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Nahezu ein Heimspiel: Im Handumdrehen hatten Claudia Koreck und ihre Band das Miesbacher Publikum für sich eingenommen.

Sängerin begeistert Fans im Waitzinger Keller

Claudia Koreck in Miesbach: Von Hallabruck bis Los Angeles

Claudia Koreck rief – und eine stolze Schar von Fans folgte ihrem Ruf. Sie kamen im gut besuchten Waitzinger Keller in Miesbach auf ihre Kosten. Die Singer-Songwriterin überzeugte.

Miesbach– Alles begann 2007 mit „Fliagn“. Da war Claudia Koreck blutjunge 21. Heute ist sie junge 31 und in ihrer Entwicklung nicht nur zehn Jahre, sondern auch zahlreiche Alben und Konzerte weiter. Sie ist sich weitgehend treu geblieben, hat ihre unverwechselbare, bairische Singer-Songwriter-Musik jedoch um einige Facetten wie Songs auf Englisch erweitert. Nach Miesbach kam sie nun mit einer Mischung aus bewährtem Koreck-Liedgut und Songs aus ihrem neuen Werk „Holodeck“. Das ist ein Umgebungssimulator an Bord einer Raumstation wie etwa in „Star Trek“, wie Koreck erklärte. „Da druckt ma auf an Knopf, wo ma gern waar – i hob Miasbach eigeb’n“, bekannte sie.

Nicht nur deshalb hatte die Traunsteinerin ihr Publikum im Handumdrehen für sich eingenommen. Es lag vor allem an ihrer frischen, authentischen Art, dass sich ihre vorwiegend weiblichen Fans nicht lange bitten ließen, gleich bei den ersten Songs aufstanden, mitklatschten und mitwippten. „Hallabrooklyn“ heißt einer von ihnen. Er soll eine Brücke schlagen von Korecks Heimat Hallabruck/Traunstein und dem gelobten Rock- und Pop-Land USA.

Auf der Suche nach neuen Inspirationen ging Koreck nach Los Angeles, wo sie hochkarätige Musiker für die Studioaufnahmen gewann. So ist in einigen Songs viel California-Flair zu spüren. Daran ändert es auch nichts, dass Koreck in bairischer Mundart singt.

Mit ihrer vierköpfigen Band, der auch ihr Ehemann Gunnar Graewert (Keyboard und Ukulele) angehört, brachte Koreck den Waitzinger Keller mit Titeln wie „Danz“ zum Tanzen und mit einfühlsamen Balladen wie „S’ewige Lem“ zum Sinnieren. „I lieg in der Wiesn, unter am Baam, und die Welt ziagt vorbei.“ Dabei glänzte Leadgitarrist Luke Cyrus Goetze wiederholt mit virtuosen Soli, hier auf der singenden Slide-Gitarre. Andreas Bauer (Bass) und Oscar Kraus (Schlagzeug) komplettierten eine eingespielte Formation, die der Sängerin (meist an der Rhythmusgitarre) jegliche musikalische Unterstützung und Ergänzung bot.

Als sich die fünf dann in „Beautiful“ Seite an Seite ganz vorne auf der Bühne präsentierten, allesamt mit akustischen Instrumenten bewaffnet, der Schlagzeuger mit einer Ananas als Shaker, stellte dies sicherlich einen Höhepunkt des ebenso stimmungsvollen wie fetzigen Konzertabends dar. Dazu zählte auch das luftige „Paper Aeroplane“ oder das zerbrechliche, aber musikalisch dennoch kraftvolle „Wenn i di ned hätt“.

Nicht nur hier zeigte Koreck, dass sie auch in hohen Tonlagen zu Hause ist. Das Programm lebte von einer Mischung aus zupackend und gefühlvoll, rockig und nachdenklich, garniert mit Elementen aus Pop, Folk, Blues, Jazz – immer emotional. Textlich bewegte sich die Vorreiterin der „Neuen Bayerischen Welle“ auf der gewohnten Schiene deutscher Songwriter – ohne große Überraschungen, solide und berechenbar. Nicht unbedingt störend, ist doch die Welt rund um den Koreck’schen Kosmos kompliziert genug.

Von Reinhold Schmid

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