Das Amtszimmer des Bürgermeisters in Miesbach.
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Nach 17 Jahren zieht ein neues Oberhaupt ein: Wer im Miesbacher Bürgermeisterbüro künftig den Ton angibt, entscheidet sich bei der Wahl am 15. März oder – falls nötig – bei der Stichwahl am 29. März.

Völlig offenes Rennen!

Bürgermeisterwahl 2020 in Miesbach: Die Kandidaten und alle Infos zur Stadt

  • Dieter Dorby
    vonDieter Dorby
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Diese Bürgermeisterwahl am 15. März 2020 ist anders in Miesbach. Drei Kandidaten und eine Kandidatin treten an, um das neue Stadtoberhaupt zu werden.

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  • Mit Gerhard Braunmiller (CSU), Astrid Güldner (Grüne), Walter Fraunhofer (parteilos) und Florian Hupfauer (FDP) schicken alle im Stadtrat Miesbach vertretenen Parteien und Gruppierungen Vertreter ins Rennen – wobei Fraunhofer für die SPD, zu deren Fraktion er bislang gehörte, und die Freien Wähler antritt.
  • Nachfolgend stellen wir die Kreisstadt Miesbach und deren politische Lage nochmal vor.
  • Danach haben die Kandidaten das Wort.
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Miesbach - Vier Kandidaten – vor fünf Jahren war das noch anders. Im März 2015 trat Ingrid Pongratz (CSU) ohne Herausforderer an. Die Aussicht, gegen die Amtsinhaberin den Kürzeren zu ziehen, hielt mögliche Interessierte ab. Zumal parallel zum Bürgermeister kein Stadtrat gewählt wurde. Also verständigte man sich stillschweigend darauf: Richtig gewählt wird 2020.

Dass diesmal auch der Posten des Rathauschefs neu vergeben wird, liegt an der sogenannten Harmonisierung. Das bayerische Wahlrecht will, dass Stadt- und Gemeinderat sowie Bürgermeister parallel gewählt werden. Liegen beide Wahltermine zwei Jahre auseinander, soll die Amtszeit des Bürgermeisters entsprechend verkürzt oder verlängert werden. Pongratz, die durch den Tod von Bürgermeister Gerhard Maier 2003 außerplanmäßig – terminlich gesprochen – ins Amt gewählt wurde, musste nun um ein Jahr verkürzen. Mit 64 Jahren dürfte sie zwar erneut antreten, doch sie lehnte eine weitere Kandidatur nach 17 Jahren im Amt ab.

Damit wird die Kreisstadt auf jeden Fall ein neues Oberhaupt bekommen. Rein statistisch betrachtet, liegt die Chance bei 75 Prozent, dass ein Mitglied aus dem Stadtrat die Führung im Rathaus übernimmt. Dabei sind Güldner (52), Fraunhofer (51) und Braunmiller (53) in etwa gleich alt, könnten also drei Amtsperioden bleiben. Hupfauer könnte sogar mit über sechs Amtszeiten eine veritable Ära hinlegen.

Doch vor dem Einzug ins Rathaus steht die Wahl, und dafür präsentieren sich alle vier Kandidaten zu ausgewählten Fragen in der amtlichen Reihenfolge der Wahlvorschläge. Wer es letztlich wird, dürfte am 15. März aller Voraussicht nach noch nicht feststehen. Bei vier Kandidaten ist eine zweite Runde sehr wahrscheinlich. Dann kommt es am Sonntag, 29. März, zur Stichwahl zwischen den beiden stärksten Kandidaten.

Miesbach: Die Stadt in Zahlen

  • Ortsteile: Miesbach, Parsberg und Wies. 
  • Einwohner: 11 799 mit Hauptwohnsitz; 
  • Wahlberechtigte: 9005. 
  • Stadtfläche: 32 Quadratkilometer. 
  • Straßen: 38 Kilometer; Ortsstraßen, 44 Kilometer Verbindungsstraßen, 46 Kilometer Feld- und Waldwege, 24 Kilometer beschränkt öffentliche Wege. 
  • Stadträte: 24. 
  • Derzeitige Sitzverteilung: CSU 9, SPD 5, FWG 5, Grüne 2, FDP 1, parteilos 2. Kandidatenlisten 2020: CSU, SPD, FWG, Bündnis 90/Die Grünen, FDP.

Die Kandidaten für die Bürgermeisterwahl in Miesbach nehmen Stellung: Gerhard Braunmiller (53) Kandidat der CSU

Gerhard Braunmiller (53) Kandidat der CSU

Was wollen Sie in Ihrer ersten Amtszeit in Miesbach schaffen?

Braunmiller: Ich werde den Neubau des Kinderhauses, die Generalsanierung der Grundschule Parsberg, den Dachausbau der Mittelschule und die Sanierung des Warmbads mit meinem erfahrenen Blick für Termine und Kosten voranbringen. Mein Ziel ist eine gemeinsam abgestimmte Lösung für den Marktplatz und das Parken in der Innenstadt sowie neue Wohnungen zu schaffen. Der Hochwasserschutz für Bergham und Kleinthal hat Priorität.

Was wollen Sie zuerst anpacken?

Braunmiller: Ich werde Strukturen schaffen, die mehr Bürgerbeteiligung an der Stadtentwicklung ermöglichen wie Bürgersprechstunden, Stellen für Wirtschaftsförderung und Projektkommunikation sowie ein Zukunftsdialog Miesbach 2040. Das Schuldenmanagement und Wege für Investitionen in Zukunftsprojekte will ich überprüfen.

Was sind für Sie die beiden größten/wichtigsten Projekte?

Braunmiller: Wir müssen viele Millionen Euro in aufgeschobene Projekte investieren. Ich möchte mit Strukturen sicherstellen, dass die Verwaltung Termine, Kosten und Qualität kontrollieren kann. Auch ist der Ortsteils Müller am Baum mit rund 500 neuen Einwohnern zu integrieren.

Was liegt Ihnen als Bürgermeister besonders am Herzen?

Braunmiller: Die Menschen in Miesbach, die Ehrenamtlichen und die Vereine, ein ehrliches Miteinander und ein transparentes Rathaus.

Zur Person

verheiratet, ein Sohn (11), Ingenieur für Versorgungstechnik (Dipl.-Ing. FH), Stiftungsrat der Energiewende Oberland, Vorsitzender der Stadtkapelle, seit 13 Jahren im Stadtrat, Ortsvorsitzender der CSU, Kreisvorsitzender des Arbeitskreises Umwelt der CSU im Landkreis Miesbach.
Mein Leitsatz: Gemeinsam vorausdenken, um Chancen nutzen zu können!

Astrid Güldner (52): Kandidatin der Grünen - „Stadtentwicklung mit Konzept“

Astrid Güldner (52): Kandidatin der Grünen.

Was wollen Sie in Ihrer ersten Amtszeit in Miesbach schaffen?

Güldner: Mein Miesbach ist lebendig, pflegt seine Tradition und ist doch offen für neue Ideen. Ich bin hier aufgewachsen und weiß: Es sind die Menschen, die unsere Stadt mit ihren Projekten lebenswert machen. Dabei werde ich sie unterstützen. Ich will Zukunftsfreude in Miesbach schaffen.

Was wollen Sie zuerst anpacken?

Güldner: Die kommenden Jahre werden kein Wunschkonzert. Wir haben Pflichtaufgaben, wie zum Beispiel den Hochwasserschutz und den Ausbau der Kinderbetreuung. Auch die Sanierung des Warmfreibads steht an. Das müssen wir anpacken.

Was sind für Sie die beiden größten/wichtigsten Projekte?

Güldner: Die energetische Sanierung unserer öffentlichen Gebäude verbunden mit regionaler Energiegewinnung. Diese nachhaltigen Maßnahmen zahlen sich langfristig aus. Ebenso wie eine gute Kinderbetreuung, mit ausreichend Plätzen, flexiblen Öffnungszeiten und hoher Qualität.

Was liegt Ihnen als Bürgermeisterin besonders am Herzen?

Güldner: Unsere Parks! Trotz ALB-Maßnahmen müssen sie geschützt werden und dürfen nicht zu Bauland werden. Außerdem die Stadtentwicklung: Gemeinsam mit Fachleuten, Bürgern, Geschäftsleuten und allen Fraktionen will ich ein Gesamtkonzept entwickeln, das die ganze Innenstadt im Blick hat – für mehr Aufenthaltsqualität im Herzen unserer Stadt.

Zur Person

verheiratet, eine Tochter, Regisseurin / Filmproduzentin / TV-Journalistin, Ortsvereinssprecherin Bündnis ’90 / Die Grünen seit Februar 2019, seit sechs Jahren Mitglied des Stadtrats Miesbach.

Mein Leitsatz: Ich stehe für eine nachhaltige Stadtentwicklung mit Konzept.

Walter Fraunhofer (51): Parteiloser Kandidat von SPD/FWG - „Zuhören – entscheiden – anpacken“

Walter Fraunhofer (51): Parteiloser Kandidat von SPD/FWG

Was wollen Sie in Ihrer ersten Amtszeit in Miesbach schaffen?

Fraunhofer: Bezahlbaren Wohnraum Am Gschwendt. Daneben brauchen wir eine strukturierte Kinder- und Jugendbetreuung, und wir müssen den Hochwasserschutz Bergham und Kleinthal zu Ende bringen. Ferner gilt es, Grundlagen für eigene Stadtwerke zu schaffen, damit Miesbach nachhaltig und ökologisch wirtschaften kann. Am Marktplatz möchte ich die Aufenthalts- und Einkaufsqualität weiter verbessern.

Was wollen Sie zuerst anpacken?

Fraunhofer: Die Gründung eines kommunalen Wohnbauunternehmens, damit wir Wohnungen zu bezahlbaren Mieten bekommen. Daneben werde ich die Weiterentwicklung des Marktplatzes in die Wege leiten – offen, realistisch und ohne Polemik.

Was sind für Sie die beiden größten/wichtigsten Projekte?

Fraunhofer: Die Gründung des kommunalen Wohnbauunternehmens und ein Betreuungskonzept für Kinder und Jugendliche von der Krippe bis zum Hort.

Was liegt Ihnen als Bürgermeister besonders am Herzen?

Fraunhofer: Ich will unsere Stadtgesellschaft als Gemeinschaft entwickeln, also Transparenz schaffen und ehrlich kommunizieren, Bürger möglichst früh informieren und einbeziehen. Dazu gehören feste Bürgersprechstunden mit offener Tür für jedermann. Ich will das Ehrenamt stärken und Vereine fördern. Ganz wichtig ist mir die Einbindung aller Fraktionen und Mitglieder im Stadtrat.

Zur Person

verheiratet, eine Tochter (21), Betriebs- und Installationsmeister, seit 30 Jahren bei der Freiwilligen Feuerwehr Miesbach 24 Jahre im Vorstand, 18 Jahre als Kommandant und Vorsitzender), Mitglied beim Trachtenverein Miesbach und bei den Waitzinger-Sammlerfreunden, seit 2008 im Stadtrat beider SPD-Fraktion.

Mein Leitsatz: Zuhören – entscheiden – anpacken.

Florian Hupfauer (30): Kandidat der FDP - „Transparent und zukunftsorientiert“

Florian Hupfauer (30): Kandidat der FDP

Was wollen Sie in Ihrer ersten Amtszeit in Miesbach schaffen?

Hupfauer: Mir ist wichtig, dass bereits angefangene wichtige Projekte zum Abschluss gebracht werden, wie das Warmbad, Kindergarten, Kita, Schulsanierung und der Hochwasserschutz. Auch natürlich das Thema Marktplatz. Des Weiteren möchte ich gerne mehr Transparenz schaffen für die Bürger, durch Bürgersprechstunde und Online-Sitzungen.

Was wollen Sie zuerst anpacken?

Hupfauer: Nachdem die bereits begonnenen Projekte umgesetzt sind, ein Parkhaus bauen, um die Parksituation zu entschärfen. Damit wir anschließend gemeinsam eine sinnvolle Lösung für die Marktplatzgestaltung finden können, die sowohl die Gewerbetreibenden als auch die Bürger begeistert.

Was sind für Sie die beiden größten/wichtigsten Projekte?

Hupfauer: Für mich als Miesbacher ist es wichtig, dass für alle Bürger ausreichend bezahlbarer Wohnraum geschaffen wird. Auch das mögliche Projekt Müller am Baum ist für mich ein wichtiger Punkt um neue Firmen für Miesbach zu gewinnen und gleichzeitig bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.

Was liegt Ihnen als Bürgermeister besonders am Herzen?

Hupfauer: Ich möchte der Bürgermeister für alle Altersschichten sein, die Wirtschaftskraft stärken und Miesbach für Bürger und Unternehmen attraktiv gestalten.

Zur Person

verheiratet, eine Tochter, Kfz-Mechatroniker, Automobilverkäufer, stellvertretender Vorsitzender des FDP-Kreisverbands seit Mai 2019.

Mein Leitsatz: Wer seine Heimat liebt, macht sie besser – ich stehe für eine neue, transparente und zukunftsorientiert Politik in Miesbach.

ddy

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