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Spielend lernen: Durch lebensnahes Experimentieren sollen Schüler die Scheu vor Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik verlieren.

Bewerbung zur Mint-Region abgelehnt

Jetzt muss es der Landkreis allein schaffen

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Es hat nicht geklappt: Der Landkreis Miesbach hat das Mint-Förderprogramm des Freistaats verpasst. Chance vertan? Nein, sagen Bildungsregionskoordinator Michael Pelzer und Miesbachs Gymnasiumsleiter Rainer Dlugosch.

Glaubt man dem bayrischen Kultusministerium, hat diese Idee schon viele Menschen überzeugt: Um Schüler für die Themenbereiche Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik – diese bilden das Kunstwort Mint – zu begeistern und so neue Fachkräfte auszubilden, hat der Freistaat ein Förderprogramm entwickelt. Auch der Landkreis hat sich beworben, um eine von acht Mint-Regionen zu werden (wir berichteten). Vergeblich. Den Zuschlag erhielten die Landkreise München und Dachau. Sie teilen sich nun eine Management-Stelle im Landratsamt München.

Im Landkreis herrscht dagegen eine gewisse Tristesse. „Wir haben uns viel Arbeit gemacht mit unserer Bewerbung“, sagt Geschäftsführer Alexander Schmid, dessen Standortmarketing-Gesellschaft des Landkreises die Bewerbung auf den Weg gebracht hatte. Am Ende hätten „regionalpolitische Gründe“ die Entscheidung pro München/Dachau ausgemacht.

Michael Pelzer, der als Koordinator der Bildungsregion Landkreis Miesbach ebenfalls involviert ist, will die Idee dennoch weiter fortsetzen. „Bei der Mint-Förderung ging es um eine Stelle, die für zwei Jahre vom Ministerium bezahlt wird“, erklärt Weyarns ehemaliger Bürgermeister. Die Absage sei jedoch kein Ausschlusskriterium, auch wenn mann damit einiges hätte aufbauen können – wie das Schülerforschungszentrum, das Rainer Dlugosch, Leiter des Miesbacher Gymnasiums, gerne im Alten Krankenhaus etablieren würde (wir berichteten). Mit dieser Einrichtung soll die Begeisterung für Mint-Fächer schulübergreifend im Landkreis geweckt werden soll.

Pelzer sieht in dieser Idee großes Potenzial, da sie das Ziel der Bildungsregion, die Qualität der Bildung vor Ort zu verbessern, unterstützen und bereichern würde. Zudem liege das Alte Krankenhaus als Standort in nächster Nähe von Realschule und Gymnasium. „Die Lage ist genial.“

Doch damit es Fortschritte beim Schülerforschungszentrum geben kann, ist laut Pelzer ein gesellschaftlich breites Interesse notwendig: „Wir brauchen Überzeugung.“ Daher sei es nun von zentraler Bedeutung, viele Menschen für diese Idee zu gewinnen. Es gelte vor allem, die anderen Schulen mitzunehmen, Unternehmen einbinden und – nicht zuletzt – Investoren zu finden und überzeugen. Denn das Projekt im Alten Krankenhaus ist nicht billig. Dlugosch geht von bis zu drei Millionen Euro aus, die in Umbau und Ausstattung der Räume investiert werden müssten. Bei den weiteren Erfordernissen ist Dlugosch bereits in Vorleistung gegangen: „Wir sind vorbereitet.“

Auch die SMG sei bereit, sagt Schmid. Vorausgesetzt, es gebe ein landkreisweites Interesse – „wir sind ja eine Institution des Landkreises“.

Für Pelzer ist das Schülerforschungszentrum auch eine gesellschaftliche Frage: „Wie weit ist der Landkreis bereit, in Bildung zu investieren?“ Seine Überzeugung ist klar: „Wir müssen investieren.“ Deshalb reduziere die Bildungsregion ihren Auftrag nicht nur auf Schulen, sondern auch auf Bildungsangebote für Kleinkinder und Erwachsene im Rahmen des lebenslangen Lernens. Das Forschungszentrum könne beides einbinden und ein Kristallisationpunkt für Bildung im Landkreis werden.

ddy

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