Beliebt bei Wanderern: das Rotwandgebiet. Es ist aber auch Rückzugsort von Tieren wie dem Birkhuhn. Möglicherweise wird dort 2021 ein Wildschutzgebiet ausgewiesen.
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Beliebt bei Wanderern: das Rotwandgebiet. Es ist aber auch Rückzugsort von Tieren wie dem Birkhuhn. Möglicherweise wird dort 2021 ein Wildschutzgebiet ausgewiesen.

Ausblick auf 2021

Ausflugsverkehr: Landkreis Miesbach denkt über neues Schutzgebiet nach

  • Sebastian Grauvogl
    vonSebastian Grauvogl
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Kommt ein Wildschutzgebiet an der Rotwand? Es ist eine von mehreren spannenden Fragen, auf die es 2021 auf Kreisebene eine Antwort geben soll.

Landkreis – Kommt ein Wildschutzgebiet an der Rotwand? Es ist eine von mehreren spannenden Fragen, auf die es 2021 auf Kreisebene eine Antwort geben soll. Zwar ist Corona noch immer das alles beherrschende Thema, doch andere Dinge bleiben deshalb nicht liegen. Sie gehen aber möglicherweise langsamer vonstatten – wie zwei wichtige Strukturreformen zum Beispiel.

„Corona überlagert immer noch alles“, gesteht Landrat Olaf von Löwis (CSU). Seit er im Mai als Nachfolger von Wolfgang Rzehak (Grüne) sein Büro im Landratsamt bezogen hat, ist er fast nur im Krisenmodus. Dennoch sagt er: „Es gibt eigentlich überhaupt kein Thema, das mir Bauchschmerzen bereitet.“ Die Arbeit mache großen Spaß.

Freilich hätte Löwis in den ersten Monaten gerne mehr auf den Weg gebracht. So sollte beispielsweise die Neustrukturierung des Krankenhauses schon über die Bühne gegangen sein. Wie berichtet, wird der Eigenbetrieb des Landkreises, in dem unter anderem Grundstück und Immobilien des Krankenhauses Agatharied gebündelt sind, in zwei Kommunalunternehmen umgewandelt. Die Klinik soll damit schlagkräftiger werden. Weil das Vorhaben im Rahmen einer öffentlichen Sondersitzung vorgestellt und beraten werden sollte, die Zahl der Sitzungen wegen Corona aber auf ein Minimum beschränkt ist, gab es noch keine Entscheidung. „Ich hoffe, dass die Umwandlung dann auch rückwirkend zum 1. Januar 2021 möglich ist“, sagt der Landrat.

Ähnlich ausgebremst wurde Löwis bei seinem Vorhaben, das Tourismusunternehmen Alpenregion Tegernsee Schliersee (ATS) und die Standortmarketing-Gesellschaft (SMG) zusammenzulegen. Dadurch sollen Synergien genutzt und Kosten reduziert werden. Die Fusion ist nun für 2021 geplant. „Wegen der Verringerung der Sitzungen konnten durch die Bank Themen nicht diskutiert werden“, berichtet der Landrat. Zumindest aber sei gewährleistet, dass die wichtigen Beschlüsse fallen und an Dauerbrennern wie Wasserschutzzone oder Nahverkehrsplan trotz Corona weiter gearbeitet wird: „Nur vielleicht nicht in der gewohnten Dichte.“

Das liegt auch an der Situation im Landratsamt. Wie allerorts wechselten viele Mitarbeiter kurzfristig ins Homeoffice, andere verstärken das Contract Tracing Team zur Nachverfolgung von Infektionsfällen. Der ein oder andere Antragsteller habe sich deshalb ein weniger länger gedulden müssen, die meisten hätten aber Verständnis gezeigt. „Im Notfall“, so Löwis, „haben wir Dinge auch schnell hingebracht.“

Der Landrat rechnet damit, dass die Kreisverwaltung mindestens noch im ersten und zweiten Quartal 2021 „sehr beeinträchtigt“ sein werde. Die Pandemiebekämpfung bindet weiter viel Arbeitskraft. Zumindest einen positiven Effekt hat die Corona-Krise: Die Verwaltung hat ihre Arbeitsabläufe hinterfragt und plant nun auch beim Ersatzbau fürs Landratsamt kleiner. Im März will sie die neuen Pläne den Kreisgremien präsentieren. Dass das Gebäude insgesamt kompakter ausfällt und sich damit besser ins Gesamtbild einfügt, dürfte auch der Stadt Miesbach gefallen. „Die Signale aus dem Stadtrat sind sehr positiv“, sagt Löwis.

Ein Problem, das die Corona-Krise auch noch befeuert hat, wird Löwis aber nicht lösen können: die Sache mit dem Ausflugsverkehr. „Eine Reduzierung wird uns nicht gelingen, dazu fehlen uns einfach die Mittel“, sagt er. Zumindest arbeite man aber gerade an der Ausschreibung für die beiden Ranger-Stellen, die der Kreisrat im Zuge der Verabschiedung des Haushalts freigegeben hat. So schnell wie möglich sollen sie im Mangfallgebirge unterwegs sein, Verstöße in der Natur ahnden und Uneinsichtige mit Bußgeldern zur Vernunft bringen. Ein weiteres Mittel, um zumindest an der Rotwand die Zahl der Ausflügler zu reduzieren, ist die Ausweisung eines Wildschutzgebiets. Der Entwurf lag bereits aus, derzeit werden am Landratsamt die Einwände geprüft. Eine mögliche Folge der Ausweisung wäre ein saisonales Betretungsverbot.

sh

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