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Die zweitägige Autoschau mit 13 Händlern aus der Region hat die Besucher auf den Miesbacher Volksfestplatz gelockt. Sie verbanden den Ausflug mit einem Spaziergang.

Auf der Volksfestwiese

Elektro überzeugt die Besucher bei der Miesbacher Autoschau noch nicht

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Diesel und E-Mobilität sind bei der Autoschau auf dem Miesbacher Volksfestplatz natürlich auch diskutiert worden. Das Fazit: Die Kunden sind zwar verunsichert, der Nutzen scheint meist aber zu überwiegen.

Miesbach – Polster probesitzen, Kofferräume inspizieren, Energiewerte vergleichen: Die Miesbacher Autoschau eignet sich gut, um die aktuellen Trends der Branche mal aus der Nähe zu erkunden. Und die gehen hin zu Elektro, weg von Diesel. Zumindest wird das in der Öffentlichkeit so wahrgenommen. Das Bild auf dem Miesbacher Volksfestplatz zeigt: Viele Autofahrer sind verunsichert.

Rund 300 Gebraucht- und Neuwagen stehen aufgereiht auf dem Platz – 13 Autohändler aus der Region haben ein breites Spektrum vorgefahren. Während am Sonntagvormittag kurz der Regenschirm nötig war, spitzt am Nachmittag gar die Sonne heraus und lockt viele Besucher. Auch am Tag zuvor war schon einiges los. Familien, Paare, jung und alt – die Schau lädt zum Bummeln ein. Und zu Diskussionen. Diesel-Skandal und Elektro-Trend sorgen bei den Kunden vor allem für Fragen.

Einer, der die Fragen beantwortet, ist Günther Schurrer vom Autohaus Pusl in Neuhaus. „Die Kunden sind verunsichert, ob sie ein Fahrzeug mit Diesel oder Benzin kaufen sollen“, sagt er. Kaum hat er das eine Gespräch beendet, warten schon die nächsten Besucher, die seine Expertise hören möchten. Was antwortet er ihnen? Diesel oder Benzin? „Das kann man nicht verallgemeinern“, sagt Schurrer. Zum Beispiel brauche man bei einem VW Allrad gar nicht zu überlegen, ob ihn als Benziner kaufe. Bei einem Auto wie dem VW Polo hingegen sehe das schon anders aus. „Da ist die Motorentechnik so weit entwickelt, dass die Schere beim Verbrauch nicht so weit auseinandergeht.“

Im Gespräch mit Kunden ist Günther Schurrer vom Autohaus Pusl. Er muss viele Fragen beantworten.

Einer, bei dem der Verbrauch beim Kauf wohl keine Rolle spielt, ist der Honda NSX mit 581 PS. Der Sportwagen zieht mit seiner leuchtend ozeanblauen Lackierung die Blicke der Besucher auf sich. Auch Manfred Haberstock samt Familie bestaunt den Wagen. „So ein Auto sieht man nicht oft, der ist uns gleich ins Auge gefallen“, sagt der Familienvater aus Peißenberg, der für einen Ausflug nach Miesbach gekommen ist. Kaufambitionen hat die Familie nicht – erst vor Kurzem hat sie sich ein neues Auto angeschafft. Einen Diesel. Von der Diskussion lasse er sich nicht abschrecken. Und Elektro? Nein danke, sagt Haberstock: „Das ist noch lange nicht ausgereift.“

Elektro ja, aber noch nicht jetzt – das hört man an vielen Stellen bei der Autoschau. Der Trend zur E-Mobilität sei auch in Miesbach zu beobachten, kündigte Organisator Helmut Behrens vor der Autoschau an (wir berichteten). Zwar hat jeder Händler solche Modelle im Angebot. Doch das Kaufinteresse ist noch gering. Rudi Hupfauer, Fahrzeuglackierermeister aus Hausham, liest sich die Informationen zu einem Nissan Leaf Acenta durch. „Die Politik ist ja noch gar nicht schlüssig, wie sie den Strom erzeugen will“, bemerkt er. Er stellt sich die Frage: „Was ist schädlicher: die Stromerzeugung oder die Abgase?“ Bis das klar ist, bleibt er bei seinem Benziner.

Der blaue Honda-Sportwagen zieht die neugierigen Blicke der Autoschau-Besucher auf sich.

Der Motor heult auf, der Wagen schwankt vor und zurück, dann stoppt die Zeit. Der Peugeot 3008 SUV schwebt auf der Wippe am Stand des Autohauses Weiss aus Kleinpienzenau. Nur kurz, dann kippt der Wagen nach vorn. Es rumst laut. Florian Raschke, der die Aktion betreut, kennt das große Interesse an SUV. Die Balance-Aktion, bei der es darum geht, das Fahrzeug in eine Schwebe-Position zu bringen, kommt bei den Kunden gut an. Sowohl bei Männern als auch bei Frauen.

Schurrer vom Autohaus Pusl hat schon bemerkt, dass vor allem Familien mit mehreren Kindern nach großen Fahrzeugen schauen. Bei der diesjährigen Autoschau ist ihm aber ein weiterer Trend bei großen Fahrzeugen aufgefallen: „Freizeitautos wie ein VW-Bus haben großen Zuspruch.“ Und so ein Bus fährt nicht elektrisch, sondern mit Diesel. Die Verunsicherung ist zwar da, der Nutzen scheint aber zu überwiegen.

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