Betreuen künftig die „Route Süd“: (v.l.) Gabriela Atzl, Yvonne Schmid und Stephanie Braungart.
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Betreuen künftig die „Route Süd“: (v.l.) Gabriela Atzl, Yvonne Schmid und Stephanie Braungart.

Route ins Tegernseer Tal wird eingestellt

Caritas expandiert - häusliche Pflege jetzt auch am Schliersee

  • Jonas Napiletzki
    vonJonas Napiletzki
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Im neuen Jahr ändert die Miesbacher Caritas ihr Einzugsgebiet: Häusliche Pflege gibt es künftig statt im Tegernseer Tal neuerdings am Schliersee. Im neuen Gebiet sind Plätze frei.

Miesbach – Das Caritas-Zentrum Miesbach bietet künftig auch in Hausham, Schliersee, Neuhaus, Aurach und Bayrischzell häusliche Pflege an. Dem neuen Einzugsgebiet fällt allerdings das Tegernseer Tal zum Opfer: Zeitgleich mit dem Start der neuen „Route Süd“ am 1. Januar endet das langjährige Pflegeangebot am Tegernsee. Für Pflegedienstleiterin Susanne Nortmeier ist das „ein guter Tausch“.

Anfahrt war dank des Verkehrs ein Minusgeschäft

„Im Tegernseer Tal haben wir bisher rund 15 Patienten zuhause betreut“, sagt Nortmeier. Eine Fortführung des Angebots sei trotzdem nicht möglich gewesen. „Von unseren 33 Pflege- und Betreuungskräften wohnt niemand mehr im Tal“, sagt die Leiterin. In der Folge kämpften Mitarbeiter zuletzt mit langen Anfahrten – „eine knappe Stunde im Stau war keine Seltenheit“, erinnert sich Nortmeier. Pro Anfahrt berechne die Caritas pauschal 4,60 Euro – dank des Staus ein klares Minusgeschäft, das sich auch mit Spenden nicht dauerhaft ausgleichen lasse. „Hinzu kommt die Tatsache, dass es im Tal sehr viele andere private Pflegedienstleister gibt.“ Das sorgte dafür, dass die Caritas nicht mehr genug Patienten hatte, um die Mitarbeiter vor Ort voll beschäftigen zu können. Nortmeier: „Wenige Stunden Arbeit im Tal reichen nicht, um eine ganze Tour zu rechtfertigen.“

Nachfrage rund um den Schliersee steigt

Diesen Problemen stand Nortmeier zufolge der Wunsch aus den Gemeinden rund um den Schliersee entgegen, dort häusliche Pflege anzubieten. „Im Tegernseer Tal haben wir deshalb frühzeitig mit den Patienten abgesprochen, ob sie sich selbst um einen Wechsel zu anderen Dienstleistern kümmern möchten, oder ob wir sie dabei organisatorisch unterstützen sollen.“ Inzwischen seien alle Patienten bei anderen Anbietern untergekommen – „die nahtlose Versorgung ist gesichert“. In Rottach-Egern stehen das Mehrgenerationenhaus und die Fachambulanz für Suchterkrankung der Caritas weiter zu Verfügung. Ein kompletter Rückzug des Wohlfahrtsverbands aus dieser Region ist Nortmeier zufolge nicht geplant.

Tegernsee auch ohne Caritas gut versorgt

Insgesamt bietet die Caritas Miesbach auch künftig elf Routen an und erschließt damit – mit Ausnahme des Tegernseer Tals – den gesamten Landkreis Miesbach. „Mit den erhaltenen Spenden ermöglichen wir auch Patienten mit abgelegenen Wohnorten die Versorgung“, betont die Pflegedienstleiterin. Rund um den Tegernsee sei das Netz aber gut gespannt. „Beispielsweise ist die Diakonie in Gmund vor Ort.“

Pflegebedürftige die im neu erschlossenen Gebiet rund um den Schliersee leben, dürfen sich bei der Caritas unter der Rufnummer 0 80 25 / 28 06-50 melden. Dort gibt es weitere Auskünfte. nap

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