Drei Leichen in bayerischem Wohnhaus gefunden - Ermittler glauben, dass sich „Familientragödie abgespielt hat“

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Das schnelle Internet ist da: Den symbolischen Startknopf drückten (v.l.) Sachbearbeiter Karl Schindler, Christine Brazel (Telekom Vertrieb), Bürgermeisterin Ingrid Pongratz, Regionalmanager Norbert Kreier, Frank Dentgen (technische Produktion) und Berater Michael Müller von der Firma Corwese.

Breitband-Ausbau in Miesbach

Endlich: Das schnelle Internet ist da

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Immer wieder hat sich der DSL-Ausbau verschoben, nun ist es soweit: Miesbach startet ins schnelle Internet. Doch von selbst wird die Datenleistung der Anschlüsse nicht schneller. Nutzer müssen ein neues Angebot buchen, damit die Leitung freigeschaltet werden kann.

Es waren unangenehme Monate für Karl Schindler. Der für den Breitband-Ausbau zuständige Mitarbeiter im Miesbacher Rathaus war für viele Bürger erste Anlaufstelle, um ihren Unmut loszuwerden: Offene Baugruben, keine Arbeiter in Sicht und Behinderung der Nachbarschaft wurden umgehend und manchmal auch recht direkt kundgetan. Doch nun hat Zeit der baulichen Unannehmlichkeiten ein Ende: Die Bauarbeiten sind abgeschlossen – das schnelle Internet ist verfügbar.

Dass sich die Fertigstellung um gut ein Jahr verzögert hatte, lag am Bau-Boom, wie Telekom-Regionalmanager Norbert Kreier beim Pressegespräch im Miesbacher Rathaus erklärte: „In ganz Deutschland läuft der Breitband-Ausbau. Die Firmen sind ausgebucht.“ Und nicht nur die. Auch die Zulieferer von Leitungen und Schalteinheiten hätten Lieferengpässe gehabt. Darauf, betont Kreier, habe die Telekom keinen einfluss: „Uns gehört kein einziger Bagger und kein Kabel. Wir müssen alles auf dem freien Markt einkaufen und sind von den Anbietern abhängig.“

Im Bereich der Stadt Miesbach können ab sofort an die 4500 Haushalte das schnelle Internet nutzen. Das maximale Tempo beim Herunterladen steigt auf bis zu 100 Megabit (MBit) pro Sekunde. Im FTTH-Ausbaugebiet – also im Gewerbegebiet Miesbach-Nord, wo Glasfaser vom verteiler bis zum Gebäude verlegt wurde – sind sogar Geschwindigkeiten bis zu 1 Gigabit möglich. Die Telekom hat dafür rund 360 Kilometer Glasfaser-/Speed-Rohre verlegt und zwölf Verteiler neu aufgestellt oder mit moderner Technik aufgerüstet.

Dass die meisten Privathaushalte jedoch noch mit Kupferkabeln erschlossen sind, sei kein Problem, sagt Kreier: „Mit der Vektoring-Technik und Glasfaser bis zum Verteiler haben wir einen zukunftsorientierten Ausbau gemacht, der in einigen Jahren durch Glasfaser bis zum Haus weiter ausgebaut werden kann“, sagt Kreier. Der Vorteil sei nun, dass es für den Internet-Nutzer egal sei, wie viele Surfer gerade im Netz unterwegs sind. Entscheidend sind ausschließlich die Entfernung vom Verteilerkasten und damit die Strecke an Kupferkabel.

Die Telekom hat einen großen teil des Stadtgebiets in Eigenregie ausgebaut. Das heißt: Das Unternehmen übernahm den Ausbau selbst – ohne Ausschreibung durch die Stadt und damit auch ohne Kostenbeteiligung. Andere Bereiche übernahm die Telekom über das Ausschreibungsverfahren. Dabei übernimmt der Netzbetreiber den wirtschaftlich abgesicherten Anteil der Investition – die verbleibende Deckungslücke wird über Förderzuschüsse und den Eigenanteil der Kommune finanziert.

Wie Bürgermeisterin Ingrid Pongratz berichtet, hat die Stadt noch zwei weitere Verfahren am Laufen, um die verbliebenen unterversorgten Gebiete in den Außenbereiche besser zu erschließen. Insgesamt sei der Ausbau sehr gut verlaufen. Die Zusammenarbeit mit Telekom, der Beraterfirma Corwese und dem Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung in Miesbach habe hervorragend funktioniert. Dass die Firmen überlastet seien, sei nicht zu vermeiden. Im Gegenzug lobte Kreier Miesbachs Bereitschaft zum zukunftsorientierten Ausbau und das Aufstellen eines Masterplans, der den flächendeckenden ausbau unterstützen und transparent machen soll.

Für den Ausbau im ersten Förderverfahren, der nun abgeschlossen ist, hat Miesbach bislang 85 000 Euro investiert, 183 000 Euro kommen über die Förderung vom Freistaat Bayern hinzu. Wer auf schnelles Internet umsteigen will, muss seinen Vertrag beim Anbieter umstellen lassen.  

ddy

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