Franz Mayer ist Vorsitzender der Gemeinschaftswerbung Miesbach (GWM), CSU-Stadtrat und Mitglied bei den Haberern.

Stadtentwicklung Miesbach

Befinden Sie sich in einem Rollenkonflikt, Herr Mayer?

Miesbach - Die Geschäftsleute am Miesbacher Marktplatz müssen sich mehr untereinander austauschen, der Gewerbeverband Miesbach (GWM) ist dafür weniger geeignet. Das hat Citymanager Schorsch Danner in seiner Analyse festgestellt. GWM-Vorsitzender Franz Mayer sieht das nicht viel anders.

Citymanager Schorsch Danner hat im Zuge des Stadtentwicklungskonzepts Miesbach unter die Lupe genommen und dabei festgestellt, dass die Geschäftsleute am Marktplatz einen eigenen Stammtisch gründen sollten, um ihre Interessen vorantreiben zu können (wir berichteten). Der Gewerbeverband Gemeinschaftswerbung Miesbach (GWM) sei dafür weniger geeignet, zumal sich deren Vorsitzender Franz Mayer als CSU-Stadtrat, Gewerbereferent, Hotelier von der Bayrischzeller Straße und Mitglied der Haberer im mehrfachen Rollenkonflikt befinde und sich deshalb nicht zu 100 Prozent für die Belange der Innenstadtgeschäfte einsetzen könne. Unsere Zeitung befragte den GWM-Chef, ob er diese Einschätzung teilt.

-Herr Mayer, Citymanager Danner hat gesagt, dass Sie sich nicht optimal für die Geschäftsleute einsetzen können, weil Sie zu viele Kompromisse machen müssen. Hat er Recht?

Es ist schon so, dass Konflikte bestehen. Wenn im Stadtrat ein für die Geschäftsleute relevantes, nicht öffentliches Thema öffentlich wird, heißt es schon: Warum hast Du uns davon nichts gesagt? Man sieht nicht, dass ich darüber nichts sagen darf.

-Ist es hinderlich, dass Sie eine Pension betreiben und keinen Laden in der Innenstadt?

Als ich die GWM übernommen habe, war gerade das ein positiver Aspekt für die Mitglieder, dass ich aus einer Branche komme, in der ich keinen direkten Mitbewerber habe, gegenüber dem ich durch meinen GWM-Vorsitz einen Vorteil haben könnte. Aus dieser Funktion heraus kam die Aufforderung, für den Stadtrat zu kandidieren.

-Könnte die GWM mehr leisten? 

Das könnte sie sicher, aber die, die momentan die Arbeit machen, sind ausgelastet. Das ist ja eine ehrenamtliche Aufgabe neben dem eigenen Betrieb. Wir stemmen mit dem 1000-Lichter-Glanz und dem Kulinarischen Abend zwei Großveranstaltungen in der Stadt. Die GWM hat rund 80 Mitglieder, die sicherlich Potenzial haben, aber nur sechs bis sieben Leute übernehmen die Organisation. Irgendwann sind die freien Kapazitäten halt erschöpft.

-Sind die Geschäftsleute zu passiv? 

Ich glaube, sie haben schon viele Ideen, aber es fehlt ein wenig der Glaube, dass Stadt und GWM das umsetzen. Deshalb finde ich den Ansatz des regelmäßigen Stammtisches sehr gut. Ich hoffe, dass es ein Selbstläufer wird. Die erste Zeit wird Herr Danner das ja noch begleiten. Das ist wichtig, dass er nicht nur eine Analyse auf den Tisch legt und dann geht, sondern weiter mitanschiebt.

-Sind seine Ansätze hilfreich? 

Ja. Allein schon dieser Blick auf die Parkplätze. Der Ladeninhaber, der vor seinem Geschäft parkt, sieht nur einen Parkplatz. Dass dieser aber 20 Mal genutzt werden könnte pro Tag, sieht er nicht. Das ist aber so, wie wenn die Gäste vor der Wirtschaft stehen müssen, weil Wirt, Küchenpersonal und Bedienungen gerade am Stammtisch gemeinsam essen.

Das Gespräch führte Dieter Dorby.

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