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Zufriedenstellende Zwischenbilanz: Im Miesbacher Warmfreibad erörterte Bauministerin und Stimmkreisabgeordnete Ilse Aigner die aktuelle Lage zur staatlichen Förderung. Bernhard Heidl (l. von ihr) und der Förderverein hatten zum Bäderdialog eingeladen.

Bäderdialog in Miesbach mit Bauministerin Aigner

Gute Chancen auf eine Förderung beim Freibad

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Die Stadt Miesbach darf hoffen, dass ihr sanierungsbedürftiges Warmfreibad doch noch staatlich gefördert wird. Beim Bäderdialog in der Kreisstadt zeigte sich Bauministerin und Stimmkreisabgeordnete Ilse Aigner zuversichtlich. Doch erst muss das neue Kabinett einen Haushalt verabschieden.

Viel wurde vor einem Jahr darüber geredet, wie eine staatliche Förderung für die Sanierung in die Jahre gekommener Freibäder ins Leben gerufen werden kann. Der SPD-Landtagsabgeordnete Markus Rinderspacher kam zur Lagebesprechung in der Kreisstadt, Gespräche mit der damaligen Wirtschaftsministerin Ilse Aigner und dem Bundestagsabgeordneten Alexander Radwan (beide CSU) folgten, und der Förderverein startete eine Online-Petition. Was in der Zwischenzeit konkret passiert ist, sollte am Dienstagabend beim Bäderdialog im Miesbacher Warmfreibad erörtert werden, zu dem der Förderverein des Bads eingeladen hatte. Neben Aigner und Radwan nahmen auch Volker Härdtl, Geschäftsführer der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) Bayern, Birgit Moosbauer, Vorsitzende der Wasserwacht Oberbayern, die Bürgermeister Ingrid Pongratz (Miesbach) und Josef Lechner (Fischbachau) sowie diverse Miesbacher Stadträte am Dialog teil.

Dabei brachte Aigner gute Nachrichten mit: Zum einen sei sie nun nicht nur als Stimmkreisabgeordnete quasi moralisch involviert, sondern als Bauministerin auch fachlich zuständig. „Viele Ressorts spielen da mit rein, aber das Thema ist uns zugefallen.“ Auch, weil Aigners Ministerium Erfahrung hat, Förderprogramme auf den Weg zu bringen.

Inhaltlich zeigte sich die Ministerin zuversichtlich. Derzeit sei ihr Haus dabei, eine Förderrichtlinie auszuarbeiten. Die Haushaltsverhandlungen laufen, aber es werde noch Zeit brauchen. Der Grund sind die Landtagswahlen am 14. Oktober. Erst im Anschluss könne das neue Kabinett den Haushalt aufstellen, der wiederum Grundlage für das Förderprogramm sei. Wenn alles gut laufe, sei mit dem Programm im Frühjahr 2019 zu rechnen.

Dabei pressiert es vor allem der Stadt Miesbach mit ihrem Warmfreibad. Wie berichtet, müsste das Bad umgehend saniert werden. 2,5 bis drei Millionen Euro wird das kosten – viel Geld für die Stadt, die deshalb auf den Fördertopf warten will. Jedoch warnte CSU-Stadtrat Franz Mayer davor, sich mit dem Programm zu lange Zeit zu lassen: „Je länger wir warten, desto mehr fressen die Kostensteigerungen der Baubranche alle Zuschüsse auf.“

Insgesamt betrage der aktuelle Sanierungsbedarf der bayerischen Bäder bei 1,2 Milliarden Euro, berichtete Pongratz. Dass in den vergangenen Monaten im Arbeitskreis des Landtags wenig vorangegangen sei, liege vor allem an den kommunalen Spitzenverbänden, erklärte Pongratz, die selbst dem Gemeindetag angehört: „Die Bedeutung des Themas wurde da nicht so erkannt.“

Aigner stellte aber auch klar, dass keine „Spaßbäder oder Badgastronomien“ unterstützt werden: „Wir wollen nur den einfachen Schwimmbetrieb fördern.“ So wie es in Miesbach der Fall wäre. Welches Volumen der Fördertopf bekommen soll und in welchem Umfang – 15, 20 oder gar 30 Prozent – Projekte unterstützt werden, konnte Aigner noch nicht konkret beziffern. Es werde aber ein zweistelliger Millionenbetrag werden.

Lechner stellte fest, dass der Topf trotz der genannten 1,2 Milliarden Euro gar nicht so groß sein müsse: „Wenn man die anderweitig geförderten schulisch genutzten Hallenbäder abzieht, fällt die Hälfte weg.“ Davon 20 Prozent über mehrere Jahre – das sollte machbar sein. Aigner stimmte zu: „Ich werde dafür kämpfen.“

ddy

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