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Gut genutzt werden die beiden Stellplätze für Behinderte am Marktplatz beim Märchenbrunnen.

Stadtentwicklungsausschuss auf Besichtigungstour

Behindertenparkplätze im Praxis-Check

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Parkplätze für behinderte Menschen gibt es in Miesbach einige auf dem Papier, doch das ist ja bekanntlich geduldig. Der Stadtentwicklungsausschuss machte deshalb den Praxis-Check vor Ort und fand einige Stellen zum Korrigieren. Dabei wurden drei zusätzliche Parkplätze geschaffen.

Was als Suche nach einem Ersatz am Marktplatz im Bauausschuss begann, endete mit einer Besichtigungstour des Stadtentwicklungsausschusses. Am Dienstagabend machte sich das Gremium auf den Weg durch die Innenstadt und prüfte eine Vielzahl der 25 Stellplätze für Behinderte. Eine Runde, die sich gelohnt hat. Neben mehreren Anpassungen wurden drei zusätzliche Stellplätze festgesetzt. Als Experten waren neben dem städtischen Behindertenbeauftragten Rudolf Kammbach auch zwei Experten aus der Stadtverwaltung dabei: EDV-Mitarbeiter Stefan Kral, der seine Erfahrungen als Rollstuhlfahrer einbrachte, und Alfred Sterba, der im Winter in den engen Gassen für den Bauhof Schnee räumt.

Marktplatz: Die beiden Behindertenstellplätze am Märchenbrunnen bleiben dort – trotz der Tatsache, dass die Fläche während des Markts am Donnerstag nicht nutzbar ist. Die Idee, die Stelle besser für Fahrradständer zu nutzen, ist damit hinfällig.

Marktwinkl: Dort suchte das Gremium vor allem nach Ersatzflächen für den Markttag. Gut geeignet scheint der erste Stellplatz an der Gaststätte Himmisepp. Sie ist breit genug, um die erforderlichen 3,50 Meter zu bieten. Durch das Einparken vorwärts oder rückwärts ist auch gewährleistet, dass ein Behinderter sowohl als Fahrer als auch als Beifahrer auf der freien Seite aussteigen kann. Dafür wird der Behindertenparkplatz östlich der Handyinsel (Hausnummer 9) aufgelöst. Die Gründe: Der Stellplatz ist zu schmal. Außerdem behindert der hohe Bordstein beim Ein- und Aussteigen. Zudem stellte Bürgermeisterin Ingrid Pongratz (CSU) fest: „Ich gehe da jeden Tag vorbei. Autos von Behinderten parken da nie, andere schon.“ Ebenfalls aufgehoben wird die Entscheidung des Bauausschusses, vor der Hausnummer 1 einen Stellplatz für Behinderte auszuweisen. Hier hatte Sterba interveniert: Er brauche die Fläche im Winter zum Schneelagern.

Habererplatz: Hier soll direkt an der öffentlichen WC-Anlage ein neuer Behindertenstellplatz ausgewiesen werden. Beibehalten werden die vier an der Einfahrt bei der Schlierseer Straße. Pongratz hatte zunächst Zweifel, ob die erforderliche Breite eingehalten wird. Laut Verkehrssachbearbeiterin Nicki Meyer steht mittlerweile aber fest, dass alle vier Stellplätze bestehen bleiben.

Schlierseer Straße: Für das Haus der Gesundheit sind dort an der Nordseite zwei Stellplätze für Behinderte ausgewiesen. Das Problem: Beiden fehlt die erforderliche Breite, und der Bordstein erschwert auf der Beifahrerseite das Ein- und Aussteigen. Die Lösung: Während der hintere Stellplatz bleibt, wird davor liegende aufgehoben und auf die gegenüberliegende Seite verlegt. Dort wird bei der Apotheke der linke Stellplatz umgewandelt.

Stadtplatz:Dort gibt es bislang zwei Stellplätze. Der am Eingang zur Moserpassage wird nach ganz vorne an den Waitzinger Bräu verlegt. Das Gremium monierte nämlich die schwierige Situation in der Kurve. Vorne sei das Auto dagegen gut abgeschirmt. Ebenfalls schwierig ist der zweite, quer angelegte Stellplatz gegenüber bei der Commerzbank. Kopfsteinpflaster, Neigungen, Kanten – all das veranlasste Kral zu der Feststellung: „Ideal ist da gar nichts.“ Mangels besserer Alternativen bleibt der Stellplatz erhalten – allerdings unter Beobachtung der Stadt.

Kirchgasse: Der zweite neue Behindertenstellplatz entsteht dort an der Parkplatzinsel. Der westlich gelegene Außenplatz sei gut anzufahren und biete Platz, so das Gremium.

Heimbucherwinkl: Dort hätte das Gremium gerne einen Stellplatz ausgewiesen, doch alle infrage kommenden Bereiche werden im Winter für den Schnee gebraucht.

Manhardtwinkl: Hier entsteht der dritte neue Stellplatz schräg gegenüber vom Schuhhaus Röhrl. Der östliche Außenparkplatz wird umgewidmet.

Fraunhoferstraße: Der Parkplatz vor dem Geschäft Trachten Jäger war noch ein heißer Kandidat für eine Ausweisung, doch davon nahmen die Ausschussmitglieder Abstand. Der Tenor: Die Straße sei zu eng. Zudem konzentriere sich der Autofahrer an der Einmündung zur Rathausstraße mehr auf den von links kommenden Verkehr statt auf das rechts parkende Fahrzeug. Das mache das Aussteigen für behinderte Fahrer zu gefährlich.

Viele Berechtigungsausweise

Im Stadtgebiet Miesbach gibt es künftig 28 Stellplätze für Behinderte. Um dort parken zu dürfen, braucht es einen Schwerbehindertenausweis, den die jeweilige Kommune ausstellt. In Miesbach besitzen aktuell etwa 100 Bürger eine solche Berechtigung. Wie Verkehrssachbearbeiterin Nicki Meyer erklärt, ist dieser Ausweis auf fünf Jahre befristet und kann nach Ablauf neu beantragt werden. Zudem gibt es für vorübergehende massive Einschränkungen einen Ausweis, der nur für das Stadtgebiet gilt und nur bei entsprechendem ärztlichem Nachweis erteilt wird. Im laufenden Jahr wurden 30 dieser Genehmigungen ausgestellt.

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