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Bus-Streik: Folgende RVO-Linien im Landkreis Miesbach sind betroffen

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Von: Sebastian Grauvogl

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Im Streik: die RVO-Linie von Irschenberg nach Miesbach.
Im Streik: die RVO-Linie von Irschenberg nach Miesbach. © Thomas Plettenberg

Hohe Dieselpreise, fehlende Hilfsgelder: Busunternehmen geraten immer mehr unter Druck. Jetzt treten die ersten von ihnen in den Streik - auch im Landkreis Miesbach.

Landkreis – Mehr als ein Drittel aller Buslinien hat die Regionalverkehr Oberbayern GmbH (RVO) an private Unternehmen vergeben. „Wenn die hinschmeißen, haben wir ein Problem“, sagt Andreas Päschel, Leiter der RVO-Niederlassung Tegernsee. Einen Vorgeschmack auf das, was dann drohen könnte, bekommen die Fahrgäste heute Früh. Von 6 bis 9 Uhr fallen vier RVO-Linien im Landkreis Miesbach komplett aus. Der Grund: ein Streik.

Vier Linien vom Streik betroffen

Konkret sind folgende Strecken betroffen: Leitzachtal-Ringlinie (9552), Irschenberg-Miesbach/Tegernsee-Miesbach (9558), Holzkirchen-Miesbach-Schliersee (9561) und Kleinhöhenkirchen-Weyarn-Miesbach (9563). Aufgerufen zu der bayernweiten Protestaktion hat der Landesverband Bayerischer Omnibusunternehmen (LBO), um auf die finanziellen Schwierigkeiten durch ausbleibende Hilfsgelder, hohe Dieselpreise und die noch unklare Kostenerstattung für das 9-Euro-Ticket aufmerksam zu machen.

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„Viele private Busunternehmen haben schon jetzt Angst vor einer Insolvenz“, berichtet Päschel. Da sie wichtige Partner für den öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) im Landkreis Miesbach sind, beteilige sich die RVO gern am Streik. Und auch die RVO selbst ringe um einen wirtschaftlichen Betrieb. Allein im März und April habe man durch die Preisexplosion an den Tankstellen 100 000 Euro mehr für Diesel bezahlt. Um 70 Cent habe sich der Liter verteuert, bei Linienbussen betrage der Anstieg umgerechnet 21 Euro pro 100 Kilometer. „Jeder Bus fährt im Schnitt 250 Kilometer am Tag“, erklärt Päschel. Und bis zu 40 Busse seien im Netz der RVO im Landkreis unterwegs. „Da kann sich jeder selbst ausrechnen, was das am Monatsende bedeutet.“

Unternehmer fordern Rettungsschirm

Erschwerend komme hinzu, dass die Busunternehmen keine staatlichen Hilfsgelder für die Umsatzausfälle während der Corona-Lockdowns erhalten hätten. Und das, obwohl man den Fahrbetrieb trotz fast leerer Busse aufrechterhalten habe. Überfüllt dürften diese hingegen nach Einführung des 9-Euro-Tickets sein, fürchtet Päschel. Doch auch hier habe man noch keine Sicherheit, wie die Abrechnung der Kosten letztlich ablaufen wird.

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„Wir können es uns aber nicht leisten, wieder auf den Kosten sitzen zu bleiben“, macht Päschel deutlich. „Weitere Rückschläge sind einfach nicht mehr drin.“

Sein Appell gleicht dem des LBO: Die Politik muss schnellstmöglich einen Rettungsschirm aufspannen. Auch wenn der RVO-Niederlassungsleiter hier den Freistaat in der finanziellen Pflicht sieht, würde er sich auch vonseiten des Landkreises als Aufgabenträger mehr Unterstützung wünschen. „Sonst bleiben bald noch mehr Busse stehen.“ Nicht weil die Unternehmen streiken, sondern weil sie pleite sind.

sg

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