Ein Wolf steht auf der Wiese und schaut Richtung Kamera.
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Wolf im Kreis Schwäbisch Hall: Durch Fotos eines Autofahrers konnte das Raubtier sicher nachgewiesen werden (Symbolbild).

Das Tier schützen oder jagen?

Bund Naturschutz nimmt in der Wolfsdiskussion Stellung: „Jagdrecht ist keine Lösung“

Ein Wolf ist im Landkreis Miesbach aufgetaucht. Wie soll in Zukunft mit dem Tier umgegangen werden? Der Bund Naturschutz schlägt einen Kompromiss vor.

Landkreis – Weidetiere lassen sich nicht mit dem Gewehr schützen. Dieser Ansicht ist die Kreisgruppe Miesbach des Bund Naturschutz (BN), die sich jetzt in der Wolfsdiskussion zu Wort meldet. Ihre Forderung an die Staatsregierung: die Herdenschutz-Förderung – zumindest den Schafhaltern – flächendeckend und nicht nur für definierte Bereiche zugänglich zu machen.

Bund Naturschutz nimmt in der Wolfsdiskussion Stellung

Wie berichtet, wurde kürzlich am Seehamer See ein Wolf gesichtet. Bezirks-Almbauer Anton Maier forderte daraufhin, dass ein breites Bündnis Druck aufs Umweltministerium ausübe, damit der Wolf ins Jagdrecht aufgenommen wird. „Wir verstehen zwar die Betroffenheit der Halter, Weidetiere lassen sich aber nicht mit dem Gewehr schützen“, sagt BN-Kreisgruppenvorsitzender Manfred Burger. „Wer dies fordert, landet in einer Sackgasse, die den Herdenschutz vernachlässigt und insgesamt eher zu mehr Rissen führt.“ Der BN fordere die Staatsregierung deshalb schon seit Jahren auf, die Herdenschutz-Förderung flächendeckend zu gewähren.

Im Landkreis seien bisher lediglich einzelne durchziehende Wölfe in einem sehr großen Abstand von jeweils mehreren Jahre gesichtet worden. „Schutzmaßnahmen dagegen sind natürlich nicht einfach, aber die Freigabe zum Abschuss würde auch keine funktionierende Lösung darstellen“, findet Burger. „Nur präventive Maßnahmen können hier helfen, damit durchziehende Wölfe schon früh lernen, dass es für sie bei den Schafen nicht so leicht etwas zu holen gibt.“

„Jagdrecht ist keine Lösung“

Der ständige Ruf nach leichteren Abschüssen verkenne die Sach- und Rechtslage und wiege Weidetierhalter in falscher Sicherheit. Vermutlich habe der Wolf den Landkreis längst wieder verlassen. Wandernde Wölfe würden immer wieder Risse an Weidetieren verursachen, was sich nur durch Ausrottung des Wolfes in Bayern und auch in seinen Nachbarländern verhindern ließe. Diese Alternative sei aber weder wünschenswert noch erreichbar. Burger: „Wir werden weiterhin mit den extrem seltenen Besuchen von Wölfen auch bei uns zurecht kommen müssen.“

Der Wolf, der im Landkreis kürzlich gesichtet wurde und seitdem als Video in den Sozialen Netzwerken geteilt wird, war auch Thema im Miesbacher Stadtrat. Markus Seemüller (FWG), der selbst eine Landwirtschaft betreibt, hat die aufgefordert, auf andere kommunen zuzugehen.

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