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Zu wenig los am Stadtplatz: Der Waitzinger Bräu, der seit einem Jahr wieder leer steht, könnte ein Publikumsmagnet sein, doch die letzten Wirte scheiterten. Der Stadtrat hofft dennoch, dass sich ein neuer Gastronom finden wird, der Traditionsgasthof und Oberen Markt beleben kann.

Begegnungsstätte statt Traditionsgasthof

Stadt will Waitzinger Bräu schützen

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Der Waitzinger Bräu ist ein Problemfall. Wechselnde Pächter und dazwischen Leerstand haben Eigentümer Korbinian Kohler bewogen, dort eine Begegnungsstätte für Suchtkranke und -gefährdete einzurichten. Der Stadtrat steuert dagegen – mit Bebauungsplanänderung und Veränderungssperre.

Das Interesse ist da, und die Stadt reagiert. In die derzeit leer stehenden Räume des Gasthofs Waitzinger Bräu am Miesbacher Stadtplatz will ein privater Träger eine Kontakt- und Begegnungsstätte für Suchtkranke und -gefährdete sowie deren Angehörige einrichten. Im Stadtrat wurde deshalb am Donnerstagabend einstimmig beschlossen, planungsrechtlich Barrieren zu errichten.

Der Bebauungsplan „Brauereigelände“ wird so geändert, dass im Erdgeschoss die „im Mischgebiet allgemein zulässigen Nutzungen Wohnen, Anlagen für Verwaltungen oder kirchliche, soziale, sportliche und gesundheitliche Zwecke“ ausgeschlossen werden. Büronutzungen sollen im untersten Stockwerk nur ausnahmsweise zulässig sein. Gleichzeitig wurde – ebenfalls einstimmig – eine Veränderungssperre verhängt.

Wie Bauamtsleiter Lutz Breitwieser betonte, liege mit dem Vorbescheidsantrag für die Begegnungsstätte, den der Bauausschuss in seiner Sitzung am Dienstag, 19. März, 16 Uhr, behandeln wird, ein konkreter Vorstoß vor, der sofortiges Handeln erfordere. Grund ist die städtebaulich schwierige Situation am Stadtplatz sowie am angrenzenden Habererplatz. Der Obere Markt, aber auch der Habererplatz brauchen laut Stadtentwicklungskonzept eine Entwicklung, um „ihrer historischen und städtebaulichen Wertigkeit im innerstädtischen Wege- und Strukturgeflecht gerecht zu werden“. Das bedeutet: Belebung, Belebung, Belebung.

Doch genau die könnten reizarme Schaufenster, Betriebe mit niedriger Kundenfrequenz oder Wohnungen im Erdgeschoss nicht leisten. Immerhin gelte es, einen drohenden Abwärtseffekt abzuwenden. Wegen der „Strahlwirkung auf den öffentlichen Raum“ soll eine Gliederung der Nutzung vorgenommen werden. Breitwieser: „Die vorhandene gewachsene Struktur soll gesichert werden.“

Die Stadträte sahen es ähnlich. „Wir müssen den Stadtplatz gemeinsam beleben“, stellte dritter Bürgermeister Michael Lechner (FW) fest und regte an, sich mit Eigentümer Korbinian Kohler zusammenzusetzen, um die Lage zu besprechen. Zumal – wie berichtet – der Waitzinger Bräu kein Selbstläufer ist. Zuletzt scheiterte Tanguy Doron vor einem Jahr beim Versuch, den Traditionsgasthof in Schwung zu bringen. Gleichzeitig sucht Kohler, dem unter anderem das Hotel Bachmair Weissach in Rottach-Egern gehört, nach einem Käufer. Bürgermeisterin Ingrid Pongratz (CSU) unterstützte die Idee eines Gesprächs. Der Vermutung von zweitem Bürgermeister Paul Fertl (SPD), Kohler habe bei der Pacht das „Preisniveau des Tegernseer Tals“ zugrunde gelegt, widersprach Dirk Thelemann (CSU): Man sei den Wirten entgegengekommen.

Markus Baumgartner (CSU), selbst Einzelhändler, begrüßte die Änderung der Nutzungsgliederung: „Man kann mit toten Schaufenstern jede Laufstraße kaputtmachen.“ Läden machten dagegen eine Stadt attraktiv.

ddy


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Kommentar: Lieber warten als den Waitzinger Bräu endgültig aufgeben

Mit dieser Vision startete der letzte Wirt

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