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Vergängliche Idylle: Das Bayerische Verwaltungsgericht hat die Beseitigungsanordnung des Baumhauses an der Badstraße in Miesbach bestätigt.

„Nicht mehr unbedeutend in diesem Sinne“

Baumhaus-Streit: So sieht es das Landratsamt

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Miesbach - Gebäude oder Spielgerät – das ist die Frage, die über die Zukunft von Wolfgang Hubers Baumhaus an der Badstraße in Miesbach entscheidet. Die Antwort des Landratsamts:

Tatsächlich wäre die Holzhütte dann nicht abstandsflächenrelevant, wenn es sich nicht um ein Gebäude im Sinne der Bayerischen Bauordnung handeln würde. Genau davon gehen Landratsamt, der Petitionsausschuss des Landtags und eben auch das Verwaltungsgericht aber aus. „Die Bayerische Bauordnung kennt den Begriff Spielgerät in dieser Form nicht“, erklärt Martin Pemler, Verwaltungsdirektor und Abteilungsleiter Bauen am Landratsamt Miesbach. Lediglich Anlagen, „die der zweckentsprechenden Einrichtung von Spiel-, Abenteuerspiel-, Bolz- und Sportplätzen, Reit- und Wanderwegen sowie Trimm- und Lehrpfaden dienen“, seien verfahrensfrei. Nach dem eindeutigen Wortlaut der Vorschrift würden darunter aber keine Anlagen auf einem privaten Hausgrundstück fallen, so Pemler.

Doch es gibt noch eine zweite Ausnahme zur Einhaltung von Abstandsflächen: die unbedeutende bauliche Anlage. Tatsächlich werden Baumhäuser als solche gewertet, jedoch nur die, „die auf Bäumen errichtet werden, wodurch sich rein faktisch schon eine Größenbegrenzung ergibt“, wie Pemler erklärt. Hubers Baumhaus befinde sich aber nicht auf einem Baum, sondern auf den Stümpfen gefällter Bäume, was von den Abmessungen auch gar nicht anders möglich wäre. Zwar gebe es für „unbedeutende bauliche Anlagen“ keine gesetzliche Größenbegrenzung, jedoch könne ein Spielhaus mit einer Grundfläche von 18 Quadratmeter und Stehhöhe „nicht mehr als unbedeutend in diesem Sinne gesehen werden“. Als Beispiel führt Pemler ein Urteil des Verwaltungsgerichtshofs Baden-Württemberg an, das schon einen Hundezwinger mit 16 Quadratmetern Grundfläche als Gebäude gewertet hat.

sg

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