Bier Zapfhahn
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Für jede Menge Unmut hat das Bierfass im Landratsamt gesorgt.

Keine weiteren Anhaltspunkte gefunden

Nach Feierabend-Bier für Corona-Krisenstab: Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen ein - klare Worte von Landrat

  • Dieter Dorby
    vonDieter Dorby
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  • Gerti Reichl
    Gerti Reichl
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Die Ermittlungen rund um das Bier im Fass, das das Landratsamt für den Corona-Krisenstab vergünstigt eingekauft hat, sind abgeschlossen: Die Staatsanwaltschaft München II hat das Verfahren eingestellt.

Miesbach – Die Mail, mit der Oberstaatsanwältin Andrea Mayer von der Staatsanwaltschaft München II gestern die Anfrage unserer Zeitung beantwortet hat, fällt recht nüchtern aus: „Das genannte Verfahren wurde mit Verfügung vom 15.02.2021 gemäß Paragraf 170 Absatz 2 Strafprozessordnung eingestellt, da nach den durchgeführten Ermittlungen ein strafbares Verhalten nicht gesehen wird.“ Damit ist das offizielle Verfahren um das Bier im Fass, das im Haus H für eine Feierabend-Halbe zur Verfügung gestellt worden war, vom Tisch.

Nach Feierabend-Bier für Landrats-Mitarbeiter: Kaufnachweise vorgelegt - Ermittlungen abgeschlossen

Wie berichtet, hatte die Leiterin der Polizeiinspektion Miesbach bei einem Besuch des Krisenstabs und des Unterstützungsteams besagtes Bierfass entdeckt und es unter dem Verdacht der Vorteilsannahme zur Anzeige gebracht. Die Kaufnachweise wurden zwischenzeitlich vorgelegt, die Ermittlungen haben sich somit erledigt.

Wie es dazu gekommen ist, dass das Herzogliche Brauhaus Tegernsee dem Landratsamt das Bier, das kurz vor Ablauf des Haltbarkeitsdatums stand, günstig verkauft hat, erklärt Brauerei-Geschäftsführer Christian Wagner so: „Es täte uns in der Seele weh, wenn wir Bier in den Abfluss kippen müssten.“

Tegernsee Bierfass für Corona-Krisenstab: Brauerei Geschäftsführer erklärt - Bier sollte nicht im Abfluss landen

Da besagte 150 Liter Bier kurz vor dem Verfallsdatum gewesen seien, habe man entschieden, sie den Mitarbeitern des Corona-Krisenstabs zur Verfügung zu stellen. Allerdings nicht als Freibier, betont der Geschäftsführer, sondern mit einem Nachlass von 50 Prozent.

Die Rechnung sei auch gleich gestellt und bezahlt worden. Richtig stellen will Wagner, dass es sich nicht um ein 150-Liter-Fass gehandelt habe. „Das gibt’s nämlich gar nicht“, betont er. Vielmehr habe es sich um fünf Fässer à 30 Liter gehandelt. Und die, so bestätigt auch das Landratsamt, seien außerhalb der Dienstzeit konsumiert worden.

Als Landrat Olaf von Löwis vom Fassbier in seiner Behörde erfahren hatte, ordnete er sofort dessen Entfernung an. Zu diesem Zeitpunkt waren drei Fässer bereits leer, eines fast leer und eines voll, wie Landratsamtssprecherin Sophie Stadler auf Nachfrage unserer Zeitung mitteilt.

Nach Feierabend-Bier für Corona-Krisenstab: Klare Worte vom Landrat

Intern habe man den Vorfall besprochen und überprüft. Dabei sei auch nachdrücklich seitens des Landrats darauf hingewiesen worden, dass Alkohol in der Behörde – mit Ausnahme weniger feierlicher Anlässe – nicht geduldet werde, auch nicht außerhalb der Dienstzeit.

Eine Verköstigung von Mitarbeitern, wie es in der Vergangenheit bei Katastrophenfällen gehandhabt wurde, als die Einsatzkräfte in drei Schichten rund um die Uhr im Einsatz waren, sei derzeit nicht gegeben. Dem stehen zudem bekanntermaßen die Corona-Beschränkungen entgegen. Dagegen werde die Verpflegung der unterstützenden Kräfte von der Bundeswehr durch das Landratsamt übernommen.

Lesen Sie auch: Zuletzt hat Kanzlerin Angela Merkel die Zahl 35 als neuen Richtwert ausgerufen. Wiessees Bürgermeister Robert Kühn zieht da nicht mir. Er will das Rathaus ab einer Inzidenz von unter 50 öffnen. Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem neuen, regelmäßigen Tegernsee-Newsletter.

(ddy/gr)

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