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Mit einer Info- und Diskussionsveranstaltung wollen Landrat Wolfgang Rzehak (l.) und der Behindertenbeauftragte des Landkreises, Anton Grafwallner, helfen, diesem Ziel ein Stück näher zu kommen.

Am Dienstag

Info-Veranstaltung: Wie barrierefrei ist der Landkreis?

Landkreis - Der Behindertenbeauftragte des Landkreises lädt deshalb zu einer Info-Veranstaltung ein. Sie soll helfen, Menschen mit Handicap das Zurechtkommen im öffentlichen Raum zu erleichtern.

Bis 2023 soll Bayern im gesamten öffentlichen Raum barrierefrei werden. Deswegen laden die Behindertenbeauftragten der Planungsregion 17 – die Landkreise Miesbach, Bad Tölz-Wolfratshausen, Garmisch-Partenkirchen und Weilheim-Schongau – zu Info-Veranstaltungen ein. Im Landkreis Miesbach findet sie am Dienstag, 26. Juni, ab 13.30 Uhr im Alpengasthof Glück Auf in Hausham statt. Ziel ist es, allen Menschen mit einem Handicap, das Zurecht-kommen im öffentlichen Raum zu erleichtern.

Mit dem Thema Barrierfreiheit beschäftigt man sich in der Regel erst dann, wenn man selbst oder eine Person im eigenen Umfeld darauf angewiesen ist. Das findet auch der Miesbacher Landrat Wolfgang Rzehak: „Man ist sich gar nicht bewusst, was Barrierefreiheit bedeutet.“ Auch er persönlich habe sich erst dann wirklich mit dem Thema befasst, als seine Mutter altersbedingt auf den Rollstuhl angewiesen war. Rzehak habe beispielsweise bei Restaurants plötzlich anhand ihrer Zugänglichkeit für Rollstuhlfahrer auswählen müssen. „Erst dann macht man sich Gedanken“, räumt der 48-Jährige ein.

Bis 2023 soll Bayern im gesamten öffentlichen Raum und im gesamten Öffentlichen Personennahverkehr barrierefrei sein, so das Ziel der Staatsregierung. Laut dem Behindertenbeauftragten des Landkreises, Anton Grafwallner, eine „gesamtgesellschaftliche Aufgabe“. Schließlich seien angesichts der Demoskopie immer mehr Menschen betroffen. „Im Alter werden wir gebrechlich, hören schlecht und sehen schlecht“, sagt der 67-Jährige.

In seiner Funktion als Behindertenbeauftragter hat sich Grafwallner ein Bild von der Situation im Landkreis gemacht und ist zum einem positiven Resümee gelangt. „Ich glaube, dass es kaum eine Region gibt, die mit so vielen Behindertentoiletten ausgestattet ist wie der Landkreis Miesbach.“ Auch Rzehak weiß, dass die Situation andernorts prekärer ist. „Bei uns ist es schon besser als beispielsweise in Südeuropa“, sagt der Landrat. Verglichen mit Schweden oder Norwegen sei Deutschland trotzdem nur Entwicklungsland. „Daran müssen wir uns orientieren.“ Auch wenn der Weg schwer und teuer werde.

Verbesserungsbedarf gibt es zur Genüge. Auch im Landkreis, findet Grafwallner. So beispielsweise an der Treppe am Miesbacher Rathaus. Dort ende das äußere Geländer zwei Stufen zu früh. Extremer verhält es sich am neuen Holzkirchner Gymnasium. Die lange Treppe, die vom Parkplatz zum Schulgebäude führt, sei gänzlich ohne Geländer gebaut worden. In Bad Wiessee plane der Gemeinderat gar das Entfernen der beiden Zebrastreifen am Lindenplatz. Auf Grafwallners Initiative entsteht dort jetzt eine behindertengerechte Fußgängerampel. Barrierefreies Bauen, so Grafwallner, werde zwar bezuschusst, nach Abschluss der Arbeiten aber nicht kontrolliert.

Das Anliegen des Kreis-Behindertenbeauftragten ist es, mehr Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Barrierefreiheit zu schaffen. Deshalb wird es im Rahmen der Fachtagung am Dienstag, 21. Juni, im Haushamer Alpengasthof „Glück Auf“ Vorträge geben, bei denen eine Diskussion durchaus erwünscht ist. Themen sind die Situation vor Ort sowie barrierefreies Bauen nebst Fördermöglichkeiten. Dazu kommen ein Rollstuhl-Parcour und eine Brille, die das Sehvermögen eines Blinden simuliert. Eingeladen ist jeder, der in irgendeiner Weise mit dem Thema Barrierefreiheit zu tun hat, auch Vertreter aus der Politik und den Verwaltungen, sowie alle Interessierten.

Bastian Huber

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