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Wieder Thema im Landtag: die Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee und deren früherer Verwaltungsratsvorsitzender, Ex-Landrat Jakob Kreidl

Bericht im Landtag zur Sponsoringaffäre

Kreissparkasse bleibt auf 22.300 Euro sitzen

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Landkreis - Die Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee bleibt nach Abschluss der Sponsoring-Affäre auf einem Schaden von rund 22 300 Euro sitzen. Das geht aus einem am Mittwoch im Innenausschuss des Landtags veröffentlichten Bericht hervor.

Anlass für den Bericht war eine landesweite Schwerpunktprüfung zu Spenden und Sponsoring bei den bayerischen Sparkassen. Bekanntermaßen hatten die Vorkommnisse im Landkreis Miesbach 2014 hohe Wellen geschlagen und den damaligen Landrat Jakob Kreidl seine Wiederwahl gekostet. Mit Blick auf Miesbach fiel der Bericht diesmal eher versöhnlich aus. Kreissparkasse wie Landkreis hätten aus den Fehlern von damals gelernt und alles unternommen, um ihre finanziellen Ansprüche geltend zu machen.

Wie berichtet, hatte sich die Kreissparkasse bereits im Oktober vergangenen Jahres mit ihren Versicherungen geeinigt. Diese überwiesen der Bank für die durch Managementfehler entstandenen Schäden pauschal rund zwei Millionen Euro. Langwierige und teure Prozesse mit ungewissem Ausgang waren damit vom Tisch. Wie nun im Landtag bekannt wurde, leisteten ehemalige Vorstands- und Verwaltungsratsmitglieder zudem freiwillige Rückerstattungen in Höhe von 10 700 Euro. Für die Kreissparkasse bleibt damit letztlich ein Schaden von 22 300 Euro. Letzte große Herausforderung ist jetzt noch der Verkauf des Tegernseer Psallierchors. Hier sind neue Gespräche mit dem Ordinariat vereinbart.

Was die Forderungen des Landkreises betrifft, so hat es bis Ende vergangenen Jahres zwei Vergleiche mit dem ehemaligen Landrat gegeben. Laut Bericht zahlte Kreidl eine Summe im insgesamt niedrigen fünfstelligen Bereich. Einen Teil – 3000 Euro – machten seine umstrittenen Dienstreisen aus. Das Finanzamt wiederum erstattete zu viel entrichtete Lohnsteuer im Zusammenhang mit der Feier zu Kreidls 60. Geburtstag. Auch hier handelt es sich um einen Betrag im niedrigen fünfstelligen Bereich.

Offen sind jetzt nur noch Forderungen gegen vier ehemalige Verwaltungsräte, darunter den früheren Vizelandrat Arnfried Färber. Sie sollen zu viel gezahlte Aufwandsentschädigungen aus ihrer Verwaltungsratstätigkeit für die Kreissparkasse zurückerstatten. Im Grunde sei man sich einig, heißt es dazu aus dem Landratsamt. Bislang stand aber noch eine Bewertung der Regierung aus, inwieweit Netto- oder Bruttobeträge angesetzt werden müssen. Inzwischen liegt deren Einschätzung vor, „die Sache sollte also in Kürze erledigt sein“, so das Landratsamt.

Weiter offen ist in der Sponsoringaffäre dagegen die strafrechtliche Komponente. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft dauern an.

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