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Miesbach bis Ende 2024 unter ALB-Beobachtung

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Von: Dieter Dorby

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Nach der Gehölzentnahme folgt das Monitoring: Zum Wald zählt auch der Harzberg in Miesbach. Dort wurde bislang kein ALB nachgewiesen.
Nach der Gehölzentnahme folgt das Monitoring: Zum Wald zählt auch der Harzberg in Miesbach. Dort wurde bislang kein ALB nachgewiesen. © Andreas Leder

Die Bekämpfung des Asiatischen Laubholzbockkäfers geht in Miesbach in die nächste Runde. Nach den Fällarbeiten beginnt nun das Monitoring, das bis 2024 dauert. Dabei ist nicht nur das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten gefordert, sondern auch die Gemeinschaft der Waldbesitzer.

Miesbach - Man kann trefflich darüber streiten, ob im Kampf gegen den Asiatischen Laubholzbockkäfer (ALB) in Miesbach die schwerste Arbeit bereits erledigt wurde oder erst noch zu bewältigen ist. Fakt ist: Das Monitoring, das sich nun an die Fällungen anschließt und bis Ende 2024 durchgeführt werden muss, ist aufwendig, teuer und von enormer Bedeutung.

Monitoring-Waldfläche so groß wie 450 Fußballfelder

Wie berichtet, wurden ausgehend vom Epizentrum am Finanzamt in Miesbach im Umkreis von 100 Metern alle Gehölze entfernt, die dem ALB zur Eiablage und damit zur Verbreitung dienen. Das Monitoring findet im Umkreis von 2000 Metern statt und betrifft insgesamt 1600 Hektar – davon sind 320 Hektar Waldflächen. „Das entspricht der Größe von 450 Fußballfeldern“, sagt Christian Webert, stellvertretender Leiter des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) in Holzkirchen und dort Leiter des Bereichs Forst. Der Laubholzanteil liege bei 30 Prozent.

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Dabei teilt sich das Monitoring in zwei Bereiche auf. Zum einen prüft das AELF mit Suchkräften. Das sind Teilzeitkräfte, die systematisch Stichproben nehmen und kontrollieren, ob es einen neuen, bislang unentdeckten ALB-Befall gibt. Ergänzt wird dies durch Pheromonfallen, deren Lockstoffe Käfer anziehen sollen, sowie durch den Einsatz von Suchhunden.

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„Lebende Käfer sind extrem selten zu finden“, sagt Annemarie Kastlmeier. Die 29-jährige Forstingenieurin muss es wissen. Sie ist die neue Fachkraft, die das AELF den Waldbesitzern bei der ALB-Bekämpfung zur Seite stellt. „Leichter kann man ihm auf die Spur kommen über die Fraßspuren, die die Larve hinterlässt.“ Das sind Löcher im Holz und Späne am Boden.

Forstingenieurin berät Waldbesitzer

Zweimal pro Jahr findet das amtliche Monitoring statt. Doch das ist nicht einfach. Laub, Regen und Lichtverhältnisse erschweren die Suche. Deshalb werden die Bäume einmal pro Jahr mit und einmal ohne Laub inspiziert. „Das gewährleistet, dass möglichst viele Spuren, die der Käfer hinterlässt, entdeckt werden können“, sagt Kastlmeier. Beklettert werde einmal pro Jahr, und das nur bei Ahorn, Weide, Pappel, Kastanie, Birke und Ulme, die am meisten gefährdet sind.

Annemarie Kastlmeier vom AELF berät Waldbesitzer.
Annemarie Kastlmeier vom AELF berät Waldbesitzer. © tp

Die zweite Schiene ist die Kontrolle durch die Waldbesitzer, die alle zwei Monate kontrollieren sollten. Betroffen sind insgesamt 190 Waldbesitzer. Damit sie wissen, worauf sie achten sollen, wie der ALB aussieht und welche Spuren für ihn typisch sind, veranstaltet das AELF ein Infotreffen Auf der Grün in Miesbach.

Grundlage für das Monitoring ist wie bereits bei den Fällungen die Durchführungsverordnung der Europäischen Union. Sie regelt auch das sogenannte Verbringungsverbot, das es Waldbesitzern untersagt, ohne Genehmigung Holz von einer Flurnummer innerhalb der Quarantäne zu verlagern. Das soll die unbewusste Verbreitung des ALB verhindern. Gerade für betroffene Landwirte, die Brennholz vermarkten, liegt damit eine wichtige Einnahme brach. Eine Möglichkeit, es dennoch zu nutzen, sind zertifizierte Hackschnitzel, die auf 2,5 Zentimeter geschnitten werden, oder die Wärmebehandlung im Kern bei 56 Grad Celsius. Auch hierzu berät das AELF Betroffene.

Die Schulung

für Waldbesitzer führt der Bereich Forsten am AELF in Holzkirchen am Donnerstag, 24. September, in Miesbach durch – naheliegenderweise im Freien. Beginn ist um 14 Uhr Auf der Grün auf Höhe Hausnummer 52. Wer daran teilnehmen möchte, kann sich noch heute bei der Geschäftsstelle der Waldbesitzervereinigung Holzkirchen anmelden unter z 0 80 24 / 4 80 37 oder per E-Mail an info@wbv-holzkirchen.de. Es werden Ferngläser zur Verfügung gestellt. Wer ein eigenes besitzt, kann dieses aber gerne mitbringen.

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