Das neue Kita-Jahr hat begonnen. Die Einrichtungen hoffen, dank hoher Impfquote regulär arbeiten zu können.
+
Das neue Kita-Jahr hat begonnen. Die Einrichtungen hoffen, dank hoher Impfquote regulär arbeiten zu können.

Folgen der Inzidenz-Abkehr noch unklar

„Das ist nicht kindgerecht“: Diese Regeln gelten im neuen Kita-Jahr in Bayern

  • Bettina Stuhlweißenburg
    VonBettina Stuhlweißenburg
    schließen

Die Impfquote steigt, die Zeichen stehen auf Lockerung – und dennoch gehen die Kitas im Landkreis mit gemischten Gefühlen ins neue Kita-Jahr.

Landkreis - Klar ist, dass Kinder mit Schniefnase und Husten ohne Fieber wie im vergangenen Kita-Jahr einen negativen Corona-Test brauchen, um ihre Einrichtung besuchen zu dürfen. Ein Selbsttest reiche nicht aus, teilte das Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales mit. Trotzdem seien die Gutscheine für die freiwilligen Selbsttests, die Eltern weiterhin von ihrer Einrichtung bekommen, ein wichtiger Baustein in der Teststrategie, um Infektionen früh zu erkennen – gerade zum Ende der Urlaubszeit.

Nach Abkehr von Corona-Inzidenz: Genaue Regeln für Kitas noch unklar

Klar ist auch, dass es keinen inzidenzabhängigen Betrieb mehr geben wird. „Da in den Kindertagesstätten mit Inkrafttreten der 14. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung nur mehr Regelbetrieb stattfindet, können die Vorgaben zum eingeschränkten Regelbetrieb und zum Notbetrieb außer Acht gelassen werden“, teilte das Ministerium auf Nachfrage mit. Der Rahmenhygieneplan werde aktuell überarbeitet.

Trotzdem bleibt eine Unwägbarkeit: Nach der neuen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung kann die Regierung Maßnahmen ergreifen, wenn bayernweit mehr als 600 Intensivbetten mit Beatmungsmöglichkeit von Covid-Patienten belegt werden. Welche Maßnahmen konkret, ist nicht definiert.

Corona-Regeln für Kitas in Bayern: Betreuer mit gemischten Gefühlen

Andrea Schönauer, die das Frühlingsdorf in Holzkirchen leitet, sagt deshalb: „Ich kann derzeit nicht einschätzen, was auf uns zukommt.“ Vor dem Hintergrund der Impfquote hält sie es aber für realistisch, ohne Notbetrieb durchs Jahr zu kommen. Schönauer hofft auf einen Regelbetrieb ohne Einschränkungen.

Schließlich stellte der eingeschränkte Regelbetrieb, der im vergangenen Kindergartenjahr den Alltag prägte, eine Herausforderung für das pädagogische Personal sowie die Kinder dar. Gruppen dürfen dann nicht gemischt werden, Absperrbänder unterteilen den Garten in verschiedene Bereiche. „Den Kindern sagen zu müssen: Stopp, wir haben den Gartenteil mit der Schaukel gerade nicht, ist nicht kindgerecht“, sagt Schönauer.

Corona-Regeln müssen kindgerecht sein: Kita-Wirrwarr in Bayern ab Herbst

Ähnlich sieht das Monika Blöchinger, die den Kindergarten Straß in Miesbach leitet. „Wir hoffen ganz stark, dass wir im Regelbetrieb bleiben können.“ Normalerweise seien die Gruppentüren des Kindergartens offen. Im eingeschränkten Regelbetrieb jedoch seien gruppenübergreifende Projekte etwa mit Vorschulkindern – den „schlauen Füchsen“ – oder mit Vierjährigen – den „flinken Hasen“ – nicht möglich. „Die Kinder wissen aber, wenn ich ein schlauer Fuchs bin, dann darf ich das oder jenes. Ihnen erklären zu müssen, dass sie das nun nicht dürfen, ist schwierig.“ Stemmbar sind potenzielle Einschränkungen freilich: „Wir haben unsere Erfahrungen gesammelt und sind vorbereitet.“

Corona-Testpflicht bei Kita-Kindern: Die meisten bleiben mit Schnupfen zu Hause

In den Einrichtungen des Kita-Verbunds Tegernseer Tal ist der Bedarf der Eltern an Selbsttests noch geringer. „Wir haben im vergangenen Kindergartenjahr in Tegernsee und Bad Wiessee keinen einzigen Bezugsschein ausgegeben“, sagt Kindergartenleiterin Susann Bernhardt. Zu Beginn des neuen Kita-Jahres rechnet sie jedoch mit größerer Nachfrage. „Die erste Mutter hat schon nach einen Bezugsschein gefragt, weil jetzt alle aus dem Urlaub zurückkommen.“

Mit Blick auf die Testpflicht bei Schnupfen seien die Eltern sehr zuverlässig. Etwa 25 negative Corona-Tests habe sie im vergangenen Kita-Jahr in einem Zeitraum von drei bis vier Monaten bekommen. „Die meisten haben ihr Kind aber zuhause gelassen, wenn es Schnupfen hatte.“

Bernhardt ist zuversichtlich, im neuen Kindergarten-Jahr ohne Notbetrieb arbeiten zu können. „Aber so richtig beruhigt bin ich nicht. Die Kinder sind in dieser Altersklasse ja nicht geimpft, und eine Testpflicht besteht auch nicht.“

Noch mehr Nachrichten aus der Region Miesbach lesen Sie hier. Alles aus Ihrer Region! Unser brandneuer Miesbach-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus der Region Miesbach – inklusive aller Neuigkeiten zur Corona-Krise in Ihrer Gemeinde. Melden Sie sich hier an.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare