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Die ganze Geschichte zwischen zwei Buchdeckeln: Kartz (l.) und Marion von Kameke mit und Autor Friedhelm Dölling und dessen Wallenburg-Buch.

Buch über Wallenburg

Ein Muss für Heimatforscher

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Mehr als die Geschichte des Schlosses und seiner Eigentümer offenbart auf rund 500 Seiten das Buch „Wallenburg – Vergangenheit und Gegenwart“. Eine Pflichtlektüre für Heimatforscher.

Miesbach Die 100 Gäste aus dem Landkreis, die am Samstag zur Buchpräsentation in den Sommerkeller des Hofguts Wallenburg gekommen waren, waren angetan von dem Wälzer, den Historiker, Autor und Filmemacher Friedhelm A. Dölling nach dreijähriger Recherchearbeit nun vorlegte: Gewichtig, hochglänzend, mit unzähligen Fotografien, Dokumenten, Briefen, Schaubildern, Stammbäumen, Karten und Architekturplänen darin, macht das Werk nicht nur die Schlossgeschichte ab der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahre 1270 lebendig. Wallenburg ist eingebettet in die prägenden Entwicklungen vom Mittelalter bis heute – und dadurch Spiegelbild. Döllings Arbeit legt dies durch zahllose Bezüge und Referenzen spannend dar.

„Die ursprüngliche Idee war, die Geschichte meiner Familie, insbesondere die meines Großvaters Richard Gans und seiner Töchter zusammenzutragen und festzuhalten“, ließ Hausherr Kartz vom Kameke wissen, dessen Familie seit nunmehr 100 Jahren auf Wallenburg ansässig ist. Doch im Laufe der Recherchen sei allen klar geworden, dass Wallenburg etwas Besonderes ist. „Nicht nur für uns die Familie, sondern auch für Bayern und für Miesbach ohnehin.“

Dölling erklärte: „Aus der Absicht, das Lebenswerk von Richard Gans zu würdigen, wurde ein umfassendes Geschichtswerk.“ Der Autor erinnerte schlaglichtartig an die Regierungszeiten der Waldecker und Maxlrainer, die auf Wallenburg ihren Regierungssitz hatten, sowie die Reformation und den Protestantismus, der ebenfalls auf Wallenburg verankert war. Anhand der Veränderung der Burganlage, die einst auch ein Burggraben umgab und die im 17. Jahrhundert mit einem großzügigen Barockgarten versehen war, dokumentierte er die Bedeutung von Wallenburg. Neugierig machte sein kurzer Abriss über die architektonischen Änderungen in und nach der Nazi-Zeit.

Von den Bedrohungen, dem tragischen Schicksal Richard Gans‘, den Restitutionsbemühungen seiner Töchter und dem in die Zukunft gerichteten Kampfgeist der „Wallenburger“ erzählte dann sehr bildhaft und persönlich Hausherrin Marion vom Kameke: „So ein Schloss ist nie fertig. Es zu erhalten, ist ein großer Auftrag – und es ist eine Ehre und Freude, es eine Generation weiterzutragen.“

Von Kameke lud anschließend zu einer Führung ein durch die Stallungen, die Gärtnerei und insbesondere in den großen Festsaal, einem Kleinod des Bayerischen Rokoko, das der Öffentlichkeit sonst nicht zugänglich ist. Der Saal, der vormals für Konzerte der Westenhofener Barockmusikfreunde genutzt wurde, wurde von keinem Geringeren als Johann Baptist Zimmermann gestaltet – „kostenfrei und aus lauter Dankbarkeit Miesbach gegenüber, wo seine Karriere so einen glücklichen Anfang nahm“, erklärte Sixtus Lampl. Der frühere Oberkonservator des Landesamtes für Denkmalpflege brachte den Gästen damit „eines der schönsten Juwelen Bayerns“ nahe.

Zum Buch

Friedhelm A. Dölling: „Wallenburg - Vergangenheit und Gegenwart. Ein Schloss und seine Geschichte“, 59 Euro, gibt es im Buchhandel und auf dem Biogut, ISBN 978-3-00-056322-5.

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