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Die Absolventen mit Vertretern der Schule und Ehrengästen. 

Fußball-Vergleich sorgt für Lacher

Besser als „Die Mannschaft“: BOS-Schüler feiern ihren Abschluss

36 Schüler der Berufsoberschule (BOS) Miesbach traten heuer zum Abitur an. Alle haben bestanden. Und das haben sie nun gebührend gefeiert - im Freilichtmuseum in Fischhausen.

Fischhausen/Miesbach – 36 Schüler der Berufsoberschule (BOS) Miesbach traten heuer zum Abitur an. 21 davon nahmen es mit den Prüfungen zur Fachhochschulreife in der 12. Klasse auf, 15 mit denen zur fachgebundenen oder allgemeinen Hochschulreife in der 13. Klasse. Das Erfreuliche: Alle haben bestanden. Ein Festtag, der nun im Freilichtmuseum in Fischhausen gefeiert wurde.

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Dieser Satz wäre passend, wenn man die Schule als Vergnügen ansehen würde. Auch wenn der ein oder andere der Absolventen das vielleicht nicht so sieht, stimmt es. Denn die 36 Berufsoberschüler, die heuer ihr Abitur erlangten, absolvierten zunächst eine Ausbildung, ehe sie sich dazu entschlossen, erneut die Schulbank zu drücken und ihr Abitur nachzuholen.

Während der Zeit an der BOS in Miesbach hätten vor allem Zielstrebigkeit und Engagement die Schüler ausgezeichnet, attestierte ihnen die stellvertretende Schulleiterin Cornelia Taube. „Der Weg ins Studium steht Ihnen jetzt offen“, sagte sie bei der Abschlussfeier zu den Abiturienten und fügte hinzu: „Sammeln Sie Ihre Erfahrungen, gehen Sie auch ins Ausland – aber kommen Sie bitte wieder zurück, denn wir brauchen Sie hier in der Region als Führungskräfte.“ Es gebe doch nichts Schöneres, „als dort zu arbeiten, wo andere Urlaub machen“, ergänzte Schulleiter Martin Greifenstein mit einem Augenzwinkern. Die Leistungen der jungen Leute bezeichnete er als „außergewöhnlich“. Es sei gewiss nicht einfach, „nachdem man eine Ausbildung absolviert hat, noch mal in die Schule zu gehen“.

Landrat Wolfgang Rzehak eröffnete seine Rede mit einem Kompliment. „Diese Schule ist wirklich sehr familiär“, sagte er. Schulische Leistungen würden viel aussagen, „aber nicht alles. Hier werden auch Werte wie Menschlichkeit gelebt.“ Miesbachs Bürgermeisterin Ingrid Pongratz verglich das Abitur der 36 Absolventen mit dem ersten Schultag: „Damals wart Ihr stolz, eine Schultüte zu haben. Dann habt Ihr gearbeitet und seid erneut zurück in die Schule. Jeder von Euch hat sich heute wieder eine große Schultüte verdient.“

Für die Lacher des Abends sorgte im Anschluss der Fördervereinsvorsitzende Heinrich Rath. In Gedicht-Form verglich er das Abschneiden der Abiturienten mit dem der Fußball-Nationalmannschaft bei der WM in Russland. Als klarer Sieger gegen „Die Mannschaft“, wie sich die Vorrunden-Aus-Elf von Bundestrainer Löw nennt, gingen in seinen Versen die 36 Absolventen hervor. Um im Fußball-Jargon zu bleiben, gratulierte Rath der Besten Bayerns im Bereich Sozialwesen zum „Eins zu Eins“.

Pia Kruszewski, die ihr Abitur mit einem Schnitt von 1,1 abschloss und noch nichts von ihrem Platz auf dem Sozialwesen-Abitur-Thron in Bayern wusste, fehlten die Worte. Während sie – noch immer ungläubig – die Frage, wie sie das gemacht habe, mit den Worten „Ich glaube, dass ich gelernt habe“ beantwortete, kullerten Tränchen über ihre Wangen. Freudentränen. Die ganze Last der stressigen Prüfungswochen fiel in diesem Moment von ihr ab – wie wohl von allen anderen Absolventen an diesem Abend auch.

Von Philip Hamm

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