Sonderaktion, Impfung, Astrazeneca, Holzkirchen
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Pieks in der Schulbank: Eine Impfkandidatin erhält ihre Dosis Astrazeneca.

Landratsamt zufrieden mit Ablauf

Erfolgreiche Sonderaktion: Fast 2000 Erstimpfungen mit Astrazeneca

  • Sebastian Grauvogl
    vonSebastian Grauvogl
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Fast 2000 Erstimpfungen an nur einem Wochenende: Die Sonderaktion des Landkreises an der Mittelschule Holzkirchen war ein voller Erfolg.

Landkreis – Als Juristin ist Beate Faus für gewöhnlich eher zurückhaltend mit Superlativen. Bei der Bilanz zur Sonder-Impfaktion des Landkreises am Wochenende in der Mittelschule Holzkirchen macht die Leiterin des Haushamer Impfzentrums aus ihrer Begeisterung kein Geheimnis. „Es ist alles super gut abgelaufen“, schwärmt Faus. Die Umsetzung mit dem BRK-Kreisverband sei „grandios“ gewesen, und trotz der dichten Taktung der Impfungen seien alle „tiefenentspannt“ geblieben. Das Ergebnis der Aktion: 1984 neue Erstimpfungen mit Astrazeneca und viele wertvolle Erfahrungswerte, die nun nach Möglichkeit auch im Impfzentrum in Hausham Anwendung finden sollen.

Corona-Impfung: Flexible Software im Impfzentrum - Binnen drei Stunden alle Impfdosen vergeben

Ein starres System, in dem Änderungen oder Stornierungen nur händisch vorgenommen werden können: So erlebt das Impfteam des Landkreises die Software des bayerischen Impfportals. Bei der Sonderaktion in Holzkirchen konnten Faus und ihre Kollegen die Terminvergabe nun selbst organisieren. Mit „Terminland“ habe man eine unkomplizierte und obendrein flexible Plattform genutzt, berichtet Faus. „Wir konnten für unsere Doppelschichten sogar zwei Impfungen pro Minute einbuchen.“

Hatten die Anmeldungen bei der Begrenzung auf die Bürger ab 60 Jahren bei rund 1000 Buchungen eine Sättigung erreicht, schossen sie nach Aufhebung der Altersbegrenzung am Donnerstag regelrecht in die Höhe. Wie berichtet, waren binnen drei Stunden alle Impfdosen vergeben. Die wenigen stornierten Termine waren schnell wieder weg, berichtet Faus begeistert. „Die Leute haben die Homepage offenbar ständig aktualisiert.“ Bis auf 16 Impflinge erschienen dann auch alle wie geplant in der Mittelschule. Die übrigen Dosen wandern nun weiter ins Impfzentrum für die dort anstehenden Zweittermine. „Solange die Phiole nicht angebrochen wurde, lässt sich Astrazeneca sehr gut lagern“, erklärt Faus.

Ausführliche Beratung bei den Aufklärungsgesprächen.

Impfzentrum in Holzkirchen: Ideale Infrastruktur - Großzügiger Anmeldebereich

Ist die Mittelschule Holzkirchen das bessere Impfzentrum? So weit möchte Faus nicht gehen. Die großzügige Ausgestaltung und die stabilen IT-Strukturen würden aber schon einige Vorteile bieten. Vor allem der großzügige Anmeldebereich habe sich bezahlt gemacht. „Wir werden da auch in Hausham die Kapazitäten aufstocken“, betont Faus. Denn wenn es mal zu Wartezeiten komme, liege es meist am Einchecken. Nicht auf Hausham übertragbar ist laut Faus leider die in Holzkirchen bestens abgelaufene medizinische Aufklärung in Gruppen zu je fünf Leuten. Die Mittelschule sei für solche Stuhlkreise prädestiniert gewesen.

Insgesamt habe sich am Wochenende gezeigt, dass es gut war, das Impfen im Landkreis dezentral zu organisieren, erklärt die Leiterin des Impfzentrums. Nur dank der guten Vorbereitung – und natürlich den Erfahrungen, die das BRK Holzkirchen um Bereitschaftsleiterin Elisabeth Proisl mit den Blutspendeaktionen in der Mittelschule mitgebracht habe – sei es gelungen, binnen fünf Tagen eine solche Aktion an den Start zu kriegen.

Corona: Akkord-Impfen in Holzkirchen - „Alle waren top motiviert“

Das, was das Team am Wochenende in Holzkirchen geleistet hat, kann man wohl ohne Übertreibung als Akkord-Impfen bezeichnen. Freitags von 14 bis 22 Uhr, samstags von 8 bis 22 Uhr und sonntags von 8 bis 14 Uhr waren ständig sieben erfahrene Ärzte aus dem Impfzentrum und pro Schicht 15 Kräfte des BRK (insgesamt waren es 61) vor Ort. „Alle waren top motiviert“, schwärmt Faus. Auch das Engagement des Sicherheitsdienstes hebt sie lobend hervor.

Keine Reibungsverluste entstanden bei der Anmeldung.

Corona-Impfung: Sonderaktion mit 1984 Impfungen - Sprunghafter Anstieg bei Registrierungen

1984 Impfungen wurden bei der Sonderaktion durchgeführt. Genauere Informationen wie beispielsweise einen Altersdurchschnitt der Geimpften kann Faus nicht liefern. Diese Daten seien nur im allgemeinen Impfportal der Regierung erfasst und könnten nicht herausgefiltert werden. Allerdings konnte Faus einen sprunghaften Anstieg dieser Registrierungen durch die Sonderaktion erkennen. Sie schließt daraus, dass sich nach wie vor viele Impfwillige noch nicht angemeldet haben. „Ich kann nur jedem raten, das zu tun“, betont Faus. Wie sich nun gezeigt habe, kann manchmal alles ganz schnell gehen. „Vielleicht bekommen wir ja noch mal eine unerwartete Impfstoff-Lieferung.“

Schon jetzt steht fest, dass sich die Mittelschule Holzkirchen Ende Juli ein zweites Mal in ein Impfzentrum verwandelt: Dann nämlich stehen die Zweittermine an.

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sg

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