AWO-Seniorenzentrum Inge-Gabert-Haus in Miesbach
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Besuch auf Abstand: Frieda Schmidt (l.) bekommt Besuch von einer Freundin. Auf der Terrasse vor dem geschlossenen Café wurden eine Holzkonstruktion errichtet und eine Bank aufgestellt.

Ein Platzl für die Besucher

Bewohner des Inge-Gabert-Hauses können ihre Angehörigen wieder sehen

  • Christine Merk
    vonChristine Merk
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Endlich wieder die Verwandten im Seniorenheim besuchen – im AWO-Seniorenzentrum Inge-Gabert-Haus in Miesbach können das Angehörige jetzt. Dank einer Konstruktion auf der Terrasse.

Miesbach – Endlich wieder Oma oder Opa, Mutter, Vater oder Tante im Seniorenheim besuchen – im AWO-Seniorenzentrum Inge-Gabert-Haus in Miesbach können das die Angehörigen jetzt. Dank einer neu errichteten Konstruktion auf der Terrasse des Cafés im Erdgeschoss.

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Bewohner des Inge-Gabert-Hauses können ihre Angehörigen wieder sehen

Das Café ist wegen der Corona-Schutzmaßnahmen geschlossen, hat aber nun einen neuen Zweck: An der offenen Glastür zur Terrasse kann jeweils einzeln ein Bewohner des Hauses sitzen oder stehen und Besuch „empfangen“ – der lässt sich gut drei Meter entfernt auf einer Bank, dem „Besucher-Platzl,“ nieder. Dazwischen ist ein heller Holzrahmen aus Paletten und Brettern aufgebaut, der dank geschnitzter Bretter an den richtigen Stellen eher an einen Balkon erinnert als an eine Absperrung.

Rosemarie Holzapfel, Leiterin der Einrichtung, ist heilfroh, dass die Bewohner nun wieder ihre Verwandten sehen können – von Angesicht zu Angesicht, nicht nur über einen Bildschirm oder das Handy. Dadurch falle jetzt ein Stück Anspannung weg, und das Angebot werde auch fleißig angenommen, berichtet sie. „Die Angehörigen rufen an, wann sie gerne vorbeikommen würden, und wir holen dann unseren Bewohner aus dem Zimmer und bringen ihn runter.“

Ihre Zimmer dürfen die alten Menschen nur noch sehr begrenzt verlassen – lediglich für kleine, begleitete „Spaziergänge“ auf den Fluren der einzelnen Wohnbereiche. Auf jeglichen direkten Kontakt untereinander müssen sie verzichten, auch auf das gemeinsame Essen. Holzapfel ist aber voll des Lobes für die Senioren. „Da ist kein Gejammer im Haus, sie sind alle sehr einsichtig.“ Sogar mehr als das. „Sie sagen oft: ,Danke, dass ihr so gut auf uns aufpasst’“, berichtet die Heimleiterin.

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Auch die Senioren selbst würden sehr auf ihren eigenen Schutz achten, berichtet sie. Sogar auf den Balkonen vor den Zimmern, die ja voneinander abgetrennt sind, würden sie eine Schutzmaske tragen. Damit die Stimmung weiterhin nicht zu sehr abgleitet, „lassen wir uns jeden Tag etwas einfallen“, sagt Holzapfel. Dazu gehören zum Beispiel Bastelangebote oder einfach nur bunte Blumen im Haus. Ein Einkaufsservice besorgt den Bewohnern alles, was sie von außerhalb brauchen – auch Kreuzworträtselhefte, wenn gewünscht.

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