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Im Landratsamt Bad Tölt verfolgten die Direktkandidaten (v.l.) Maximiilan Stocker (Bayernpartei), Fritz Haugg (FDP), Alexander Radwan (CSU) und Hannes Gräbner (SPD) die Auszählung. 

Das Resultat im Landkreis Miesbach

Ein Fazit zur Bundestagswahl: AfD-Ergebnis trübt Radwans Freude

Der Jubel fiel verhalten aus: Zwar hat Alexander Radwan (CSU) das Direktmandat im Stimmkreis souverän gewonnen, das bundesweite Abschneiden der Union drückte jedoch deutlich auf die Stimmung, für Entsetzen sorgten die Resultate der AfD.

Landkreis – Als etwa die Hälfte der Landkreis-Gemeinden ausgezählt war, machte sich Erleichterung breit bei Alexander Radwan. Sein Wahlsieg zeichnete sich zu diesem Zeitpunkt bereits überdeutlich ab. In einigen Gemeinden holte der 53-jährige Rottacher sogar weit über 50 Prozent der Erststimmen. So zum Beispiel in Kreuth, wo 58,04 Prozent auf den Bundestagsabgeordneten entfielen. In seiner Heimatgemeinde waren es sogar 64,46 Prozent. Insgesamt büßte er im gesamten Wahlkreis im Vergleich zu 2013 jedoch um die fünf Prozentpunkte ein.

„Ich freue mich“, sagte Radwan in einer ersten Reaktion. „Vier Jahre Präsenz vor Ort und ein engagierter Wahlkampf haben geholfen, sich ein wenig dem Landestrend zu entziehen.“ In Bayern brach die CSU auf unter 40 Prozent ein. Die bundesweite Situation bezeichnete Radwan als bedenklich. Die extremen Ränder dürften in den nächsten vier Jahren nicht noch stärker werden.

Das Abschneiden der AfD, die auch im Landkreis Miesbach bei den Zweitstimmen starke Ergebnisse holte, machte gestern Abend die bayerische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) fassungslos. „Ich glaube, dass ein Großteil der Nichtwähler bei der AfD gelandet ist“, meinte die Stimmkreisabgeordnete im Landtag angesichts der hohen Wahlbeteiligung. Tatsächlich lieferten sich FDP und AfD im Laufe des Wahlabends ein Kopf-an-Kopf-Rennen um Platz zwei im Landkreis. In Irschenberg und Fischbachau war die rechtsextreme AfD sowohl bei den Erst- als auch bei den Zweitstimmen zweitstärkste Kraft hinter der CSU. Trotz des Wirbels um Direktkandidat Constantin Prinz von Anhalt, der zuletzt mit seinem Namen überregional für Schlagzeilen gesorgt hatte. Der Tegernseer meinte gestern in einer ersten Reaktion: „Es ist großartig, dass es uns gelungen ist, unsere Themen so gut rüberzubringen. Wir gehen jetzt in eine starke Opposition.“

Diesmal haben besonders viele Wähler im Landkreis abgestimmt - wie hier im Wahllokal im Gasthof Zur Post in Bad Wiessee.

Als ein Gewinner dieser Bundestagswahl darf sich Grünen-Direktkandidat Karl Bär fühlen. Der 32-jährige Gemeinde- und Kreisrat aus Holzkirchen lag bei den Erststimmen in fast allen Gemeinden des Landkreises hinter Radwan auf dem zweiten Platz. Er rechnete sich gestern noch theoretische Chancen aus, über die Landesliste der Grünen in den Bundestag zu rutschen. So wie einst Klaus Barthel für die SPD. Bei der Bundestagswahl 2017 scheinen die Sozialdemokraten im Wahlkreis allerdings in der Bedeutungslosigkeit zu versinken. Eine Pleite vor allem für SPD-Direktkandidat Hannes Gräbner aus Holzkirchen. In den meisten Landkreis-Gemeinden schaffte er es bei den Erststimmen noch nicht einmal unter die Top drei.

Überraschend hoch war gestern die Wahlbeteiligung im neu gegründeten Wahlkreis 223 Bad Tölz-Wolfratshausen-Miesbach. Vielerorts lag sei bei über 80 Prozent.

Den Wahl-Ticker zum Nachlesen gibt es hier.

Gabi Werner und Katrin Hager

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