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Mit Vollgas über die Landstraßen - bei der Rallye 70 des AMC Miesbach werden die Fahrzeuge bis ans Limit gefahren.

Bauausschuss folgt der Einschätzung der Polizei

„Das passt nicht mehr in die Zeit“

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Mit Vollgas über Miesbachs Landstraßen und Fluren: Das verspricht die Rallye, die der AMC Miesbach am Samstag, 23. März, durchführen will. Für die Mitglieder des Bauausschusses ist diese Veranstaltung aber nicht unterstützenswert.

„Das passt nicht mehr in die Zeit“, stellte Dritter Bürgermeister Michael Lechner (FW) in der Sitzung fest. Ein solches Vollgas-Wertungsrennen stelle sogar eine Gefährdung dar. „Außerdem kann es auch sein, dass die Landwirte nach dem schneereichen Winter genau an diesem Termin die Straßen brauchen.“ Mit der Freigabe für das Rennen seien die Straßen für den allgemeinen Verkehr gesperrt.

Ähnlich sah es Zweiter Bürgermeister Paul Fertl (SPD): „Solche Rennen sind aus der Zeit gefallen. Sie waren vielleicht mal normal, als wir jung waren.“ Heute seien andere Aspekte wichtiger. „Die Umwelt wird verpestet, und die Beurteilung der Verkehrspolizei ist auch sehr kritisch ausgefallen. Wir sollten unsere Strecken für Fußgänger und Wanderfreunde offen halten.“

Fertl bezog sich damit auf die Einschätzung der Miesbacher Verkehrspolizei, die eine Durchführung nicht empfahl. Bei den Wertungsrennen werde in Höchstgeschwindigkeit gefahren, ohne die Strecke besonders zu sichern. Daher müsse gewährleistet sein, dass weder Wanderer noch Fußgänger aus der Flur auf die Fahrbahn gelangen. Besonders kritisch bewertete die Polizei die „falsche Signalwirkung“ eines solchen Rennens, das zur Beliebtheit einer solch rasanten Fahrweise beitragen würde. Zudem würde sich dadurch zeigen, dass die Strecke für solche Rennen geeignet sei. Deshalb warnte die Polizei vor Nachahmung. Es bestehe die Gefahr, dass sie auch bei normalem Straßenverkehr als Trainingsstrecke missbraucht werden könnte.

Während Manfred Burger (Grüne) keinen Anlass sah, zuzustimmen, „nur weil jemand einen Antrag stellt“, zeigte sich Bürgermeisterin Ingrid Pongratz (CSU) offen: „Ich sage: warum nicht?“ Vielleicht liege es an ihrer Vergangenheit, mutmaßte die Diplom-Ingenieurin. „Es ist eine abgesperrte Strecke. Besser, es werden dort Rennen gefahren als im Straßenverkehr.“ Mit dieser Haltung stand die Bürgermeisterin letztlich alleine da. Der Bauausschuss lehnte gegen Pongratz den Antrag des AMC ab.

ddy


Lesen Sie auch: So reagiert man beim AMC Miesbach auf die Absage

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