Egerner Höhe in Rottach-Egern
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Es gibt Arbeit, aber weniger als zuvor. Hotels wie die Egerner Höhe in Rottach-Egern haben derzeit geschlossen. Die Zeit wird vielfach für Renovierungs-, Reinigungs- oder Reparaturarbeiten genutzt.

Agentur für Arbeit gibt Bericht ab

Corona: Auswirkungen auf Arbeitslosenquote im Kreis Miesbach noch nicht absehbar

Schlägt die Corona-Krise auch auf den Arbeitsmarkt im Landkreis durch? Mit dieser Frage hat sich nun die Agentur für Arbeit in Rosenheim auseinandergesetzt.

Landkreis – „Zum aktuellen Zeitpunkt ist noch schwer abschätzbar, welche Auswirkungen die Corona-Krise auf den Arbeitsmarkt haben wird.“ Das sagte der kommissarische Leiter der Agentur für Arbeit Rosenheim, Michael Vontra, gestern bei der Bekanntgabe der Arbeitslosenzahlen für den Monat März. Grund: Der Stichtag 12. März – also der Tag, an dem die Daten für den Berichtsmonat erhoben wurden – lag vier Tage vor dem Inkrafttreten der ersten Einschränkungsmaßnahmen. „Die seitdem sehr dynamische Entwicklung lässt eine genauere Prognose auf die Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit und Beschäftigung frühestens ab dem nächsten Monat zu“, betonte er.

Insgesamt ist die Arbeitslosenzahl im Betrachtungszeitraum von 13. Februar bis 12. März im Agenturbezirk Rosenheim, der die Stadt und den Landkreis Rosenheim sowie die Landkreise Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen umfasst, um 570 Betroffene auf 7890 gesunken. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 2,6 Prozent. Sie entspricht auch exakt der des Landkreises. Hier waren zuletzt 1402 Bürger arbeitslos gemeldet, 73 weniger als im Vormonat. Im Februar lag die Quote noch bei 2,7 Prozent.

Für die Arbeitsagentur hat die Existenzsicherung für Unternehmen und Arbeitnehmer jetzt oberste Priorität. „Die Geldleistungen müssen schnell fließen“, sagte Vontra. „Dafür haben wir unsere Organisation binnen einer Woche intern umgestellt.“ So wurden die nun besonders geforderten Bereiche personell aufgestockt. Mitarbeiter aus dem Vermittlungsgeschäft oder der Berufsberatung unterstützen beispielsweise bei der Telefonie, der Beratung von Unternehmen und Beschäftigten zu Kurzarbeit oder bei der Abarbeitung der eingegangenen Mails. Die Agentur für Arbeit und die Jobcenter haben außerdem für eine verbesserte Erreichbarkeit zusätzliche Telefonnummern eingerichtet. Die Zweigstelle Holzkirchen beispielsweise ist jetzt auch unter der Rosenheimer Rufnummer 0 80 31 / 202-555 erreichbar (wir berichteten).

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Trotz des Stellenrückgangs gibt es aber auch Branchen, in denen aktuell Personalbedarf besteht. So herrschen etwa in der Gesundheitsbranche sowie in der gesamten Kette der Lebensmittelversorgung und im Onlinehandel eine akute Nachfrage. Genauso werden in der Landwirtschaft dringend Arbeitskräfte gesucht. „Über Plattformen wie www.saisonarbeit-in-deutschland.de oder www.daslandhilft.de müssen wir jetzt die Menschen und die Betriebe zusammenbringen“, betonte Vontra.

Auch innerhalb einer Branche gestalte sich die aktuelle Nachfrage nach Arbeitskräften teilweise sehr heterogen. Gerade im Einzelhandel ist der Personalbedarf im Lebensmittelbereich derzeit hoch, anders als im Textilbereich. In der Gastronomie fällt einerseits aufgrund der Schließungen von Hotels, Restaurants und Cafés der Bedarf an Servicepersonal weg, während auf der anderen Seite die Nachfrage nach Lieferdiensten für Lebensmittel steigt. Viele Restaurants haben auf Mitnehm- und Bringdienste umgestellt. Auch hier könnten der Personaltausch und die gegenseitige Unterstützung Möglichkeiten bieten, um Kurzarbeit zu verhindern.

mm

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