Mit Abstand, aber voller Sportbegeisterung: Jogo Berauer (r.) und Peter Steinberger von der Sportfundgrube Miesbach packen die bestellten Waren in Plastikkörbe. Ab Montag können die Kunden diese dann vor Ort abholen.
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Mit Abstand, aber voller Sportbegeisterung: Jogo Berauer (r.) und Peter Steinberger von der Sportfundgrube Miesbach packen die bestellten Waren in Plastikkörbe. Ab Montag können die Kunden diese dann vor Ort abholen.

Nach Bekanntgabe des Wirtschaftsministers

„Click & Collect“ nun doch erlaubt: Einzelhändler in Miesbach bereiten sich vor

  • Sebastian Grauvogl
    vonSebastian Grauvogl
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Jetzt also doch: Ab Montag, 11. November, dürfen auch lokale Einzelhändler Click & Collect-Angebote starten. Die ersten Miesbacher Geschäfte stellen bereits die Körbe bereit.

Miesbach – Jogo Berauer macht es wie auf dem Golfplatz. „Wir vergeben Zeitslots“, sagt der Geschäftsführer der Sportfundgrube Miesbach. Jeder Kunde, der per Telefon, WhatsApp oder E-Mail etwas bestellt hat, erhält eine genaue Uhrzeit, zu der er die Ware am Laden abholen kann. Die Artikel liegen dann pünktlich in den roten Einkaufskörben bereit. Ob draußen unter dem Vordach oder doch im Kassenbereich, will Berauer noch überlegen. Auf jeden Fall aber kontaktlos und ohne Wartezeit, da pro Abholung großzügige 15 Minuten eingeplant werden. „Wir wollen keine Staus verursachen“, betont der Chef der Sportfundgrube. Dank des großen Parkplatzes vor dem Laden hinter der Shell-Tankstelle lasse sich dies gut vermeiden.

Wirtschaftsminister: Angebot als „letzter Strohhalm“ für lokalen Einzelhandel

„Click & Collect“ nennt sich der aus dem Online-Handel bereits bekannte Verkaufskanal. Bis dato war die Selbstabholung bestellter Artikel im lokalen Einzelhandel im Freistaat wegen des Lockdowns verboten. Nur Lieferservices waren möglich. Im Dezember habe noch die Befürchtung überwogen, dass sich zu viele Menschen gleichzeitig vor den Geschäften aufhalten, erklärt Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger in einer Pressemitteilung. Ab kommenden Montag ist der Service nun doch erlaubt. Und Aiwanger appelliert an die Kunden, dies auch zu nutzen. „Die Bürger sollten gezielt beim ortsansässigen Händler einkaufen und nicht nur auf den großen internationalen Plattformen. Niemand kann wollen, dass wir nach Corona ein Ladensterben in unseren Städten erleben.“ Die Click & Collect-Angebote seien nun „vielleicht der letzte Strohhalm für die Händler“, meint Aiwanger.

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Die Gemeinschaftswerbung Miesbach (GWM) hatte ihre Hand nach diesem Strohhalm bereits im Dezember ausgestreckt. Wie berichtet, hatte der Gewerbeverband eine zentrale Abholstation auf dem Marktplatz geplant, um seine Mitgliedsbetriebe im Weihnachtsgeschäft zu unterstützen. Damals jedoch hatte das Landratsamt angesichts des Infektionsschutzgesetzes keine Möglichkeit gesehen, den Stand zu genehmigen. „Wir freuen uns zwar, dass unsere Idee jetzt doch aufgegriffen wurde“, meint GWM-Vorsitzender Florian Brunner. „Aber vor Weihnachten hätte es das viel mehr gebracht.“ Im Januar sei die Einkaufslaune vieler Bürger hingegen von Haus aus geringer. Die GWM überlässt es nun ihren Mitgliedern, ob diese einen eigenen Abholservice starten wollen, und bietet dabei auch ihre Unterstützung an. Eine zentrale Stelle werde man jedoch nicht einrichten. Grund sind die strengen Hygiene- und Abstandsregeln. „Bei mehreren Geschäften wäre die Staffelung der Abholzeiten nur schwer zu koordinieren“, vermutet Brunner.

Hagebaumarkt weiter für Gewerbekunden geöffnet

Beim Hagebaumarkt Miesbach ist die Verbindung aus Onlinebestellung und Marktabholung längst Usus. Im Lockdown wurde das Angebot wegen der bisherigen Regelungen ausgesetzt. Jetzt sieht alles nach einer Wiederaufnahme aus, teilte Marktleiterin Ramona Fröber gestern mit. Details zur genauen Umsetzung werde man in Kürze auf der Internetseite des Marktes bekannt geben. Komplett geschlossen hatte der Markt trotz Lockdown übrigens nicht. Während Privatkunden den Heimlieferservice nutzen können, dürfen Gewerbetreibende sogar vor Ort einkaufen – allerdings unter strengen Hygieneschutzmaßnahmen.

Sportfundgrube mit Lieferservice

Erfahrungen aus dem Liefergeschäft bringt auch Berauer mit. Durch die ausführliche Beratung – auf Wunsch auch im Videochat – würden sich Retouren in Grenzen halten. Selbst bei Ski- oder Schlittschuhen. „95 Prozent passen“, berichtet Berauer stolz. Sollte es wirklich mal komplizierter sein, liefere er eben drei Paar Schuhe in unterschiedlichen Größen aus und hole die beiden aussortierten am nächsten Tag wieder ab. „Die Kunden legen das Päckchen dann vor die Haustür.“ Versandkosten hat Berauer trotz des erhöhten Aufwands nicht berechnet. „Wir machen das zur Stammkundenbindung.“

sg

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