Miesbach: Ausflügler sorgen am Brückentag für riesiges Verkehrschaos - BRB-Busse stecken fest
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Wie dem Stau Herr werden? Eine Task Force soll Antworten finden.

„Kein Landkreis-Miesbach-Problem“

Nach Ausflügler-Ansturm: München und Oberland suchen nach Lösungen - Task Force soll‘s richten

Ein größere Runde hat sich kürzlich zu einer Videokonferenz getroffen und darüber geredet, wie der Ausflügler-Ansturm aufs Oberland gebannt werden kann. Eine Task Force soll sich jetzt kümmern.

Miesbach – Lösungen sind nur im Ansatz in Sicht, aber immerhin ist eine Zuständigkeit geklärt. Bei einer Videokonferenz in größerer Runde haben sich am Donnerstag Vertreter der Stadt München und des Oberlands erneut über den Tagestourismus und die damit verbundenen Probleme unterhalten. Ergebnis: Eine Task Force soll sich darum kümmern, „weitere Lösungsansätze zu entwickeln und die bereits bestehenden Projekte zu bündeln“, wie es in einer Pressemitteilung aus dem Landratsamt Miesbach heißt.

Ausflügler-Ansturm im Oberland: Lösung gesucht - Drei Verbände bilden Task Force, lokale Vertreter sollen eingebunden werden

Die Task Force besteht aus den Verbänden Tourismus Oberbayern-München (TOM) und Tourismus-Initiative München sowie der Europäischen Metropolregion München. Das Gremium soll alle relevanten regionalen Vertreter einbeziehen, um die Ideen und Konzepte zwischen Stadt und den Alpenlandkreisen, insbesondere Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen, zu vernetzen.

Die Notwendigkeit eines gemeinsamen Vorgehens betonte unter anderem Miesbachs Landrats Olaf von Löwis (CSU): „Ausflügler haben es verdient, sich in unserem Landkreis wohlfühlen zu dürfen, genauso haben es aber auch die Einheimischen verdient, dass sie nicht mit Verkehrs-, Müll- und Toiletten-Problematik alleine gelassen werden.“ Er sei froh, dass die Thematik nun dort angekommen ist, wo sie hingehöre: auf überregionaler Ebene. Denn: „Das ist kein Landkreis-Miesbach-Problem.“

Ausflügler-Ansturm: Landrat begrüßt überregionalen Ansatz: „Das ist kein Landkreis-Miesbach-Problem“

TOM-Präsident und Landtagsabgeordneter Klaus Stöttner sagte: „Wir arbeiten aktiv an Strategien zur Besucherlenkung und zum Erhalt und Ausbau der Tourismusakzeptanz in ganz Oberbayern.“ Benötigt würden „smarte, agile Lösungen, die wir nur im Verbund aller oberbayerischen Regionen auf den Weg bringen können“.

Die im Kreis Miesbach eingesetzten Ranger (wir berichteten) seien ein erster konkreter Ansatz, heißt es in der Pressemitteilung, ferner sei ein Projekt zur Verkehrslenkung mit Echtzeitdaten in Arbeit. Aber: „Langfristig muss der Freizeitverkehr gänzlich neu strukturiert werden, da die Verkehrsbelastung mitunter das dringendste Problem vor Ort ist.“ Bus- und Bahnnutzung müssten daher vereinfacht und die entsprechende Infrastruktur ausgebaut werden.

Ausflügler in Bayern: „Langfristig muss Freizeitverkehr gänzlich neu strukturiert werden“

Neben den Genannten waren aus dem Kreis Miesbach auch die Tourismusverbände, das Standortmarketing sowie Landtags- und Bundestagsabgeordnete vertreten. München war mit Landrat, Vize-Bürgermeisterin und Wirtschaftsreferent vertreten. Auch der MVV konferierte mit.

Nach der Eskalation zwischen Münchner Ausflüglern und Anwohnern im Oberland, gab es bereits im Januar einen ersten Krisengipfel mit Bürgermeistern. Die Parkplätze am Marktplatz in Miesbach gelten für viele Geschäftsleute als wesentliches Element, das über den Erfolg beim Kunden mitentscheidet. Im Lockdown wurde nun ein Versuch unternommen, die Stellplätze von der Parkplatzüberwachung befreit zu bekommen - letztlich ohne Erfolg. Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem neuen, regelmäßigen Miesbach-Newsletter.

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