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Beeindruckendes Werk: (v.l.) „Bufdi“ Patric Waldmann und Schreiner Peter Mock bauen die Reproduktion des Isenheimer Altars von Elisabeth Biron von Curland in der Miesbacher Apostelkirche im Beisein von Pfarrer Erwin Sergel auf.

„So perfekt wie hier hat es noch nie ausgesehen“

Beeindruckende Kopie: Weltberühmter Altar macht Station in Miesbach

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Ein beeindruckendes Gemälde macht in der Karwoche Station in der Miesbacher Apostelkirche: eine Kopie der Kreuzigungsszene des berühmten Isenheimer Altars. Wie es dazu kam. 

Miesbach – Die Pfeile in Brust und Bein sind Martyrium genug für den Heiligen Sebastian. Da braucht es nicht auch noch eine Schraube, die den Körper des Leidenden durchdringt. Entsprechend vorsichtig geht Schreinermeister Peter Mock zu Werke, als er das vierte Teilstück der Kreuzigungsszene an der Reproduktion des Isenheimer Altars befestigt. Vorsichtig dreht er die Spax in das weiche Holz der Rahmen, die die Gemälde von Künstlerin Elisabeth Biron von Curland in der evangelischen Kirche in Miesbach zusammenhalten sollen. Nichts darf die in Pastellfarben auf Papier gemalten Figuren beschädigen.

Biron von Curland vertraut ihrem Helfer. Als Nachbar ihres Ateliers bei Icking hat er ihr Projekt von Anfang an begleitet. Zwei Mal hat er die Kopie des Isenheimer Altars bereits in der evangelischen Kirche in Wolfratshausen aufgebaut, heuer nun zum ersten Mal in der Miesbacher Apostelkirche. „So perfekt wie hier hat es noch nie ausgesehen“, schwärmt die Künstlerin, als Mock den Heiligen Sebastian in Position gebracht hat. Und auch Pfarrer Erwin Sergel lässt begeistert seinen Blick schweifen. „Das ist in meiner Zeit hier die bisher größte optische Veränderung des Altarraums“, sagt Sergel.

Bei einem Besuch des Museums Unterlinden in Colmar im Elsass bewunderte Biron von Curland erstmals das Werk, das Meister Matthias Grünewald von 1512 bis 1516 für die Spitalkirche der Antoniter zu Isenheim in Tempera und Öl gemalt hat. Als sie der Wolfratshausener Pfarrer dann 2014 um einen Vortrag über den Altar bat, griff sie kurzerhand selbst zum Pinsel. Zwei Monate brauchte sie für die erste Fassung. „Es war eine Meditation über Kunst und Glaube“, sagt Biron von Curland. Jeder Strich habe sie mit immer größerer Bewunderung für Grünewald erfüllt. Schließlich fertigte sie in zweieinhalb Jahren eine detailgetreue Kopie des gesamtes Zyklus auf Leinwand an, die künftig im Kloster Maria Engelport bei Koblenz zu sehen sein wird.

Doch auch die Kreuzigungsszene allein – die so genannte Werktagsseite des Altars – ist beeindruckend. Jede Rippe in Christi geschundenem Körper ist zu erkennen, der Schmerz im Gesicht des trauernden Johannes und die betenden Hände der vor dem Kreuz knieenden Maria Magdalena vermitteln die Botschaft des Werkes, die ursprünglich an die Kranken in den Klöstern gerichtet war: „Ihr leidet furchtbar, aber Christus hat für euch noch mehr gelitten.“

Eines wird dem Betrachter unmittelbar klar: Die Reproduktion des Isenheimer Altars braucht Platz, um zu wirken. Entsprechend schwer tut sich die Künstlerin, eine feste Heimat für sie zu finden. Ältere Kirchen seien meist schon üppig ausgestattet, und in moderne Gotteshäuser passe das Werk nicht hinein. Alternativ könnte sich Biron von Curland eine Aussegnungshalle als Standort vorstellen.

Den ständigen Auf- und Abbau will sie dem vierteiligen Gemälde in Zukunft ersparen. Staffeleien und Schraubzwingen seien nun mal keine Dauerlösung für ein Werk dieser Größenordnung, meint die Künstlerin und wischt mit einem Tuch über die Plexiglasscheibe vor dem Heiligen Sebastian.

Zu sehen

ist die Kopie des Isenheimer Altars in der Apostelkirche in Miesbach noch die gesamte Karwoche über. Am Palmsonntag spricht die Künstlerin um 16 Uhr über ihr Werk, am Karfreitag um 10.30 Uhr hält Pfarrer Erwin Sergel eine Bildpredigt.

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