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Die Bushaltestelle am Krankenhaus Agatharied ist fußläufig eine gehörige Strecke vom Haupteingang entfernt. Mittelfristig könnte es eine bessere Lösung geben. 

Landrat will Nahverkersnetz endlich stärken

ÖPNV: Das sind die Ideen für ein neues Busnetz im Landkreis

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Bis spätestens Mitte 2019 soll ein neuer Nahverkehrsplan für den Landkreis vorliegen. Wird auch Zeit, der letzte landete in der Schublade. Das sind die ersten Ideen:

Landkreis – Normalerweise sollte ein Nahverkehrsplan alle fünf Jahre fortgeschrieben werden. Doch das Papier für den Landkreis Miesbach, das 1995 beauftragt und zwei Jahre später fertiggestellt wurde, landete irgendwie in der Schublade. „Es war eine allgemeine Wunschsammlung“, berichtete Peter Schiffmann, am Landratsamt zuständig für den Fachbereich Mobilität, in der Sitzung des Wirtschaftsausschusses. Umgesetzt habe man seinerzeit lediglich das Anrufsammeltaxi (AST).

Schon vor gut einem Jahr diskutierte der Kreistag hitzig über das Busnetz. Nun gibt es bekanntermaßen einen neuen Anlauf – in der Zukunftswerkstatt Mobilität. Die Macher orientieren sich dabei an gesetzlichen Rahmenvorgaben. Ziele des neuen Nahverkehrsplans sind unter anderem Aussagen darüber, wie sich die Mobilitätstrends der Bevölkerung auf den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) auswirken, wie Bahnhöfe oder zentrale Einrichtungen wie das Krankenhaus sinnvoll ans Busnetz angebunden oder wie das Anrufsammeltaxi weiterentwickelt werden könnte. Auch über zusätzliche Linien oder Ticketangebote will man sich Gedanken machen. „Wichtig sind Vorschläge zur Priorisierung“, sagte Schiffmann. So soll der neue Nahverkehrsplan nicht wieder eine reine Ideensammlung werden, sondern konkret aufzeigen, welche Projekte in welcher Reihenfolge umgesetzt werden.

Noch im Oktober soll die Ausschreibung beginnen. Adressaten sind in erster Linie Büros, die bereits Erfahrung in Verkehrsfragen haben und in der Region bekannt sind. Die Vergabe erfolgt voraussichtlich Ende November. Ein bis eineinhalb Jahre später könnte der Nahverkehrsplan vorliegen. Für das Projekt sind in diesem und im nächsten Jahr Haushaltsmittel in Höhe von 100.000 Euro eingeplant, außerdem zusätzlich 25 000 Euro für ein Haltestellen-Kataster.

„Der Plan soll diesmal nicht in der Schublade verschwinden“, stellte Landrat Wolfgang Rzehak (Grüne) klar. „Wir wollen eine Agenda, die wir abarbeiten können, um den ÖPNV zu stärken und den Verkehr einzudämmen.“ Haushams Bürgermeister Jens Zangenfeind (FWG) mahnte dringend eine Einbeziehung der Bevölkerung an. „Bürgerbeteiligung ist in diesem Fall besonders wichtig“, sagte er. Schiffmann gab ihm Recht. Man wolle nicht nur mit denjenigen sprechen, die den ÖPNV nutzen, sondern gerade auch mit denjenigen, die das nicht tun – und die Gründe dafür erfahren.

Der Haushamer SPD-Kreisrat Thomas Danzer regte an, schon kurzfristig die Anbindung des Krankenhauses ans Busnetz zu verbessern – beispielsweise durch einen regelmäßigen Transfer zu den Bahnhöfen Agatharied und Miesbach. Peter Bartl, bei der Regionalverkehr Oberbayern (RVO) GmbH zuständig für Planung und Verkehr, versicherte, dass man daran arbeite. „Leider ist die Haltestellensituation am Krankenhaus für uns nicht so befriedigend“, berichtete er. Lieber würde man im Sinne der Fahrgäste direkt am Vorplatz halten, doch dieser sei wegen des Untergrunds nicht für Busse geeignet.

Kreiskämmerer Gerhard de Biasio bestätigte das. Das Gewicht der Busse lockert die Pflastersteine, dadurch wird das darunter liegende Entwässerungssystem in Mitleidenschaft gezogen. „Das ist seit jeher ein Problem“, sagte er. „Der ganze Platz ist in Bewegung.“ Ändern lasse sich das wohl nur durch eine Asphaltierung. Man habe das Problem allerdings erkannt und denke über mittelfristige Lösungen nach.

sh

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