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Neue Wohnungen werden im Landkreis dringend gebraucht.

„Das ist jetzt ein erster Schritt.“

Bezahlbaren Wohnraum selbst schaffen? Amt soll prüfen, ob das finanzierbar wäre

Kann der Landkreis selbst für bezahlbaren Wohnraum sorgen? Die Möglichkeiten dazu soll das Landratsamt nun eruieren. Das hat der Kreistag auf Antrag der SPD-Fraktion beschlossen.

Landkreis – Es ist ein Prüfauftrag ans Landratsamt. Das soll abklopfen, welche Grundstücke der Landkreis hat, die für eine Wohnbebauung in Frage kommen, ob eine Art Rechtsberatung zum Thema Kommunaler Wohnungsbau aufgebaut werden kann und ganz allgemein, wie der Landkreis das Schaffen von bezahlbarem Wohnraum fördern kann.

Das Problem ist allgegenwärtig: Wohnen wird immer teurer. Der Traum von den eigenen vier Wänden ist für viele unerfüllbar. In ihrem Antrag zitiert die SPD eine Studie des Hamburger Weltwirtschaftsinstituts, wonach der durchschnittliche Quadratmeterpreis beim Kauf einer Immobilie im Kreis Miesbach bei 4836 Euro liegt. Tendenz: deutlich steigend. Und die Mietpreise gehen bekanntlich im ganzen Großraum München nach oben. Andererseits hat und braucht der Landkreis selbst Mitarbeiter – in der Behörde, aber auch in Einrichtungen wie dem Krankenhaus und dem Seniorenheim Schwaighof. Dafür braucht es bezahlbaren Wohnraum.

Menschen mit mittleren und geringeren Einkommen hat die SPD mit ihrem Antrag im Blick. „Es müssen daher alle kommunalen Körperschaften ihre Möglichkeiten ausschöpfen. Auch für den Landkreis Miesbach ist es eine wesentliche Aufgabe, diesem Mangel abzuhelfen“, heißt es in dem Antrag. Gemeint ist eben der Mangel an bezahlbarem Wohnraum.

Der Prüfauftrag an die Kreisverwaltung besteht in drei Punkten: So soll eine Aufstellung der landkreiseigenen Grundstücke her, die für eine Wohnbebauung in Frage kommen. Wie berichtet, plant das Landratsamt, zwischen Münchner und Riezlerstraße in Miesbach Parkplätze zu bauen und liebäugelt hier auch mit Wohnungen. Von 26 war im November vergangenen Jahres im Kreisausschuss die Rede. Wie berichte, sucht die Verwaltung mittels eines Ideenwettbewerbs nach weiteren Impulsen.

Der zweite Punkt besteht in der Aufgabe, innerhalb des Landratsamts eine Stelle oder Abteilung zu finden, die Städten und Gemeinden Beratung in Sachen kommunale Wohnungsbauunternehmen anbieten kann. Und drittens sollen Möglichkeiten abgeklopft werden, wie der Landkreis zusammen mit den Kommunen den Wohnungsbau fördern kann.

Auf Nachfrage sagt SPD-Fraktionssprecher Martin Walch: „Das ist jetzt ein erster Schritt. Wir hoffen auf Ergebnisse in den nächsten Jahren.“ Schließlich gehe es nicht darum, der Verwaltung Arbeit aufzuhalsen.

Bei den anderen Fraktionen stieß der Vorschlag auf Zustimmung. Holzkirchens Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU) erinnerte an die Idee einer landkreisweiten Wohnungsbaugesellschaft oder -genossenschaft, wie sie bei einer Bürgermeister-Dienstbesprechung aufkam. Wobei hier das Problem zu umschiffen wäre, dass der Wohnungsbau laut Bayerischer Verfassung Aufgabe von Städten und Gemeinden ist, nicht aber der Landkreise. Ausnahmen gibt es für Beteiligungen, die sich aus der Historie ergeben. Walch etwa kennt die Beispiele Augsburg und Coburg. Ob und wie der Landkreis in den Wohnungsbau einsteigen kann, soll nun eben die Verwaltung klären.

Auch Landrat Wolfgang Rzehak (Grüne) unterstützte den Antrag: „Was man dann tatsächlich durchführen kann, muss man sehen.“ Robert Wiechmann (Grüne) nannte den Wohnungsbau eine der „zentralen Zukunftsfragen im Landkreis“. Der Beschluss fiel einstimmig.

Von Daniel Krehl

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