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Trend E-Mobilität: Florian Hupfauer (r.) erläutert den Antrieb eines Elektroautos. Der Trend zur E-Mobilität ist eine der wichtigsten Entwicklungen, die er am Automarkt beobachtet.

„Heute will ich Außergewöhnliches“

Autoschau in Miesbach: Elektrisch, sportlich oder freizeittauglich

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Die Besucher der Miesbacher Autoschau interessierten sich heuer vor allem für E-Mobilität, PS-starke Wagen und Freizeitmobile. Aber auch die Klassiker standen hoch im Kurs.

Miesbach – Florian Hupfauer öffnet die Motorhaube eines Nissan Leaf. „Was hier wie der Motor aussieht, ist tatsächlich der Konverter“, erklärt der 30-jährige Auto-Verkäufer. „Der Leaf ist ein Elektroauto, da sitzt der Motor unten.“ Seine potenziellen Kunden – 21 und 19 Jahre alt – nicken. „Für ein E-Auto würde ich sogar mehr zahlen“, sagt der Ältere. „Die Technologie muss gefördert werden.“

Bei der fünften Auflage der Landkreis Autoschau auf der Waitzinger Wiese in Miesbach will er sich die Modelle deswegen einmal aus der Nähe anschauen. Der nach außen hin unscheinbare Nissan Leaf ist für ihn ein Highlight unter den rund 300 Modellen von 22 Herstellern.

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Trend Freizeitmobile: Lena Kampa (l.) zeigt die Innenausstattung eines VW-Campers.

Autoschau in Miesbach: Elektrisch, sportlich oder freizeittauglich soll es sein

Damit ist er nicht alleine. Der Trend zur E-Mobilität ist eine der wichtigsten Entwicklungen, die Hupfauer derzeit beobachtet. Um ein Fünftel sei der Absatz im vergangenen Jahr gestiegen, das ein Rekordjahr gewesen sei. „Wir haben seit sieben Jahren E-Autos im Angebot“, sagt der Verkäufer. „Anfangs haben sich dafür nur Technik-Freaks interessiert.“ Inzwischen seien die meisten Kunden offener für alternative Antriebe. „E-Fans gibt es in allen Altersklassen.“

Heuer kommen noch drei weitere Gruppen zu den Händlern. Die eine sind Familienväter. Sie nutzen den Sonnentag für einen Familienausflug. Die Kinder sind in der Hüpfburg, die Frauen beim gleichzeitig stattfindenden verkaufsoffenen Sonntag und Michaelimarkt. Die Väter erkunden die Autos.

Die zweite will Bewährtes. Ein 75-jähriger Tegernseer etwa sucht bei Mercedes nach einem Ersatz für das SUV, das er gerade verkauft hat. Etwas Kleineres soll es sein, vielleicht ein C-Klasse-Coupé. „Ich will keinen Panzer“, sagt er. „Wichtig ist mir vor allem, dass er die neueste Diesel-Norm hat.“ Für E-Autos interessiert er sich nicht. Die Abgasreinigung von Verbrennungsmotoren könne so umweltfreundlich sein, dass sie eine Batterie in der Öko-Bilanz schlage: „Der Hype wird zu sehr aufgebauscht.“

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Perfektes Wetter: Bei Sonnenschein und blauem Himmel zog es am Wochenende viele Besucher nach Miesbach.

Dann sind da noch die Autofans, wie Christopher Dillbaum (33) aus Hausham. Er steht vor einem Toyota GR Supra, einem Sportwagen. Als Dienstwagen fährt er einen Audi A4 – praktisch und dezent, findet er, ideal für einen Außendienstler wie ihn. Heute will er „etwas Außergewöhnliches sehen“, sagt er. „Am Nissan GTR und am Ford Focus ST werde ich nicht vorbeikommen.“ Auch das sind beides Sportmodelle.

Auch bei anderen Herstellern sind sportliche Varianten herkömmlicher Modelle beliebter als ihre alltagstauglicheren Geschwister. Bei Hyundai lassen sich zwei junge Männer die Auspuffeinstellungen des i30N zeigen. Ein Mitarbeiter tritt im Leerlauf aufs Gas, dann stellt er den nächsten Modus ein. Im Sport-Setting knurrt der Wagen besonder schön. Die beiden Männer nicken anerkennend.

So wie einige Meter weiter Georg Schöpf. Der 36-jährige steht bei VW Pusl aus Schliersee im Inneren eines Camper-Vans und schaut Verkäuferin Lena Kampa zu, wie sie die die Tür eines Einbauschranks hochklappt. Die Verkäuferin sagt: „Der Schrank schließt völlig lautlos. Da kann der Partner weiter schlafen.“ Schöpf lacht. Freizeitmobile stehen bei der Autoschau ebenfalls hoch im Kurs. „Die Innenausstattung so vieler Camper kann man nicht oft nebeneinander vergleichen“, erklärt Kampa. Darüber hinaus seien auch SUVs und Allradmodelle beliebt. „Das dürfte wohl auch am letzten Winter liegen.“

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