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Der Lauf des Wassers: Wenn der Kanal (rote Linie) die Wassermassen des Augrabens nicht mehr ableiten kann, soll künftig ein Bypass (blaue Linie) die Anwesen Am Geiger in Bergham vor Überflutung schützen.

Hochwasserschutz

Bergham bekommt Entlastungsgerinne am Augraben

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In Sachen Hochwasserschutz tut sich etwas im Miesbacher Ortsteil Bergham. Der Stadtrat hat dem Beginn für die Ableitung am Augraben, der im Norden der Siedlung verläuft, zugestimmt.

Miesbach – Die Maßnahme steht gewissermaßen in den Startlöchern. Derzeit liegt die Planung zur Bypass-Lösung beim Landratsamt und wartet auf ihre Genehmigung. Liegt diese vor, soll es losgehen. Geplant ist eine Rohrleitung, die den Aubach im Nordosten (Am Geiger) im Falle einer Hochwassersituation entlasten kann. Diese Leitung führt das Wasser unter den Feldern zum nördlich der Vogelherdstraße verlaufenden Bachbett und nimmt unterwegs im Fall der Fälle über Gitter auch das Wasser auf, das von den nördlich gelegenen Höfen in den Ort fließt. Auf diese Weise wird verhindert, dass das nicht mehr zu fassende Wasser über die Straßen unkontrolliert nach Bergham hineinfließen kann.

Dafür übernimmt die Stadt auch das Finanzierungsrisiko. Die Förderung ist derzeit zwar beim Wasserwirtschaftsamt in Rosenheim beantragt, jedoch steht jetzt schon fest, dass die Baugenehmigung früher erteilt werden wird. Bis zur Bewilligung der Förderung will die Stadt jedoch nicht warten. Sie hat deshalb auch den vorzeitigen Beginn der Maßnahme beantragt, um möglichst bald ausschreiben zu können. Dem hat das Wasserwirtschaftsamt zugestimmt. Voraussetzung: Die Stadt übernimmt das volle Finanzierungsrisiko.

Während man den Aubach so in den Griff bekommt, bleibt das Problem des Fellerbachs, der die Siedlung von Süden her erreicht, ungelöst. Bislang scheitern Lösungsansätze an fehlenden Grundstücken. Der betreffende Landwirt lehne solche Maßnahmen ab, erklärte Bürgermeisterin Ingrid Pongratz (CSU) im Stadtrat. Sie schlug deshalb vor, das Planfeststellungsverfahren fortzusetzen und abzuwarten.

Markus Seemüller (FW) erklärte dagegen die Situation des Landwirts: „Er fühlt sich von allen Seiten unter Druck gesetzt.“ Seemüller wolle mit ihm weiterhin in Kontakt bleiben. Die Stadt solle sich weiterhin konsequent mit dem Hochwasserschutz beschäftigen.

Zweiter Bürgermeister Paul Fertl (SPD) erhöhte dagegen den Druck und verwies ausdrücklich auf das Grundgesetz: „Eigentum verpflichtet“, betonte er mit Blick auf Artikel 14, der zwar das Eigentum schützt, aber Enteignungen im Sinne des Allgemeinwohls legitimiert.

ddy

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