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Hier gehören alte Batterien hin: VIVO-Abfallberaterin Martina Peters mit den Sammelbehältern im Wertstoffzentrum in Warngau.

Explosionsgefahr im Hochsommer

„Batterien sind Sondermüll“: Expertin erklärt, wie man sie richtig entsorgt

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Immer wieder landen Batterien im Restmüll. Das ist nicht nur umweltschädlich, sondern auch gefährlich. Warum, erklärt VIVO-Expertin Martina Peters im Interview.

Landkreis – Sie sind der Lebenssaft für elektronische Geräte aller Art. Es gibt sie in allen möglichen Stärken und Größen, von der Knopfzelle bis zum Hochleistungsakku. Batterien sind aus dem modernen, von Technik geprägten Alltag nicht mehr wegzudenken. Wo man sie kaufen kann, und wie sie eingesetzt werden, weiß jeder. Mit der Entsorgung nehmen es aber nicht alle Nutzer so genau. Nicht selten landen die chemischen Erzeugnisse einfach im Restmüll. Gerade bei hochsommerlicher Hitze können sie hier erhebliche Gefahren auslösen. Was alles passieren kann, und wie man verbrauchte Batterien richtig loswird, erklärt Martina Peters (52), Abfallberaterin beim Kommunalunternehmen VIVO, im Interview.

-Frau Peters, warum sind Batterien nichts für den Restmüll?

Martina Peters: In erster Linie, weil sie giftige Inhaltsstoffe wie Quecksilber, Kadmium oder Blei enthalten können und damit die Umwelt gefährden könnten. Es kann aber noch schlimmer kommen. Gerade Hochleistungsakkus, wie sie in E-Bikes, Rasenmähern oder Bohrschraubern zum Einsatz kommen, können sich im Hochsommer stark aufheizen. Wenn eine Mülltonne in der Sonne steht, sind 60 Grad schnell erreicht. Dann kommt eine chemische Reaktion in Gang. Der Akku bläht sich auf – und kann sogar regelrecht explodieren.

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-Wohin also mit den ausrangierten Energiespendern?

Martina Peters: Bei allen Batterien handelt es sich um Sondermüll. Auf unseren Wertstoffhöfen halten wir deshalb spezielle Sammelbehälter vor. Das System ist einfach. Normale Batterien oder Akkus kommen in die grüne Tonne, Lithium-Ionen-Akkus von Handys oder Laptops in die gelbe. Wem das zu aufwendig ist, kann seine Batterien auch einfach wieder in den Laden zurückbringen, in dem er sie gekauft hat. Seit 1998 sind alle Händler und Hersteller in Deutschland zur kostenfreien Rücknahme verpflichtet. Augenscheinlich beschädigte Akkus sollte man aber immer in unserem Wertstoffzentrum in Warngau abgeben.

-Warum?

Martina Peters: Weil von ihnen ein erhöhtes Gefahrpotenzial ausgeht. Deshalb nehmen sie unsere Mitarbeiter in den Wertstoffhöfen genau unter die Lupe. Sollten sie Risse oder Blasen im Akku erkennen, sind sie verpflichtet, die Annahme zu verweigern und den Besitzer an unser Wertstoffzentrum zu verweisen. Nur hier haben wir die Möglichkeit einer technisch einwandfreien Entsorgung.

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-Trotzdem fährt nicht jeder wegen einer Batterie zum Wertstoffhof. Wie lassen sich alte Stromspeicher bis zur Entsorgung zuhause sicher lagern?

Martina Peters: Entscheidend ist ein kühler Ort. Zum Beispiel eine Schublade im Flur. Dann kann eigentlich nichts passieren. Trotzdem sollte man auch bei kleinen Batterien auf Beschädigungen achten. Wenn sie besonders alt sind, können die Chemikalien austreten. Dieses ,Blühen‘ erkennt man dann meist an einer weißen Kruste auf der Außenhülle. Panik muss deshalb aber niemand haben. Anders als bei Hochleistungsakkus kann da nicht viel passieren. Dennoch sollte man solche Batterien bald und richtig entsorgen. Letzteres übrigens nicht nur für den Umweltschutz, sondern auch für eine Wiederverwertung der Rohstoffe.

-Ist da denn wirklich noch so viel zu holen?

Martina Peters: Selbstverständlich. Batterien bestehen zum großen Teil aus Metallen. Auch wenn diese nicht so leicht sichtbar sind wie bei einem alten Fahrrad oder Auto: Sie enthalten wichtige Rohstoffe wie Aluminium, Lithium und Silber. Gerade in Deutschland, wo Bodenschätze eher rar gesät sind, sollte man sorgsam damit umgehen. Wer Batterien in den Restmüll wirft, entzieht sie dieser Wertschöpfungskette. Denn da werden sie ohne Nachsortierung mit verbrannt. Obwohl moderne Verbrennungsanlagen einen Großteil der giftigen Schwermetalle herausfiltern, können immer noch Reste in die Luft gelangen. Auch deshalb gilt: Batterien gehören in einen Sammelbehälter.

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