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Bevölkerungszuwachs im Landkreis Miesbach: 6,5 Prozent bis 2041 erwartet

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Das Durchschnittsalter der Landkreisbürger soll bis 2041 weiter steigen.
Einen Blick in die Ferne – das wagt auch das Bayerische Landesamt für Statistik mit seiner Vorausberechnung. Das Durchschnittsalter der Landkreisbürger soll weiter steigen. Unsere Aufnahme zeigt den Ausblick von der Kreuzbergalm auf den Schliersee. © Thomas Plettenberg

Vorausberechnungen des Bayerischen Landesamts für Statistik zeigen, wie sich die Bevölkerungszahl im Landkreis Miesbach bis zum Jahr 2041 voraussichtlich entwickelt.

Landkreis – Ziemlich genau 100 000 Einwohner leben derzeit im Landkreis Miesbach. Bis zum Jahr 2041 sollen es 106 500  sein – das jedenfalls ergibt die Vorausberechnung des Bayerischen Landesamts für Statistik. Jährlich werten die Mitarbeiter in Fürth Daten und Wahrscheinlichkeiten aus, um für die jeweils nächsten 20 Jahre eine Prognose zu erstellen.

Bevölkerung wächst überdurchschnittlich

Im bayernweiten Vergleich liegt Miesbach mit einem Plus von 6,5 Prozent dabei etwas über dem durchschnittlichen Bevölkerungswachstum, der für den gesamten Freistaat auf 5,4 Prozent prognostiziert wird. Das liegt allerdings weniger an steigenden Geburtenzahlen, sondern maßgeblich am erwarteten Zuzug. Die „natürliche Bevölkerungsentwicklung“ wird mit einem Minus von 8,3 Prozent vorausberechnet. Heißt: Würde man lediglich Geburten und Sterbefälle gegeneinander aufrechnen, hätte der Landkreis im Jahr 2041 nur noch 91 700 Einwohner. Allerdings rechnen die Statistiker mit einem Plus von 14,8 Prozent durch die „räumliche Bevölkerungsentwicklung“. Dank der positiven Differenz zwischen Zu- und Abwanderungen dürften in den kommenden 20 Jahren also 14 800 Bürger hinzukommen – verrechnet ergibt das den Wert von 106 500 Einwohnern.

Durchschnittsalter steigt moderat

Ausgehend von einem Durchschnittsalter von 45,5 Jahren zum Stichtag 31. Dezember 2021 geht das Landesamt von einem leichten Anstieg aus. Im Jahr 2041 sollen die Landkreisbürger im Schnitt 46,7 Jahre alt sein. Interessant ist dabei aber die Aufteilung in Altersgruppen: Die Statistik geht von etwas mehr Kindern und Jugendlichen bis einschließlich 15 Jahre aus. Bis 2041 steigt deren Zahl um 1000 auf 15800. Auch die Zahl der älteren Landkreisbürger über 60 Jahre steigt: Diese Gruppe wächst von 30 000 auf 36 000 deutlich stärker. Derweil sinkt aber die Zahl derer, die zwischen 16 und 59 Jahre alt sind, leicht um 200.

Die Bevölkerungsentwicklung im Landkreis Miesbach als Liniendiagramm.
Prognose für 20 Jahre: Die Bevölkerung wächst, das Durchschnittsalter steigt moderat. Die Alten- und Jugendquotienten zeigen die Schere zwischen alt und jung. © Quelle: Bayerisches Landesamt für Statistik / Grafik: Münchner Merkur

Im Ergebnis bleibt das Durchschnittsalter (siehe Grafik) relativ konstant. Allerdings öffnet sich die Schere zwischen jüngeren und älteren Bürgern – das Mittelfeld schrumpft indes.

Verschiebung in Alten- und Jugendquotienten

Diese Entwicklung wird in den Alten- und Jugendquotienten noch deutlicher. Letzterer beschreibt für den Landkreis Miesbach eine steigende Anzahl der Null bis 19-Jährigen je 100 Personen im Alter von 20 bis 64 Jahren. So gab es im Jahr 2021 31,6 Kinder und Jugendliche pro 100 Erwachsene bis 64. Bis zum Jahr 2041 sind es statistisch 34,4 Kinder und Jugendliche.

Parallel dazu steigt die Anzahl der 65-Jährigen und Älteren je 100 Personen im Alter von 20 bis 64 Jahren enorm. Aktuell gibt es 39 Personen, die 65 Jahre oder älter sind, pro hundert Erwachsene unter 65. Im Jahr 2041 sollen es 50,4 pro 100 sein.

Anteil der Geschlechter fast unverändert

Die Chancen, den passenden Partner im Landkreis kennenzulernen, steigt weder für Männer noch für Frauen – jedenfalls was die Aufteilung betrifft. 2041 sollen nach Angaben des Landesamts für Statistik 49,6 Prozent der Einwohner männlich und 50,4 Prozent weiblich sein. Im Jahr 2021 waren 48,9 Prozent Männer, die nur leicht größere Mehrheit war mit 51,1 Prozent weiblich. Zumindest in diesem Bereich stehen also keine Neuerungen ins Haus.

Landesamt für Statistik ordnet Zahlen ein

Das Bevölkerungswachstum in Bayern und damit auch im Landkreis sei „in erster Linie auf die Wanderungsgewinne zurückzuführen, die der Freistaat vor allem gegenüber dem Ausland erzielt“, erklärt das Landesamt (wir berichteten im überregionalen Teil). Neben der kontinuierlich hohen Zuwanderung aus EU-Ländern trage in den vergangenen Jahren auch die Fluchtzuwanderung zu dieser Entwicklung bei – „so auch seit dem Frühjahr 2022 durch den Krieg in der Ukraine“. Allein im Landkreis Miesbach sind seither weit über 1000 Geflüchtete aus der Ukraine angekommen.

„Die Folgen des demographischen Wandels werden in den kommenden Jahren auch in Bayern immer deutlicher zu spüren sein“, erklären die Statistiker weiter. Die Bevölkerung werde insgesamt älter. Allerdings bedürfen die Zahlen einer richtigen Einordnung: „Bevölkerungsvorausberechnungen sind Modellrechnungen.“ Sie basieren auf der vergangenen Entwicklung, aktuellen Trends und werden in die Zukunft fortgeschrieben.

Auch für die Gemeinden im Landkreis Miesbach hat das Bayerische Landesamt für Statistik die Entwicklung der Einwohnerzahlen berechnet.

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