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Bereit für den Alpenbus: Kreistag von Miesbach stimmt Expresslinie über fünf Landkreise zu - Start im Juni 2024

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Von: Dieter Dorby

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Ein großer Schritt für eine weite Strecke: Der Alpenbus soll mit zwei aufeinander abgestimmten Linien eine durchgehende Verbindung von Murnau bis Rosenheim schaffen. Vor allem der Berufs- und Pendelverkehr sollen davon profitieren. Grafik: Landratsamt Miesbach
Ein großer Schritt für eine weite Strecke: Der Alpenbus soll mit zwei aufeinander abgestimmten Linien eine durchgehende Verbindung von Murnau bis Rosenheim schaffen. © Grafik: Landratsamt Miesbach

Von München aus breiten sich nicht nur die großen Straßen sternförmig in die Region aus. Auch die Hauptverbindungslinien des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) – sei es Zug, S-Bahn oder Bayerische Regiobahn (BRB) – folgen diesem Prinzip. Was aber fehlt, sind die Querverbindungen zwischen diesen Ästen.

Diese Lücke soll nun der Alpenbus schließen, der in zwei aufeinander abgestimmten Express-Linien die großen Orte zwischen Murnau im Landkreis Garmisch-Partenkirchen und Rosenheim verbinden soll. Miesbach hat als einer von insgesamt fünf involvierten Landkreisen seine Zustimmung gegeben. Die Abstimmung im Kreistag, der am Mittwoch im Seeforum in Rottach-Egern tagte, fiel einstimmig aus.

Wie groß dieser Schritt ist, betonte Verkehrsexperte Peter Schiffmann vom Landratsamt den Kreisräten: „Es ist bemerkenswert, dass die Landkreise bereit sind, so viel Geld in die Hand zu nehmen.“ Für den Landkreis Miesbach ergeben sich aufgrund der zentralen Lage und der hohen Kilometerleistung voraussichtlich Kosten in Höhe von 878 000 Euro pro Jahr. Dabei liegt die Kostenspanne zwischen 830 000 und 926 000 Euro – ohne Förderung. Nach Abzug der Förderung durch den Freistaat Bayern, die von anfangs 65 nun bei 50 Prozent des Defizits im vierten Jahr liegen soll, sind es rund 350 200 Euro pro Jahr im Mittelwert.

Verbindung über fünf Landkreise: Vor allem der Berufs- und Pendelverkehr soll vom neuen Alpenbus profitieren.
Verbindung über fünf Landkreise: Vor allem der Berufs- und Pendelverkehr soll vom neuen Alpenbus profitieren. © Grafik: Landratsamt Miesbach

Fahrgeldeinnahmen sind laut Schiffmann bei den Abschätzungen noch nicht berücksichtigt. Konservativ geschätzt, liege die Kostendeckung im ersten Betriebsjahr bei zehn bis 15 Prozent und bei bis zu 25 Prozent ab dem vierten Betriebsjahr. Allerdings sei auf touristisch interessanten Routen zwischen Bad Tölz und Gmund sowie Rosenheim und Gmund eine durchaus bessere Einnahmesituation denkbar.

Strecke in zwei Abschnitte unterteilt

Die Linie ist in zwei Abschnitten vorgesehen. Der West-Ast des Alpenbusses reicht von Murnau über Penzberg nach Bad Tölz. Der Ost-Ast führt von Bad Tölz über Waakirchen, Gmund, die Oedberglifte und Agatharied nach Miesbach und weiter nach Rosenheim. Zusätzlich gibt es an Werktagen im zweistündigen Wechsel Expressfahrten von Tölz über Greiling und Reichersbeuern nach Miesbach. Am Wochenende ist der Tegernsee im Stundentakt angebunden.

Für den West-Ast sind drei Fahrzeuge nötig, für den Ost-Ast mit den verschiedenen Schleifen sechs. Die Kosten für jeden der beteiligten Landkreise berechnen sich auf Grundlage der gefahre-nen Kilometer. Vorgesehen ist ganztägig ein durchgängiger 60-Minuten-Takt.

Lange Vorlaufzeit

Obwohl diese Buslinie einen großen, weil landkreisübergreifenden Schritt darstellt, gab es noch ein paar Begehrlichkeiten. So bedauerte es Elisabeth Janner (Grüne), dass der letzte Bus bereits um 20 Uhr losfahren soll. Schiffmann erklärte dies damit, dass die Grundausrichtung der Berufs- und Pendelverkehr sei. Das Erstaunen von Paul Fertl (SPD), dass man im Frühjahr 2022 mit den Vorbereitungen anfangen müsse, um dann erst voraussichtlich im Juni 2024 starten zu können, konnte Schiffmann nachvollziehen. Er verwies aber auf das Vergaberecht und die Chance für Transportunternehmen, die ihre Kapazitäten erst darauf ausrichten müssen.

Der Alpenbus wird einen eigenen „Alpenbus Tarif“ bekommen, der bei Tarifbestimmungen und Tarifstruktur sehr stark an den MVV-Tarif angelehnt ist. Das soll die Diskussion über die Anerkennung spezifischer MVV-Tarife vermeiden. Ein zukünftiger Übergang des Alpenbus-Tarifs in den MVV-Tarif wird somit beim geplanten MVV-Beitritt erleichtert.

ddy

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