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Die Seniorenbetreuung beim Bayerischen Roten Kreuz in Miesbach sieht einladend aus. Leiterin Monika Bürger (h.r.) hat bei der Gestaltung federführend mitgewirkt.

Ein Besuch in der Dmemenzbetreuung Café Mitanand

So sehen die neuen Räume des BRK in Miesbach aus

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Durch den Umzug des Bayerischen Roten Kreuzes ins Miesbacher Gewerbegebiet Ost hat sich die Demenz-Betreuung verbessert. Jetzt will das BRK seine Fläche sogar noch vergrößern.

Miesbach – Um einen großen Tisch im sonnendurchfluteten Raum haben sich ein paar Damen versammelt und spielen mit den ehrenamtlichen Helferinnen Zsuzsa Gaspar und Adele Jay „Mensch ärgere dich nicht“. In Übergröße. In einem Regel dahinter stehen Körbe mit Bastelmaterial, alle säuberlich beschriftet. In den Ecken des großen Raumes: drei Massage-Sessel. Monika Bürger, Leiterin der Demenzbetreuung des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) in Miesbach, sagt mit einem Schmunzeln: „Die sind für die Gäste, die den ganzen Tag da sind und sich auch mal ausruhen wollen.“

Gleich beim ersten Blick durch den Raum ist klar: DerUmzug des BRK ins Miesbacher Gewerbegebiet Ost hat vor allem der Demenzbetreuung gut getan. Mit den beengten und dunklen Verhältnissen im alten Krankenhaus, wo das Café Mitanand zuletzt untergebracht war, haben diese Räumlichkeiten nichts mehr zu tun.

Kaum zu glauben, dass der Platz, wo jetzt „Mensch ärgere dich nicht“ gespielt wird, zuvor nur Lagerzwecken diente. Dem BRK kam das zugute, wie Kreisgeschäftsführer Robert Kießling sagt: „So haben wir das nach unseren Vorgaben gestalten können.“ Vier große Fenster gen Süden lassen die Strahlen der Mittagssonne durch. Bücherregale und Pflanzen schmücken die Wände. „Wir wollten, dass es so heimelig wie bei Freunden oder der Familie wird“, sagt Bürger. Auch für sie und ihre Mitarbeiterinnen ist das Arbeiten unter diesen Umständen ein anderes.

Alles geht leichter von der Hand. In der geräumigen Küche können auch die Rollstuhlfahrer anpacken, Herd und Spülmaschine lassen sich problemlos im Sitzen aus- und einräumen. „Wir fühlen uns so wohl“, schwärmt Bürger. Anfangs hatte sie Bedenken, ob die Gäste die neue Umgebung gut annehmen würden. Aber auch die fühlten sich gleich pudelwohl.

Einen großen Beitrag dazu geleistet haben die Ehrenamtlichen. Zur Zeit ist die Demenzbetreuung gut besetzt, „zwischendurch fällt aber schon der ein oder andere mal weg“, sagt Bürger. BRK-Chef Kießling hat es gewundert, wie viele beim Café Mitanand dabei sind. Er selbst hat auch mal geholfen. „Ich fand das sehr aufreibend“, erinnert er sich. Umso mehr Anerkennung hat er für die, die mit Liebe und Engagement regelmäßig bei der Sache sind.

Nur mit Liebe lässt sich so ein Umzug natürlich nicht finanzieren. Gelder der Spendenaktion „Leser helfen Lesern“ unserer Zeitung haben dem BRK einige Neuanschaffungen ermöglicht. „Ohne wäre das nie und nimmer gegangen“, ist Kießling sicher. Ein Teil der Spenden ist auch in neue Fahrzeuge geflossen, die den Gästen einen günstigen Transport in die Demenzbetreuung ermöglichen. An drei Tagen in der Woche werden die, die nicht selbstständig kommen können, daheim abgeholt.

Zum Transport von Rollstühlen eignet sich das neue Fahrzeug, mit dem Mario Walter die Senioren abholt, gut.

Wenn der Bedarf steigt, will Bürger das Café auch einen vierten Tag öffnen. Im Moment hat sie auf jeden Fall noch freie Plätze für Senioren. Betreuungsbedürftige Menschen können gerne mal zu einem Schnuppertag vorbeischauen. „Die müssen auch nicht zwingend an Demenz erkrankt sein“, sagt Bürger, die regelmäßig rund 17 Senioren in drei Gruppen betreut.

Den Gang entlang, zwei Türen weiter, befindet sich der Lehrsaal. Hier findet auch die Seniorengymnastik statt. Praktisch für diejenigen, die einen Angehörigen ins Café Mitanand gebracht haben und sich dann sportlich betätigen wollen. Bürger sieht vor allem die Ehefrauen das Angebot nutzen. „Naja, ein paar Quotenmänner gibt’s auch“, sagt sie und lacht.

Mit der neuen Lage sind also alle zufrieden. Und das BRK-Areal wird sogar noch größer. Die freie Fläche im Gebäude rechts neben dem Eingang soll auch dazukommen, wie Kießling verrät. Das BRK hat den Raum angemietet und will ab März – wenn alles nach Plan läuft – einen Kleiderladen eröffnen und zudem der Tafel Platz bieten. Kießling lehnt sich in seinem Stuhl zurück und lächelt zufrieden. Und bei den Senioren nebenan beginnt schon die nächste Runde „Mensch ärgere dich nicht“.

Plätze im Café Mitanand: Wer Interesse an einer Seniorenbetreuung hat, kann sich beim BRK melden unter 0 80 25 / 28 25 29   oder   per   E-Mail    an info@kvmiesbach.brk.de.

nip

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