Eine Eiche zu Ehren des Künstlers Joseph Beuys hat die Stadt Miesbach – vertreten durch (v.l.) Kulturamtsleiterin Isabella Krobisch, Kulturreferentin Verena Assum und Bürgermeister Gerhard Braunmiller – am Waitzinger Keller pflanzen lassen. Dazu gehört der Basaltstein, der im Rahmen der bundesweiten Aktion als Wächter fungiert.
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Eine Eiche zu Ehren des Künstlers Joseph Beuys hat die Stadt Miesbach – vertreten durch (v.l.) Kulturamtsleiterin Isabella Krobisch, Kulturreferentin Verena Assum und Bürgermeister Gerhard Braunmiller – am Waitzinger Keller pflanzen lassen. Dazu gehört der Basaltstein, der im Rahmen der bundesweiten Aktion als Wächter fungiert.

Kreisstadt beteiligt sich an bundesweiter Pflanzung

Besondere Aktion in Miesbach: Eiche und Basaltstein zu Ehren von Joseph Beuys

  • Dieter Dorby
    VonDieter Dorby
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Miesbach – Manchmal ist ein Baum mehr als nur ein Sauerstoff und Schatten spendendes Gehölz. Im Fall der frisch gesetzten Eiche an der Ecke Schlierseer-/Susanna-Waitzinger-Straße in Miesbach handelt es sich um ein Kunstwerk – zu Ehren des 1986 verstorbenen Künstlers Joseph Beuys.

Der Aktionskünstler, Bildhauer, Zeichner, Kunsttheoretiker und Professor der Kunstakademie Düsseldorf, der zu den einflussreichsten Künstlern des 20. Jahrhunderts zählt, wäre heuer am 12. Mai 100 Jahre alt geworden. Ihm zu Ehren findet die bundesweite Aktion der Eichenpflanzung statt, bei der in verschiedenen Regionen insgesamt 64 Basaltsteine – einer für jedes seiner Lebensjahre – neben frisch gepflanzten jungen Eichen platziert werden.

„Diese Aktion“, so erklärt Miesbachs Kulturamtsleiterin Isabella Krobisch, „erinnert an eines der bekanntesten Gesamtkunstwerke von Joseph Beuys. Zur ,documenta 7‘ 1982 pflanzte er in Kassel den ersten von 7000 Bäumen und setzte eine Basaltstele daneben. 1987, zur ,documenta 8‘, wurde der letzte mit einer Basaltstele genau neben die erste Eiche vor dem Fridericianum in Kassel gepflanzt.“ Das Museum Dasmaximum in Traunreut initiierte 2015 die Eichenpflanzung zu Ehren von Beuys. Zum 100. Geburtstag schließt sich das Netzwerk Stadtkultur Bayerischer Städte, dem Miesbach seit 25 Jahren angehört, mit gemeinsamen Pflanzungen an.

Der Basaltstein steht laut Krobisch für Dauer und Widerstandskraft, die Eiche mit ihren frischen Blättern für neues, erwachendes Leben. Das Bäumchen an der Südostseite des Waitzinger Kellers sei ein doppeltes Hoffnungszeichen: „Als zukunftsweisendes Gemeinschaftsprojekt im Sinne einer sozialen Plastik und als Trostpflaster für den Verlust der vielen Bäume und Gehölze rund um den Waitzinger Keller, die wegen des Asiatischen Laubholzbockkäfers entnommen wurden.“

ddy

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