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Traurige Corona-Nachricht: Winter-Tollwood fällt komplett flach - „Trotz sehr guten Hygienekonzepts“

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Gut angenommen: Sowohl die Linie 9562 als auch die Linie von der Valepp zur Monialm, die jetzt mit einem Kleinbus bedient wird, kommen bei den Fahrgästen an. Unsere Aufnahme entstand am Bushalt am Spitzingsee.  Foto: tp
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Gut angenommen: Sowohl die Linie 9562 als auch die Linie von der Valepp zur Monialm, die jetzt mit einem Kleinbus bedient wird, kommen bei den Fahrgästen an. Unsere Aufnahme entstand am Bushalt am Spitzingsee.

ÖPNV - Mehrere Angebote werden fortgeführt – mehrere neue sind in Arbeit

Busverbindungen: Ausweitung bewährt

  • Stephen Hank
    vonStephen Hank
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Der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) im Landkreis Miesbach soll besser werden. Bis zur Umsetzung aller Ziele, die im Nahverkehrsplan festgeschrieben sind, wird es noch einige Jahre dauern.

Landkreis – Auf einigen Buslinien haben die Fahrgäste aber schon in Kürze Vorteile zu erwarten, wie jetzt im Kreisentwicklungsausschuss deutlich wurde.

Kreuth und Spitzingsee

Mit Start der Sommerferien weitete die Regionalverkehr Oberbayern GmbH (RVO) auf Wunsch des Landkreises an Wochenenden und Feiertagen die Verbindungen vom Bahnhof Tegernsee nach Kreuth und vom Bahnhof Schliersee zum Spitzingsee aus. „Im Schnitt fuhren jeweils 20 Personen mit, das ist relativ ansehnlich“, sagte Verkehrs-Fachbereichsleiter Peter Schiffmann vom Landratsamt in der Sitzung. Die beauftragten zusätzlichen Fahrten sollen deshalb bis auf Weiteres fortgeführt werden. Den Landkreis kostet das Zusatzangebot rund 75 000 Euro im Jahr, er behält sich eine jährliche Kündigungsfrist vor. Zwischen dem Ende der Herbstferien und Weihnachten sollen die Zusatzbusse nach Kreuth aber ausgesetzt werden. Die Gemeinde erwartet in dieser Zeit kaum Fahrgäste.

Ringlinie Leitzachtal

Nach dem Willen des Landkreises soll es zeitnah auch auf der Ringlinie Schlierach-/Leitzachtal eine Taktverdichtung geben. Hier befindet sich die Kreisverwaltung noch in Abstimmung mit der RVO, in welchem Umfang Verdichtungen möglich und sinnvoll sind. „Es wäre den Versuch wert, zusätzlich was anzubieten“, fand Schiffmann. Es geht um Kosten von rund 50 000 Euro im Jahr.

„Es ist positiv, Linien auszubauen, aber wir müssen auch die Finanzen im Blick behalten und die Sache vorsichtig angehen“, sagte Josef Bogner (FW). „Nach Ausbruch der Corona-Pandemie haben viele Nutzer öffentliche Verkehrsmittel gemieden.“ Landrat Wolfgang Rzehak (Grüne) warnte davor, auf die Bremse zu treten. „Wir waren uns einig, den ÖPNV auszubauen“, erinnerte der frühere Landrat. „Nur ein ausgebautes Angebot wird uns helfen, die Menschen zum Umstieg zu bewegen.“ Der Kreisentwicklungsausschuss folgte dem Vorschlag Schiffmanns, über das Mittel der Direktvergabe zunächst einzelne zusätzliche Fahrten zu bestellen. Ende 2021 soll Bilanz gezogen werden. Kommt das Angebot an und wäre gar ein Ausbau erforderlich, müsste dies mit zweijährigem Vorlauf ausgeschrieben werden. „Es ist geschickt, wenn wir uns herantasten“, sagte Landrat Olaf von Löwis (CSU). „Aber ganz klar muss es unser Auftrag sein, die Taktverdichtung weiter im Auge zu behalten.“

Valepp – Monialm

Anfang September hat ein Kleinbus im Auftrag der RVO den Betrieb auf der Linie Monialm – Valepp – Spitzingsee wieder aufgenommen. Wie berichtet, war es insbesondere wegen der neuen Verkehrsvorschriften nicht mehr möglich, auf der engen Straße die üblichen Linienbusse einzusetzen. Es kam zu einer mehrwöchigen Unterbrechung. Die Gemeinden Schliersee und Rottach-Egern drängten daraufhin auf eine rasche Lösung. Das Angebot soll nun bis zum Ende des Genehmigungszeitraums, also bis zum März 2025, aufrecht erhalten bleiben. Den Landkreis wird dies rund 15 000 Euro im Jahr kosten. „Wir sollten das machen, wenn es irgendwie darstellbar ist“, betonte Löwis. Regulär endet das Angebot Mitte Oktober. Anastasia Stadler (CSU) bat allerdings darum, es bis in die Allerheiligen-Woche auszudehnen: „Im goldenen Herbst geht noch richtig was, das sollten wir mitnehmen.“

Kufstein-Linie

Bewährt hat sich auch die grenzüberschreitende Buslinie von Schliersee über Fischbachau und Bayrischzell nach Kufstein. Das Problem: Sollte sie nach dem Probebetrieb, der bis März dieses Jahres lief, im bisherigen Umfang wieder aufgenommen werden, hat der Landkreis als Aufgabenträger des ÖPNV ein gewichtiges Wort mitzureden. „Rechtlich muss das über uns laufen“, stellte Schiffmann in Richtung der initiierenden Gemeinden klar. Der Kreisentwicklungsausschuss ermächtigte die Verwaltung, die entsprechenden Schritte einzuleiten. Vor allem muss geklärt werden, wer welche Kosten trägt. Insgesamt kostet die Linie die beteiligten Kommunen wohl rund 60 000 Euro im Jahr, davon etwa 90 Prozent auf deutscher Seite. Harald Gmeiner, Vorstand des kommunalen Tourismusunternehmens Alpenregion Tegernsee Schliersee (ATS), sprach sich für das Angebot aus: „Aus touristischer Sicht ist es sehr positiv.“ Während der mehrmonatigen Probephase habe man pro Fahrt im Schnitt elf Personen gezählt.

Wendelstein-Ringlinie

Ihren Nutzen längst unter Beweis gestellt hat die Wendelstein-Ringlinie. Sie wurde 1999 gegründet und verbindet die Landkreises Miesbach und Rosenheim. Der Landkreis wird das Angebot – wie auch die beteiligten Kommunen und die Wendelsteinbahn – bis 2028 weiter mitfinanzieren. Sein Anteil beläuft sich auf rund 30 000 Euro pro Jahr. Sollte der Landkreis in naher Zukunft dem Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) angehören, soll die Ringlinie komplett integriert werden. Sie könnte dann auch mit einem MVV-Ticket genutzt werden.

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