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Bereit für Bälle, Kästen und Matten: Die Berufsschulturnhalle in Miesbach ist wieder für den Sport freigegeben.

Nach Nutzung durch Asylbewerbern

Berufsschulturnhalle fertig saniert: Sportler können wieder trainieren

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Zwei Jahre nach dem Auszug der Asylbewerber steht die Miesbacher Berufsschulturnhalle wieder für den Sport zur Verfügung. Die Sanierung hat länger gedauert als gedacht. 

Miesbach – Sind die Möbel erst mal raus, wird aus einer kleinen Renovierungsaktion nicht selten ein mehrmonatiges Großprojekt. Denn je genauer man hinschaut, desto mehr Schäden tauchen auf. Was wohl jeder Hausbesitzer schon mal erlebt hat, musste nun auch der Landkreis erfahren. Fast zwei Jahre sind seit dem Auszug der letzten Asylbewerber aus der Miesbacher Berufsschulturnhalle vergangen. Erst Anfang Februar konnten die Schüler und Vereinsmitglieder ihre sportliche Heimat wieder beziehen. Und das, obwohl die Sanierung laut Landratsamt schon im März 2017 hätte abgeschlossen werden sollen.

„Die Arbeiten waren umfangreicher, als zunächst angenommen“, begründet Birger Nemitz, Pressesprecher des Landratsamtes, die Verzögerung. Zum Teil habe es für manche Arbeiten – beispielsweise im Sanitärbereich – nur wenige und damit zu teure Angebote gegeben. Dies habe eine erneute Ausschreibung notwendig gemacht. Zeitaufwendig sei auch die Abnahme der Notlichtanlage durch einen Gutachter gewesen.

Die Liste der erledigten Arbeiten ist lang. Folgende Punkte zählt Nemitz auf: Desinfektion der Sporthalle, Trocknungsarbeiten, Hygienesanierung der Lüftungsanlage, Sanierung der Bodenbeläge, Prallwände und Duschen samt Neueindichtung der Bodenabläufe, Erneuerung der Sanitärgegenstände, Malerarbeiten, Sanierung von Möbeln wie Ballschränke, Ertüchtigung von Brandschutzmängeln, Einbau der zusätzlichen Fluchttüren sowie eben die Komplettsanierung besagter Notlichtanlage.

Nicht alle der behobenen Mängel seien auf die Nutzung durch Asylbewerber zurückzuführen, betont Nemitz. Wie berichtet, diente die Zweifachhalle im Rahmen des Notfallplans der Regierung von Oberbayern vom 12. Juli 2015 bis 29. Februar 2016 als Unterkunft für bis zu 300 Flüchtlinge. Man müsse auch bedenken, so der Pressesprecher, dass es sich um ein 30 Jahre altes Gebäude handle, an dem nun mal bestimme Schäden auftreten könnten. Ein Reparaturbedarf also, der auch ohne eine Belegung mit Asylbewerbern angefallen wäre.

Viele Arbeiten seien im Zuge der Sanierung gleich miterledigt worden. Beispielsweise habe man eine Sprossenwand nicht nur repariert, sondern auch gleich die Wand dahinter gestrichen. Auch die Waschbecken im Bad hätte man nach wohl sonst noch nicht erneuert. Dies müsse man bei Betrachtung der Kosten berücksichtigen.

Auf 245 000 Euro hätten sich die Renovierungsarbeiten am Ende summiert. 67 000 Euro seien als reiner Bauunterhalt zu werten, 34 000 Euro seien in die Brandschutzertüchtigung geflossen. 61 000 Euro  hätte die Regierung von Oberbayern als „unstrittig“ eingestuft und direkt an die Handwerker gezahlt. Bleiben noch 81 600 Euro für die Anmietung von Ersatzräumen für den Sportbetrieb während der Schließung der Halle. Hier habe die Regierung bislang nur die Kosten für den Zeitraum der Unterbringung der Asylbewerber von 21 000 Euro erstattet, so Nemitz. „Wir sind aber der Meinung, dass hier noch eine höhere Erstattung verhandelt werden kann.“

Zufrieden zeigt man sich am Landratsamt hingegen mit der Kooperation der Nutzer der Halle. So hätten sich die Staatliche Berufsschule, das Berufliche Schulzentrum, aber auch die Vereine wie TV, SV, FSG und TEV Miesbach sowie SV Parsberg und TSV Schliersee gut mit der Situation arrangiert und die Zeit des Hallenausfalls durch „Zusammenrücken“ in den Hallen der Realschule und des Gymnasiums Miesbach überbrückt. „Die Vereine haben sich gegenseitig ausgeholfen und Zeiten abgegeben. Ein gutes Miteinander hat hier für einen reibungslosen Ablauf gesagt“, lobt Landkreis-Sportreferentin Barbara Hermann. Den Ausfall an Nutzungsentgelten in Höhe von 11 650 Euro habe der Landkreis erfreulicherweise von der Regierung erstattet bekommen, sagt Nemitz.

Dass erneut Turnhallen mit Asylbewerbern belegt werden, schließt Landrat Wolfgang Rzehak aus. „Das wird es mit mir als Landrat nicht geben“, macht er deutlich. Der Freistaat müsse jetzt seine Hausaufgaben machen und eine gewisse Reserve vorhalten. Wie berichtet, hatte die Regierung im Juni 2016 die Landratsämter angewiesen, alle prekären Unterbringungsformen wie Turn- oder Traglufthallen aufzulösen. Der Notfallplan besteht zwar noch, ist aber nicht aktiviert.

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