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Das neue Frühjahrsbrot hat die Aufgabe, die Kunden zu sensibilisieren. Bäckermeister Florian Perkmann und Adriane Schua von der Solidargemeinschaft Oberland stellen die Idee vor.

Bewusstsein für Regionalität

Ein Brot und seine Botschaft

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Miesbach - Müsli in der Semmel, Obst im Brot – in den Backstuben wird viel ausprobiert. Das neue Jahreszeitenbrot dient aber einem ganz bestimmten Zweck. Es soll den Kunden bewusst machen, was sie täglich zu sich nehmen. Und es soll ihren Blick für echte Regionalität schärfen.

Apfelsaft aus dem Landkreis in den Brotteig? Isabella Weiss zückt sofort ihren Block und notiert die Idee. Sie kümmert sich bei der Unser Land GmbH um das Marketing. Und nun ist sie auf der Suche nach den perfekten Zutaten für ein Sommerbrot. Erst einmal steht aber ein anderes Backwerk im Mittelpunkt: das Frühjahrsbrot. Und das soll eine wichtige Botschaft vermitteln.

Bereits im Jahr 1994 ist das Unser-Land-Netzwerk entstanden. Schon damals diente ein Brot als Botschafter. „Es ist ein kleiner Baustein aus dem, wofür wir uns einsetzen“, erklärt Adriane Schua von der Solidargemeinschaft Oberland, die ebenfalls zum Netzwerk gehört. Die Botschaft hinter dem neu eingeführten Jahreszeitenbrot: ein Bewusstsein für den Erhalt der Lebensgrundlagen schaffen. Regionalität ist dabei das Stichwort.

Doch wo regional drauf steht, ist nicht immer regional drin. Die Definition ist bei jedem Produkt eine andere. Mal heißt regional, dass nur Produkte enthalten sind, die sozusagen vor der Haustür angebaut werden. Ein anderes Mal ist Regionalität schon gegeben, wenn das Produkt irgendwo in Deutschland eingetütet wird. Bei Unser Land heißt regional: Alles kommt aus dem Bereich des Netzwerkes. Dieses erstreckt sich über elf Landkreise, von Miesbach bis Augsburg.

Das neue Frühjahrsbrot gibt es im Landkreis Miesbach ab Dienstag

Das Bewusstsein für die Produkte aus dem Netzwerk soll nun das Frühjahrsbrot schaffen – ein Dinkelbrot mit Heumilchjoghurt und Honig. Im Landkreis Miesbach wird es nur in der Bäckerei Perkmann hergestellt – dem einzigen Miesbacher-Land-Bäcker. Florian Perkmann ist Handwerksbäcker, deshalb ist er bei dem Netzwerk dabei. In seiner Stube werden nur natürliche Zusatzstoffe verwendet, so auch bei dem neuen Frühjahrsbrot.

28 Bäckereien aus sieben Landkreisen verwenden die gleiche Rezeptur, aber es wird überall ein wenig anders schmecken. „Jeder hat eine eigene Handschrift“, erklärt Weiss. Und genau das soll auch so sein. „Wenn ich zum Bäcker gehe und überall schmeckt es gleich, dann hat das Brot keine Seele mehr“, findet Bäckermeister Perkmann. Die Kunden sollen sensibilisiert werden. „Uns ist der mündige und verantwortungsbewusste Kunde wichtig“, sagt Weiss. Er habe es in der Hand, den Wandel zum Industriebacken aufzuhalten.

Dass sich nicht jeder zu 100 Prozent regional ernähren kann, sei klar. „Aber jeder kann in seiner Möglichkeit etwas tun“, sagt Schua von der Solidargemeinschaft. Eben einfach öfter mal auf der Verpackung lesen, was in den Produkten drinsteckt. Und vor allem, wo die Zutaten herkommen. „Viele wissen nicht, was dem Körper durch Zusatzstoffe zugemutet wird“, sagt Perkmann.

In den Bäckereien von Perkmann gibt es das Frühjahrsbrot von kommendem Dienstag bis Pfingsten. In den Filialen liegt außerdem Infomaterial aus. Welches Brot dann im Sommer über den Ladentisch geht, ist noch nicht beschlossen. Weiss sammelt derzeit Ideen. „Das macht uns erfinderisch und lässt über den Tellerrand blicken“, erklärt sie. Wer weiß, vielleicht schafft es die Apfelsaftidee nach ganz vorn. „Es muss nur regional bleiben“, betont Schua.

Im vergangenen Jahr hat die Solidargemeinschaft bereits mit einem Bio-Milch-Projekt auf Regionalität aufmerksam gemacht. Die Gemeinschaft "Unser Land" gibt es seit über 15 Jahren. Mehr als 30 Produkte sind im Angebot, die alle von regionalen Erzeugern stammen.

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