach. 

Jetzt gibt‘s einen Wegweiser

So findest du den richtigen Ausbildungsplatz im Landkreis

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75 Berufe von Maurer über Chemielaborant bis zum Fachmann für Systemgastronomie - samt dem direkten Kontakt zur Firma. Das gibt‘s jetzt alles in einem Heft, auch online - nämlich hier:

Landkreis – Sie fräsen und bestücken Platinen. Sie entwickeln Radarsysteme für militärische Anlagen und Simulationen für Navigationssignale. „Bei uns werden die Azubis alles kennenlernen“, sagt Georg Berwanger, Produktionsleiter bei der Holzkirchner Firma Work Microwave. 2018 wird der 90 Mitarbeiter-Betrieb erstmals eine Ausbildung zum Elektroniker für Geräte und Systeme anbieten. Bei einem so spannenden Aufgabenspektrum sollte es eigentlich nicht schwer sein, geeignete Kandidaten zu finden – möchte man meinen. Doch es gibt ein Problem: Work Microwave stellt keine Produkte für Privatanwender her. „Deshalb kennen uns die jungen Leute nicht“, sagt Berwanger.

Dass der Produktionsleiter dennoch zuversichtlich ist, liegt am Ausbildungskompass 2018/ 2019. Drei Seiten hat er in dem erstmals erschienenen Magazin gebucht. Dieses hat Johann Holzinger, Bildungsmanager bei der Standortmarketing-Gesellschaft (SMG) Landkreis Miesbach, in Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit Rosenheim, der Industrie- und Handelskammer (IHK) für München und Oberbayern und der Kreishandwerkerschaft Miesbach-Bad Tölz-Wolfratshausen entwickelt.

Ausgangspunkt war eine Schüler-Umfrage des Landratsamts, bei der 60 Prozent angegeben hatten, dass sie keine berufliche Perspektive sehen. „Aber wenn nicht hier, wo dann?“, fragt Monika Uhl, die das Projekt Ausbildungskompass für die vier Landkreise Miesbach, Bad Tölz-Wolfratshausen, Garmisch-Partenkirchen und Weilheim-Schongau koordiniert hat. Alleine für Miesbach wurden 3000 Exemplare der insgesamt knapp 140 Seiten dicken Broschüre gedruckt. 1700 wurden direkt an allen Schulen im Landkreis verteilt, verkündet Holzinger. Auch etlichen Vereinen habe man ein Probeexemplar zukommen lassen. „Für die ist es ja auch wichtig, dass die Jugend eine Zukunft im Landkreis hat.“

Wie vielfältig diese aussehen kann, zeigt sich beim Durchblättern des Ausbildungskompasses. 75 Berufe werden darin vorgestellt, von Maurer über Chemielaborant bis zum Fachmann für Systemgastronomie. Neben einer Jobbeschreibung durch die Agentur für Arbeit werden auch die dafür notwendigen persönlichen Stärken und der Schulabschluss angegeben. Letzterer ist aber längst nicht mehr allein entscheidend, betont Katharina Kristen, Sprecherin der Agentur für Arbeit Rosenheim. „Die Firmen können heute nicht mehr aus dem Vollen schöpfen.“ Zudem biete die Agentur ausbildungsbegleitende Hilfen in bestimmten Fächern oder auch Coaches zur Unterstützung von Azubis an.

Dass auch die Vergütung im Ausbildungskompass nicht verschwiegen wird, hält der Leiter der IHK-Geschäftsstelle Rosenheim, Wolfgang C. Janhsen, für besonders wichtig. So würden die Schüler erkennen, welch großen „Gehaltsvorsprung“ sie sich mit einer beruflichen Ausbildung gegenüber einer akademischen Laufbahn aufbauen könnten.

Der entscheidende Vorteil des Ausbildungskompasses gegenüber vielen anderen Berufshandbüchern ist aber die Liste mit persönlichen Ansprechpartnern und Kontaktdaten der 105 Firmen im Landkreis, die die jeweiligen Stellen anbieten. „Da trauen sich die Schüler viel eher, tatsächlich auch anzurufen“, erklärt Holzinger. „Weil sie wissen, dass sie erwartet werden.“

Und unter diesem Link ist er Abrufbar: Der Ausbildungskompass 2017 für den Landkreis Miesbach

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