Royal Baby III ist da! Herzogin Kate und Kind wohlauf

Royal Baby III ist da! Herzogin Kate und Kind wohlauf
+
Fleißig Stimmen ausgezählt haben auch die Helfer an der Rudolf-Pikola-Mittelschule in Miesbach.

Landrat Rzehak schimpft über AfD

Bundestagswahl im Landkreis - die Lage und alle Stimmen am Tag danach

  • schließen

Landrat Wolfgang Rzehak freut sich über das gute Ergebnis der Grünen und schimpft über die AfD. Unklar ist, warum diese in einigen Gemeinden besonders gut abgeschnitten hat.

Landrat spricht von Hochburg der Grünen

Im Landkreis haben die Grünen Erfolge eingefahren. Karl Bär konnte nach Alexander Radwan (CSU) die zweitmeisten Stimmen auf sich vereinen und ist bayernweit der einzige Grünen-Direktkandidat auf Platz zwei. Landrat Wolfgang Rzehak (Grüne) sagt dazu: „Das gute Ergebnis bei den Erststimmen ist vor allem das Verdienst von Karl Bär selber.“ Bär habe einen engagierten Wahlkampf geführt, sei durch seine hervorragende Arbeit als Gemeinderat und Kreisrat bekannt. „Wenn man ergänzend dazu auch noch das Zweitstimmen-Ergebnis sieht, kann man Miesbach mittlerweile wohl als Hochburg der Grünen betrachten.“ Und: „Ich freue mich, wenn meine Arbeit als Landrat dazu beigetragen haben sollte.“ Bär hat den Einzug in den Bundestag über die Landesliste nur um einen Platz verpasst. „Die nächsten Jahre bin ich auf Abruf“, sagt Bär. Als Nachrücker. Trotzdem ist er stolz auf sein Ergebnis. „Es ist für mich ein Ansporn, es in vier Jahren noch mal zu probieren.“ Ob das tatsächlich passiert, hänge aber von vielen Faktoren ab. Auf Landtagsebene hege er keine Ambitionen.

Rzehak: „AfD-Wähler nicht verurteilen“

Die AfD habe im Landkreis keine einzige Idee gehabt und keine Lösung für Probleme vorgestellt, findet Rzehak. „Es ist fast erschreckend, mit welch unqualifiziertem Kandidaten die Rechtspopulisten angetreten sind.“ Er vermutet, dass die meisten Wähler das AfD-Programm nicht kennen, sondern aus einer diffusen Ablehnung gegen „die da oben“ eine Proteststimme abgegeben haben. „Viele der Stimmen sind gar keine Stimmen für die Rechtspopulisten, sondern gegen die anderen Parteien.“ Die „Vernunft-Parteien“ sollten nun nicht AfD-Wähler verurteilen. „Wir müssen diese Wähler durch eine klare Politik zurückgewinnen.“

Gemeinden mit hohem AfD-Ergebnis

In der Stadt Miesbach, den Gemeinden Irschenberg, Fischbachau, Warngau, Weyarn und Bayrischzell hat die AfD bei den Zweitstimmen jeweils den zweiten Platz hinter der CSU belegt. In Irschenberg und Fischbachau wurde sie auch bei den Erststimmen zweitstärkste Kraft. Die betroffenen Gemeindeoberhäupter glauben nicht, dass das mit den Asylbewerbern vor Ort zu tun hat, größere Probleme seien ausgeblieben, heißt es überall. Eine Erklärung für die hohen AfD-Ergebnisse speziell in seiner Gemeinde, hat auch niemand. Die Rathauschefs sehen nur einen allgemeinen Trend in Deutschland.

Laut Fischbachaus Zweiter Bürgermeister Andreas Auracher (CSU) hat die CSU viele Stimmen an die AfD verloren. „Das hängt aber nicht mit örtlicher Politik zusammen, sondern mit der Politik auf Landes- und Bundesebene.“ Irschenbergs Bürgermeister Hans Schönauer (FW Niklasreuth) vermutet: „Wahrscheinlich war es eine Protestwahl.“ Gegen den Schlingerkurs von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Denn mit der Qualität des örtlichen AfD-Kandidaten könne der Erfolg nichts zu tun haben. „Den kennt niemand.“ Dass die Freien Wähler in Irschenberg prozentual den höchsten Wert im Landkreis bei den Zweitstimmen eingefahren haben, freut Schönauer nur bedingt: „Das sind verlorene Stimmen.“ Ob das mit den beiden Ortsverbänden (FW Niklasreuth und FWG Irschenberg Reichersdorf) zu tun habe, wisse er nicht.

Miesbachs Zweiter Bürgermeister Paul Fertl (SPD) sagt über die AfD: Grundsätzlich habe sich die öffentliche Meinung, „begonnen bei ARD und ZDF“, zu sehr auf das Thema Flüchtlinge konzentriert, andere wichtige Themen ausgeklammert und so der AfD breiten Raum gelassen. Bayrischzells Bürgermeister Georg Kittenrainer meint: „Die Unionsparteien haben sich von Mitte rechts nach Mitte links bewegt.“ Und sich zu wenig um die Sorgen der Menschen bezüglich Asylbewerbern und Islam angenommen. Auch Warngaus Bürgermeister Klaus Thurnhuber (FWG) findet, dass die etablierten Parteien die „Sorgen und Nöte“ der Bürger ernster nehmen sollten. „Die großen Parteien haben ein paar Dinge zu überdenken.“ Weyarns Bürgermeister Leonhard Wöhr (CSU) macht sich viele Gedanken darüber, „warum wir aus der Reihe tanzen“. Vielleicht, so spekuliert er, habe der Vorsitzende des AfD- Kreisverbands Rosenheim, Franz Bergmüller aus Feldkirchen-Westerham, Einfluss auf die Weyarner Wähler gehabt. Wegen der Nähe zum Goldenen Tal. „Bei uns in der Gemeinde ist mir kein AfDler bekannt.“

Erfolg der FDP im Tegernseer Tal

Kreisvorsitzende Ursula Lex freut sich über das starke Abschneiden ihrer FDP an Zweitstimmen im Tegernseer Tal. „Wir haben viele Infostände gemacht.“ Insgesamt bekomme ihre Partei einen Aufwind zu spüren, im gesamten Wahlkreis habe sie Mitglieder dazugewonnen. Der Erfolg im Tal habe eventuell mit dem dort stark vertretenen Mittelstand im Tourismus- und Handwerkssektor zu tun.

SPD holt sich Hausham zurück

Die SPD hat auch im Landkreis einen Dämpfer erhalten. Positiv heraus sticht hier die Gemeinde Hausham, wo die Sozialdemokraten sowohl bei Erst- als auch bei Zweitstimmen auf Platz zwei hinter der CSU landeten. Laut SPD-Kreisvorsitzender Christine Negele war der einstige Bergarbeiterort früher, bis in die 70er, 80er-Jahre hinein, traditionell eine SPD-Hochburg. Als die Republikaner aufkamen, sei der Ort plötzlich nach rechts gerückt. „Wenn es uns jetzt gelungen ist, die alten Wähler zum Teil zurückzuholen, dann ist das erfreulich“, sagt Negele. Insgesamt gebe es in der SPD – trotz Juso-Zuwächsen in manchen Orten – viele ältere Mitglieder, die keinen Wahlkampf mehr führen könnten.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Eiskanal-Königin zeigt Miesbach die kalte Schulter
Olympiasiegerin Natalie Geisenberger ist angefressen. Die Doppel-Olympiasiegerin fühlt sich nicht hinreichend gewürdigt. Deshalb gibt es keinen Empfang seitens der …
Eiskanal-Königin zeigt Miesbach die kalte Schulter
Operation bei vollem Bewusstsein
Wie geht’s in einem Operationssaal zu? Interessierte konnten das jetzt bei vollem Bewusstsein in Agatharied erleben.
Operation bei vollem Bewusstsein
Eine Frage des Vertrauens
Einfach so kann sich die Miesbacher Politik von den Museumsplänen nicht verabschieden, meint unser Autor. Ein Kommentar zur Stadtrats-Diskussion.
Eine Frage des Vertrauens
Krippe statt Museum: für viele eine Option
Das geplante Museum im Miesbacher Kloster hat Konkurrenz bekommen. Laut einer neuen Machbarkeitsstudie lässt sich in dem sanierungsbedürftigen Gebäude auch eine …
Krippe statt Museum: für viele eine Option

Kommentare