+
Mehr Platz benötigt: Die Krippe (M.) im Miesbacher Kloster soll erweitert werden. Erste Option ist der Standort der Schuppen (r.). Fallen sie weg, ist auch der nicht sanierte Mittelbau (l.) ein Thema.

Bedarf bei Kinderbetreuung steigt

Miesbach plant Erweiterung der Klosterkrippe - zu Lasten des Museums?

  • schließen

Bei der Kinderbetreuung liegt die Stadt gut im Plan. Doch der Bedarf steigt, und somit müssen die Kapazitäten in absehbarer Zeit ausgebaut werden.

Den Anfang soll die Krippe im alten Kloster machen. Doch die Frage ist: wohin mit dem Anbau?

Das Fortschreiben der Kinderbetreuungsstudie durch die Firma MUC Consulting hat sich für die Stadt Miesbach gelohnt. Wie Zweiter Bürgermeister Paul Fertl (SPD) am Donnerstagabend im Stadtrat berichtete, seien die Prognosen eingetreten. Das bedeutet auch: Die vorhandenen Kapazitäten werden in den kommenden Jahren nicht mehr ausreichen.

Im Krippenbereich sind mit mehr Plätze belegt als genehmigt. Nur durch Platzteilung können die insgesamt 56 Kinder derzeit bei 48 Plätzen untergebracht werden. Mit den zehn Kindern auf der Warteliste liegt der Bedarf bei 66 Krippenplätzen. Ausgelastet ist der Bedarf im Kindergarten, den aktuell 325 Kinder besuchen. Sechs sind in Wartestellung.

Großer Bedarf herrscht dagegen bei der Kleinkindgruppe. 62 Kinder teilen sich die 44 Plätze. Insgesamt werden laut Verwaltung derzeit 69 Plätze benötigt. Entspannt ist die Lage offenbar beim Hort. Dank der Neuorganisation der Mittagsbetreuung an den Grundschulen Miesbach und Parsberg sind aktuell nur 28 Plätze belegt; acht Kinder stehen auf der Warteliste. Die Prognose geht für 2018 jedoch von 57 Kindern aus.

„Bei Krippe und Hort besteht Nachholbedarf“, stellte Fertl fest. Und auch der Kindergarten vertrage mehr Plätze aufgrund der steigenden Buchungszeiten. Deshalb solle zeitnah mit dem Ausbau begonnen werden – zuerst bei der Krippe im Kloster. Dabei beschloss das Gremium mit sieben Gegenstimmen, dass ein Architekt nah Maßgabe des Raumprogramms die Eckdaten und Kosten ermitteln soll. Als Standort sollen die Schuppenreihe geprüft werden.

Für Markus Seemüller sollte jedoch eine weitere Option geprüft werden, die Krippe zu erweitern: und zwar der angrenzende Mittelbau des Klosters. Sie Möglichkeit solle gleich mituntersucht werden. Ein heikler Vorstoß, denn diese Räume sind dem geplanten Museum vorbehalten. Deshalb warnte Fertl auch davor, die Prüfung einer Unterbringung im Mittelbau gleichzeitig vorzunehmen: „Das wird beim Museumsverein für Unmut sorgen. Denn wenn wir innerhalb des Klosters erweitern, dürfte das das Museum ad acta legen.“ Der Grund: Die Flächen wären dann zu klein – mit der Folge, dass die Städtebauförderung, die 40 Prozent der Kosten in Höhe von rund drei Millionen Euro übernehmen soll und sich eh schon zurückhaltend zeige, endgültig aussteigt. Zudem verwies Fertl darauf, dass die Sanierung für die Krippe 250 000 Euro teurer war als ein Neubau. „Und der Mittelbau ist baulich am problematischsten.“

Seemüller war sich dessen wohl bewusst. „Ich will es nicht erleben, dass wir ein neues Krippengebäude hinstellen, und dann kommt doch kein Museum ins Kloster.“ Die Gegenargumente der Ratskollegen – unnötige Planungskosten, schwebendes Verfahren beim Kloster – konnten ihn nicht umstimmen. In der Abstimmung über Seemüllers Antrag fand sich trotz der sieben Stimmen aus den Reihen von FW, CSU und SPD keine Mehrheit. Diese unterstützte im anschließenden Votum den Vorschlag der Verwaltung. Dabei sollen auch etwaige Zuschussmöglichkeiten geprüft werden. Die Ergebnisse sollen in einer der nächsten Stadtratssitzungen vorgelegt und diskutiert werden.

ddy

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

So wird künftig auf dem Habererplatz in Miesbach geparkt
Geplant, aufgemalt – und bald wird abkassiert. Die Linien für die Parkflächen am Habererplatz in Miesbach sind gezogen. In Kürze folgt der Parkscheinautomat.
So wird künftig auf dem Habererplatz in Miesbach geparkt
Zwei Falken landen auf Vogel-Todesfalle
Sie suchten nur einen sicheren Landeplatz - einem Turmfalken kostete das das Leben, ein anderer kämpft ums Überleben. Eigentlich dürfte so etwas gar nicht mehr passieren:
Zwei Falken landen auf Vogel-Todesfalle
Wahlwerbung: So unterschiedlich sind die Bestimmungen in den Gemeinden
Kandidaten-Dschungel in Otterfing, Plakatwände in Holzkirchen: Gut vier Wochen vor der Wahl haben die Spitzenkandidaten ihre Plätze eingenommen - Martin Schulz und …
Wahlwerbung: So unterschiedlich sind die Bestimmungen in den Gemeinden
Zöllner erwischen Familienvater mit Schildkröten - Strafverfahren
Eine Familie aus Frankreich reiste mit dem Auto von der Türkei durch Deutschland heim. Dort gab‘s einen teuren Halt, weil sie gefährliche und geschützte Tierchen dabei …
Zöllner erwischen Familienvater mit Schildkröten - Strafverfahren

Kommentare