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Die Mitnahme von Fahrrädern ist bei Kunden der Oberlandbahn mittlerweile beliebt. Doch beim Platzangebot gibt es Einschränkungen.

BOB stellt Maßnahmen vor, die Abhilfe schaffen sollen 

Fahrräder werdem  zum Problem in den Zügen

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Landkreis - Einsteigen, ankommen, losradeln: Mit dem Slogan bewirbt die BOB ihr Angebot für Radler, die das auch gerne nutzen. So gerne, dass es öfter sehr eng wird in den Abteils.

Das Thema ploppte zuletzt bei zwei Sitzungen auf: beim Runden Tisch "Verkehr im Oberland" in Holzkirchen sowie zuletzt im Kreistag. „Fahrrad ist ein ganz großes Thema für uns“, sagte BOB-Geschäftsführer Bernd Rosenbusch, der den Kreisräten einen Sachstandsbericht zum Schienenverkehr im Oberland vorlegte. Dabei stellte er auch den Vier-Stufen-Plan vor, der Verbesserung bei Fahrplan und Infrastruktur vorsieht.

"Ausflügler mit Rad müssen besser berücksichtigt werden."

Die Fahrradmitnahme ist ein kleiner, wenn auch wichtiger Teil davon. Hier müsse die BOB allerdings nachbessern, forderte Fischbachaus Bürgermeister Josef Lechner (CSU) beim Runden Tisch. „Ausflügler, die ihr Radl mitnehmen wollen, müssen besser berücksichtigt werden“, wünschte er sich.

Fabian Amini, bei der BOB als Geschäftsführer für den Bereich Betrieb und Material zuständig, sieht hier momentan allerdings keine großen Spielräume. Aus Sicherheitsgründen müsse man die Anzahl der Fahrräder pro Zug begrenzen. „Erst recht seit dem Unglück von Bad Aibling müssen wir auf Sicherheit achten“, sagte Amini. Ein Rettungsweg in den Abteilen ist demnach immer freizuhalten und dürfe auch nicht kurzfristig zugestellt werden.

"Grundsätzlich besteht kein Anspruch auf Mitnahme von Fahrrädern"

„Wir haben Begrenzungslinien auf den Böden gezogen“, sagte Amini. Es könne also passieren, dass die Fahrgastbetreuer vor Ort entscheiden müssen, dass kein Radl mehr Platz hat. „Grundsätzlich besteht leider kein Anspruch auf die Mitnahme von Fahrrädern“, betonte der Geschäftsführer. Fahrgäste mit Rollstuhl oder Kinderwagen haben Vorrang.

BOB-Geschäftsführer: Radler sollen auf andere Züge ausweichen

Amini empfiehlt Radwanderern, auf Zwischentakt-Züge auszuweichen. Beliebt und oft überfüllt seien die Verbindungen zwischen 9 und 11 sowie 16 und 19 Uhr; am Wochenende sind etwa die Züge ab München (9.05 und 10.05 Uhr) gerne sehr voll. „Die Zwischentakt-Züge um 8.28 und 9.25 Uhr haben dagegen meist viele freie Plätze.“ Dies gelte auch für die Rückfahrt nach München; hier seien häufig etwa die Züge ab Tegernsee um 16.22 und 17.22 Uhr sowie ab Schliersee um 16.34 und 17.34 Uhr so leer, dass eine Fahrradmitnahme kein Problem darstelle.

Nicht alles jedoch lässt sich planen. Auf einen plötzlichen Wettersturz, wenn auf einmal viele Radwanderer zurück in Richtung München wollen, könne man kaum reagieren, betonte der Geschäftsführer.

Im Idealfall müssen die Ausflügler gar nicht ihr eigenes Radl mitnehmen, sondern können an den Zielbahnhöfen bequem ein Fahrrad oder E-Bike ausleihen. „Wir sind in Gesprächen mit Fahrrad-Verleihern“, sagte Amini.

Neue Fahrkarte soll 9-Uhr-Züge entlasten

Um die häufig sehr dicht besetzten „Wandererzüge“ zu entlasten, testet die BOB bereits ein neues Angebot. Seit 11. Juli lässt sich das bekannte „Guten-Tag-Ticket“ erweitern: Wer einen Aufpreis von zwei Euro pro Person bezahlt, darf werktags in BOB und Meridian schon vor 9 Uhr unterwegs sein. Die Regelung gilt auch in Richtung München. Eine Fünfergruppe zahlt damit 51 Euro. „Wir testen dieses Angebot zwei Monate und schauen, ob und wie es wirkt“, sagte Amini.

Im Kreistag kam dann auch noch mal der Wunsch auf, eine bessere Verzahnung mit dem Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) zu schaffen. Der Vorteil wären einheitliche Tickets und bessere Busanbindungen. „Das ist auch Thema in unserer Zukunftswerkstatt Verkehr“, sagte Landrat Wolfgang Rzehak (Grüne). „Ein Beitritt kostet uns nach ersten Schätzungen rund zwei Millionen Euro aus – damit fährt aber noch kein einziger Bus mehr.“ Was die Abstimmung zwischen Straße und Schiene betrifft, berichtete Rosenbusch von einem Pilotprojekt in Schliersee. Das Busunternehmen RVO und die BOB arbeiten daran, ihre Systeme zu verbinden und Echtzeitdaten auszutauschen. Der Vorteil: Busfahrer und Lokführer wären gegenseitig über die Ankunft an den Bahnhöfen informiert und könnten auf Verspätungen reagieren. „Da sind wir dran“, sagte Rosenbusch. „Aber das dauert.“

sh/avh

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