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Immer nett lächeln: Ilse Aigner und Katharina Schulze stellen sich den Bürgerfragen im Waitzinger Keller.

Affront gegen Landrat Rzehak?

Bei „Jetzt red i“ in Miesbach: Aigner überrascht mit Äußerung zu Wasserschutzzone

Der BR war mit seinem Diskussionsformat „Jetzt red i“ zu Gast in Miesbach. Ilse Aigner (CSU) und Katharina Schulze (Grüne) stellten sich dem Publikum. Aigner überraschte mit einer Äußerung.

Miesbach – Bevor’s losgeht, wird nochmal durchgewischt, und dazu müssen Wolfgang Rzehak und Ingrid Pongratz gemeinsam die Füße heben, was sie brav erledigen. Ansonsten herrschen im Verhältnis zwischen dem Landrat und der Miesbacher Bürgermeisterin zurzeit bekanntlich Misstöne. Die Erweiterung der Wasserschutzzone für die Stadt München bewegt die Gemüter. Sie ist auch Thema bei der BR-Bürgersendung „Jetzt red i“, die am Mittwochabend in Miesbach zu Gast war – seit Jahren mal wieder. Diesmal stellten sich Ilse Aigner (CSU) und die Grünen-Spitzenkandidatin Katharina Schulze den Bürgerfragen.

Alois Fuchs durfte schon vor fünf Jahren im Bräuwirt bei „Jetzt red i“ ans Mikro. So auch diesmal. Den Biobauer aus der Unteren Wies treiben – berechtigte – Existenzängste um (wir berichteten), er sorgt sich aber obendrein auch um die Entwicklungsmöglichkeiten des gesamten Landkreises, wenn die Wasserschutzzone erweitert wird. Bekanntlich gehört Fuchs auch zum Kreis der Betroffenen, die das laufende Ausweisungsverfahren per Petition an den Landtag stoppen möchten. 

Affront gegen Landrat Rzehak durch Aigner?

Aigner sagt dazu: „Es muss klar sein, dass jeglicher Verdacht von irgendwelchen Abhängigkeiten ausgeräumt ist.“ Sie werde sich das auch als Landtagspräsidentin ansehen. Mancher bewertet dies im Nachhinein als Affront gegenüber Rzehak, dem die Petenten ja Befangenheit unterstellen, weil er vor seiner Wahl beim Münchner Kreisverwaltungsreferat angestellt war – und im Falle seiner Abwahl wieder dorthin zurückkehren kann.

Wasserschutzzone: Aigner widerspricht Landratsamts-Position

Rzehak wird dazu nicht gefragt, dafür Pongratz, die von den Problemen Miesbachs bei der Erweiterung des Gewerbegebiets Nord spricht. Hocherfreut applaudiert die Bürgermeisterin dann, als Aigner bekräftigt, dass sie sich auch als Landtagspräsidentin „weiter aktiv einmischen“ werde. Interessant in diesem Zusammenhang Aigners Aussage, wonach sie eine gerichtliche Prüfung der Münchner Altrechte zur Wassergewinnung im Mangfalltal begrüßen würde. Das Landratsamt sah bisher bekanntlich keinen Weg dahin.

Sauber: Vor der Übertragung wird noch gewischt.

Die Themen können kaum mehr als angeschnitten werden in der Dreiviertelstunde, die der BR aus dem Waitzinger Keller sendet. Gegenüber früheren Terminen im Landkreis, hat sich das „Jetzt red i“-Format gewandelt. Die Sendung wird live ausgestrahlt, und anstatt in Gasthäuser oder Trachtenheime einzuladen, bringt der Sender das komplette Set selbst mit, die Amphitheater-artige Bühne inklusive.

Bevor es losgeht, stimmt Moderator Tilman Schöberl das Publikum ein, bittet um prägnante Statements und den Verzicht auf die Aufzählung von Ämtern, was Verena Assum beherzigt und ohne Nennung ihres JU-Vorsitzes Schulze auf das Thema Flächenfraß und Wohnungsnot anspricht. Die Themen gleichen jenen im Wahlkampf. Sie sind ja nicht weniger dringlich geworden.

Alles dabei: die „Jetzt red i“-Arena.

Auch beim Öffentlichen Personennahverkehr. Max Fischer, Gymnasiast aus Weyarn, fordert dessen Ausbau, und Aigner bekräftigt, dass für die Bestellung des Busverkehrs der Landkreis zuständig ist, Bund und Land finanziell nur unterstützen. Rzehak darf dann doch noch was sagen und fordert: „Die großen Gelder müssen von oben kommen. Bisher lag die Priorität nur auf der Straße.“ Die Priorität auf Schiene und Bus legen, sei eine gemeinsame Aufgabe.

Viele Gäste gehören zu den üblichen Verdächtigen

Nach Ende der Sendung stellen sich die Politikerinnen weiter den Fragen der Bürger. Viele, die gekommen waren, sind Mandatsträger oder übernehmen in anderen Funktionen Verantwortung. Schöberl bittet noch, die Gespräche nicht in die Länge zu ziehen. Der Abbau der „Jetzt red i“-Bühne beginnt.

Die Sendung

ist im Internet auf www.br.de/mediathek
weiterhin abrufbar.

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