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Nur die Stützwände sind nach dem Abriss der Miesbacher Johannisbrücke über die Schlierach übrig geblieben.

So lange wird‘s noch dauern

Johannisbrücke: Jetzt rücken die Betonlaster an

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Sechs Wochen Brückensperrung haben die Miesbacher hinter sich. Auf der Baustelle hat sich seitdem einiges getan, die alte Johannisbrücke ist abgerissen. So sieht der weitere Zeitplan aus.

Miesbach – Und plötzlich war sie weg. Von einem Abrissbagger in zwei Hälften zerhackt, ist die Miesbacher Johannisbrücke wie ein Kartenhaus in die Schlierach gekracht. Die maroden Stahlbetonteile wurden per Lkw abtransportiert. Innerhalb von drei Tagen war alles vorbei. „Der gesamte Abriss hat wie geplant funktioniert“, berichtet Tiefbautechniker Jürgen Brückner, der die Baustelle seitens der Stadt betreut.

Nur eine Etappe des Großprojekts, das die Miesbacher mehr als ein halbes Jahr beschäftigen wird. Knapp sechs Wochen nach Beginn der Sperrung steht fest, dass die Firmen gut im Zeitplan liegen. „Selbst wenn es manche nicht glauben wollten: Es wurde auch schon am Wochenende gearbeitet“, meint Brückner schmunzelnd. Er ist guter Dinge, dass die Straße bis Mitte November wieder für den Verkehr freigegeben werden kann. Bis dahin müssen die Autofahrer weiterhin mit der gerade zu Stoßzeiten und am Wochenende überlasteten Umleitung über die B 472 leben. Fußgänger und Radfahrer überqueren die Schlierach auf einer eigenen Stahlbrücke – und werfen dabei gerne einen neugierigen Blick auf die Baustelle.

Bereits vor dem Abriss wurden hier sogenannte Bohrpfähle im Schnitt 13 bis 14 Meter tief ins Schlierachufer getrieben. „So hatte der Beton genug Zeit zum Austrocknen“, erklärt Brückner. Die Pfeiler dienen als Fundament für die eigentliche Brückenkonstruktion. Weil sie hinter dem bestehenden Uferverbau in der Erde versenkt wurden, sind sie weitestgehend immun gegen einen schwankenden Wasserspiegel der Schlierach. In den kommenden Tagen werden die Bohrpfähle nun für den Aufbau der sogenannten Widerlager vorbereitet, die dann die eigentliche Brücken tragen sollen. Damit durch die Erschütterungen durch den Verkehr später keine Risse im Beton entstehen, sind die aufwendigen Bauteile beweglich. „Im Grunde wie eine riesige Feder“, erklärt Brückner.

Bis auf jede Menge Betonlaster werden die Zaungäste an der Baustelle aber nicht viel zu sehen bekommen. Jedenfalls nichts, was an eine Brücke erinnern würde. Das ändert sich ab Mitte Juli. Dann werden das Traggerüst und die Schalungen für den Überbau eingehängt. Auch der wird vor Ort aus Beton gegossen. Fertigteile seien wegen der asymmetrischen Lage der Brücke nicht infrage gekommen, erklärt Brückner. „So was können nur Spezialfirmen herstellen, und die sind alle sehr weit weg.“

Neue Baustelle Bergwerkstraße

Kaum ist an der Brücke das Gröbste überstanden, rücken die Bagger für den Straßenbau an der Bergwerkstraße an. Den genauen Ablaufplan will die Stadt demnächst festklopfen. An der Ankündigung, dass es in den ersten drei Augustwochen zwischen 7 und 17 Uhr zu Vollsperrungen kommen kann, werde sich aber wohl nichts mehr ändern. Auch die Asphaltierung der Albert-Schweitzer-Straße und die Neuanbindung der Tölzer Straße an die Brücke werden nicht ohne Verkehrsbehinderungen ablaufen. Verglichen mit der mehr als sechs Monate dauernden Umleitung über die stauträchtige B 472 dürften diese Beeinträchtigungen aber verschmerzbar sein.

Doch auch an die Umfahrung scheinen sich die Miesbacher – wohl oder übel – gewöhnt zu haben, berichtet Verkehrssachbearbeiterin Nicki Meyer. „Bei uns hat sich niemand mehr gemeldet.“ Auch bei den Geschäftsleuten hat man sich arrangiert, sagt GWM-Schriftführerin Stephanie Wagner. Zwar seien die Beeinträchtigungen in den Läden schon zu spüren, aber daran sei nicht nur die Johannisbrücke schuld, sondern die auch so oft überlastete Bayrischzeller Straße. Dass manche Kunden deshalb ihre Einkäufe lieber an einem der Supermärkte an der Bundesstraße erledigen, kann Wagner nachvollziehen. „Wer zwei Stunden im Stau steht, will nicht auch noch in die Innenstadt fahren.“

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